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Die Fünfte ist die populärste von Gustav Mahlers Symphonien – vor allem wegen ihres berühmten Adagiettos, einer musikalischen Liebeserklärung an Mahlers spätere Frau Alma. Das Werk führt durch gegensätzliche Gefühlswelten: Trauer und Zuversicht, Lebensangst und Lebenslust, Zweifel und Zärtlichkeit. Den Auftakt macht Joseph Haydns Sinfonia concertante: Vier Solisten der Berliner Philharmoniker treten in einen virtuosen Dialog mit dem Orchester – charmant und voller Humor. Am Pult dieser Aufführung steht Andrés Orozco-Estrada, Generalmusikdirektor der Stadt Köln, Gürzenich-Kapellmeister und Chef des Schwedischen Radio-Symphonieorchesters Stockholm, der für Iván Fischer einspringt.
Besetzung
Berliner Philharmoniker
Andrés Orozco-Estrada Dirigent (anstelle von Iván Fischer)
Noah Bendix-Balgley Violine
Bruno Delepelaire Violoncello
Jonathan Kelly Oboe
Stefan Schweigert Fagott
Programm
Joseph Haydn
Sinfonia concertante B-Dur Hob. I:105
Noah Bendix-Balgley Violine, Bruno Delepelaire Violoncello, Jonathan Kelly Oboe, Stefan Schweigert Fagott
Pause
Gustav Mahler
Symphonie Nr. 5
Serviceinformationen
Dauer ca. 2 Stunden und 15 Minuten (inkl. 20 Minuten Pause)
Großer Saal
40 bis 114 €
Konzerteinführung
19.15 Uhr
mit Ulrike Timm
Abo L: Konzerte mit den Berliner Philharmonikern
Großer Saal
40 bis 114 €
Konzerteinführung
19.15 Uhr
mit Ulrike Timm
Abo D: Konzerte mit den Berliner Philharmonikern
Großer Saal
40 bis 114 €
Konzerteinführung
18.15 Uhr
mit Ulrike Timm
Abo E: Konzerte mit den Berliner Philharmonikern
Ein neues Jahr, ein neuer Lebensabschnitt: Als Joseph Haydn am 1. Januar 1791 um 5 Uhr nachmittags erstmals englischen Boden betritt, beginnt für ihn beides. Und nicht nur für Haydn, für die gesamte Musikwelt ist das Datum ein besonderes. Es markiert einen kulturellen Umbruch, mit dem die Gesetzmäßigkeiten des Konzertbetriebs neu geschrieben werden.
Sollte sie wirklich Ja sagen? Die 22-jährige Alma, umschwärmt von Wiens Avantgarde-Künstlern und selbst eine talentierte Komponistin, steht vor einer schwierigen Entscheidung. Gustav Mahler, der Aufsteiger aus der Provinz, bietet ihr ein Leben voller Musik, aber keine künstlerische Gleichberechtigung. Über eine der berühmtesten Liebesbeziehungen der klassischen Musik.
Andrés Orozco-Estrada, in Medellín (Kolumbien) geboren, zählt zu den profiliertesten Dirigenten seiner Generation. Seine Ausbildung führte ihn nach Wien, wo er eine künstlerische Heimat fand, die ihn bis heute prägt. Seit 2022 lehrt er selbst an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Seine Karriere führte ihn rasch auf die großen Podien Europas und Nordamerikas. Als Music Director des Houston Symphony Orchestra sowie als Chefdirigent des Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI, des hr-Sinfonieorchesters Frankfurt und der Wiener Symphoniker prägte er seine Orchester mit einem offenen und neugierigen Programmgeschmack. Sein Anspruch ist es, Programme zu gestalten, die bewegen und inspirieren: »Es liegt mir am Herzen, Musik für alle zugänglich zu machen«, so Orozco-Estrada.
Sein Dirigat ist energiegeladen und zugleich von klarer Struktur getragen. Seit Herbst 2025 ist er Generalmusikdirektor der Stadt Köln und Gürzenich-Kapellmeister, im Herbst 2026 übernahm er zudem den Chefposten beim Schwedischen Radio-Symphonieorchester Stockholm. Außerdem leitet er die Filarmónica Joven de Colombia. Gastdirigate führen ihn zu renommierten Orchestern und Opernhäusern in Europa und Nordamerika, wie zu den Münchner und Wiener Philharmonikern, dem London Philharmonic Orchestra, dem New York Philharmonic sowie an die Wiener Staatsoper, die Staatsoper Unter den Linden, die Semperoper Dresden und die Mailänder Scala. Die Berliner Philharmoniker dirigierte er erstmals 2017.
Noah Bendix-Balgley ist es wichtig, bei seinem Spiel »Gedanken und Emotionen mit anderen Musikern und dem Publikum zu teilen«. Damit ist sein künstlerisches Credo umrissen: einen Klang zu erzeugen, der nicht nur schön, sondern auch ausdrucksstark ist und eine substanzielle Verbindung mit den Zuhörerinnen und Zuhörern schafft. Der aus North Carolina stammende Geiger war von 2011 bis 2015 Erster Konzertmeister des Pittsburgh Symphony Orchestra, bevor er in gleicher Funktion zu den Berliner Philharmonikern wechselte.
Neben dieser Tätigkeit tritt Noah Bendix-Balgley als Solist mit führenden Orchestern in aller Welt auf – natürlich auch in Konzerten der Berliner Philharmoniker. Als leidenschaftlicher Kammermusiker spielt er in mehreren festen Ensembles, etwa im Trio mit dem Pianisten Robert Levin und dem Cellisten Peter Wiley sowie im genreübergreifenden Septett Philharmonix mit Mitgliedern der Berliner und Wiener Philharmoniker. Als begeisterter Interpret traditioneller Klezmer-Musik ist Noah Bendix-Balgley mit weltberühmten Klezmer-Ensembles wie Brave Old World aufgetreten, er hat bei Workshops in ganz Europa und den Vereinigten Staaten unterrichtet und komponierte das Klezmer-Violinkonzert Fidl-Fantazye, das im April 2023 in der Philharmonie Berlin zu hören war.
Bruno Delepelaire führt seit 2013 als Erster Solocellist die Cellogruppe der Berliner Philharmoniker an. Er studierte am Pariser Konservatorium bei Philippe Muller, an der Universität der Künste bei Jens Peter Maintz und bei Ludwig Quandt an der Karajan-Akademie, von der aus er gleich den Sprung zu den Berliner Philharmonikern schaffte. Er besuchte Meisterkurse bei François Salque, Wen-Sinn Yang und Wolfgang Boettcher und sammelte erste Orchestererfahrung unter anderem beim Verbier Festival Orchestra sowie beim Gustav Mahler Jugendorchester.
Er gewann mehrere Preise als Solist und gemeinsam mit seinem Streichquartett Quatuor Cavatine. Als Kammermusiker ist er außerdem im Berlin Piano Quartet und mit den 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker zu erleben. Solistisch trat Bruno Delepelaire mit zahlreichen Symphonieorchestern auf, darunter auch die Berliner Philharmoniker. Als John Williams 2021 als Dirigent des Orchesters debütierte, spielte er den Solopart in Williams’ Elegy für Cello und Orchester. Dass Bruno Delepelaire Cellist wurde, verdankt er übrigens seiner Großmutter, einer begeisterten Amateurcellistin. Ihr Spiel beeindruckte den damals Fünfjährigen so sehr, dass er dieses Instrument unbedingt auch erlernen wollte.
Seit Herbst 2003 ist Jonathan Kelly Solooboist der Berliner Philharmoniker – und erfüllte sich damit einen Jugendtraum. Eine Aufnahme mit Lothar Koch, dem damaligen Solooboisten des Orchesters, hatte den in Hampshire geborenen Musiker als Jugendlichen so begeistert, dass er Oboe lernte mit dem Ziel, einmal selbst bei den Philharmonikern zu spielen. Zunächst studierte er jedoch Geschichte an der Universität Cambridge, bevor er sich an der Royal Academy of Music in London von Celia Nicklin sowie am Pariser Conservatoire von Maurice Bourgue zum Oboisten ausbilden ließ.
Nach dem Studium wurde Kelly Solooboist des City of Birmingham Symphony Orchestra, dem er zehn Jahre lang angehörte. Während dieser Zeit gastierte er regelmäßig beim Chamber Orchestra of Europe. Außerdem war er Mitglied der Birmingham Contemporary Music Group, mit der er unter anderem die Sonata da caccia von Thomas Adès uraufgeführt hat. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit als Solist, Orchester- und Kammermusiker lehrt Jonathan Kelly an der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker. Viele Jahre lang unterrichtete er an der Hochschule für Musik Hanns Eisler. Heute hat er eine Gastprofessur an der Royal Academy of Music in London und gibt regelmäßig Meisterkurse beim Pacific Music Festival im japanischen Sapporo.
»Jeder Tag mit der Musik ist ein neuer Versuch, und es gibt nichts, das in Stein gemeißelt ist. Der Augenblick zählt!«, meint Stefan Schweigert, seit 1985 Solofagottist der Berliner Philharmoniker. Zwölf Jahre lang war der in Kaiserslautern geborene Musiker, der auch als Solist erfolgreich auftritt, Mitglied des Scharoun Ensembles Berlin und spielte regelmäßig im Chamber Orchestra of Europe. Außerdem wirkte er mehrfach bei Gidon Kremers Festival in Lockenhaus mit. Neben der philharmonischen Orchesterarbeit engagiert sich Stefan Schweigert auch im Solistenensemble Cappella Andrea Barca von András Schiff sowie im Bläserensemble Sabine Meyer.
Als Jugendlicher fand er eher zufällig zum Fagottspiel: »Eigentlich habe ich das meinem Musiklehrer zu verdanken. Denn der brauchte ein Fagott für unser Schulorchester.« Als Schweigert sein Studium bei Klaus Thunemann an der Musikhochschule Hannover begann, war er bereits Mitglied im Bundesjugendorchester. 1987 wurde er Dozent an der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker, außerdem unterrichtete er als Professor an der Musikhochschule in Freiburg. Der Solofagottist gibt Meisterkurse in Deutschland, Spanien, Japan und den USA: »Keiner kann alleine irgendetwas aus sich ohne Inspiration bewirken.«
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