Sir Simon Rattle dirigiert Falla, Janáček und eine Uraufführung

Ein Mann mit weißen Locken und einem schwarzen Hemd steht vor einer neutralen Wand. Sein Blick in die Kamera ist entspannt.
Sir Simon Rattle | Bild: Oliver Helbig
Dominik Wollenweber mit grauem Haar und weißem Hemd sitzt auf einem Stuhl und hält eine Oboe aufrecht vor einem leuchtend gelben Hintergrund.
Dominik Wollenweber | Bild: Stefan Höderath

    Konzertinformationen

    Musikfest Berlin


    Tickets


    Info

    Zwei starke Stücke aus gegensätzlichen Welten: Leichtfüßig, elegant, voller Witz und spanischer Rhythmen erzählt Manuel de Fallas Ballett Der Dreispitz, wie eine junge Ehefrau die Nachstellungen des königlichen Statthalters abwehrt. Leoš Janáčeks Rhapsodie Taras Bulba schildert dagegen mit archaischer Wucht das Schicksal eines ukrainischen Kosakenführers, der im Kampf gegen polnische Besatzer erst seine beiden Söhne und dann das eigene Leben verliert. Sir Simon Rattle, ehemaliger Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, dirigiert außerdem die Uraufführung eines Konzerts, das Cathy Milliken für unseren Englischhornisten Dominik Wollenweber geschrieben hat.


    Besetzung

    Berliner Philharmoniker
    Sir Simon Rattle Dirigent
    Rinat Shaham Mezzosopran
    Dominik Wollenweber Englischhorn


    Programm

    Manuel de Falla
    El sombrero de tres picos (Der Dreispitz), Ballettmusik

    Rinat Shaham Mezzosopran

    Werkeinführung

    Pause

    Cathy Milliken
    why feather yellow, Konzert für Englischhorn und Orchester (Uraufführung), Kompositionsauftrag der Stiftung Berliner Philharmoniker

    Dominik Wollenweber Englischhorn

    Werkeinführung

    Leoš Janáček
    Taras Bulba, Rhapsodie für Orchester

    Werkeinführung


    Serviceinformationen

    Dauer ca. 1 Stunde und 45 Minuten (inkl. 20 Minuten Pause)


    Termine und Tickets


    Großer Saal

    28 bis 89 €

    Konzerteinführung
    19.15 Uhr
    mit Johannes David Wolff

    Abo D: Konzerte mit den Berliner Philharmonikern


    Großer Saal

    28 bis 89 €

    Konzerteinführung
    19.15 Uhr
    mit Johannes David Wolff

    Abo M: Konzerte mit den Berliner Philharmonikern


    Großer Saal

    28 bis 89 €

    Konzerteinführung
    18.15 Uhr
    mit Johannes David Wolff

    Abo C: Konzerte mit den Berliner Philharmonikern

    Hintergrund

    Musik mit geöffneten Fenstern
    Über Komponistin Cathy Milliken und ihr neues Werk »why feather yellow«

    Eine Frau steht vor einer mit Graffiti besprühten Stahlkonstruktion und blickt in die Kamera. Sie trägt dunkle Kleidung und stützt eine Hand auf ein Metallgeländer.
    Cathy Milliken | Bild: Annika Bauer

    Cathy Milliken ist nicht nur eine äußerst gefragte Oboistin und Komponistin, sie ist auch Initiatorin neuer Konzertformate und experimenteller Produktionsweisen. Grenzen aufzuheben, durchlässig zu machen, zwischen Komposition und Improvisation, Musiker*innen und Publikum – das ist eines der erklärten Ziele ihres musikalischen Wirkens.


    Englischhornist Dominik Wollenweber über »why feather yellow«
    Video

    Dominik Wollenweber über »why feather yellow«

    Video: Mascha Vannier

    »Ich spiele da Klänge, die ich noch nie zuvor gespielt habe«, sagt Englischhornist Dominik Wollenweber über das neue Konzert für Englischhorn von Cathy Milliken. Warum er sich darauf besonders freut, verrät er in diesem Video.


    Biografie

    Sir Simon Rattle

    Von frühester Kindheit an war Simon Rattle von Musik besessen. Mit vier Jahren fing er an, Schlagzeug zu lernen, später kamen Klavier und Geige hinzu, im Alter von 16 Jahren studierte er bereits an der Royal Academy of Music in London. Seine Zusammenarbeit mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra – zunächst als Erster Dirigent und künstlerischer Berater, dann als Musikdirektor – machte den gebürtigen Liverpooler berühmt. Bei seinem Debüt bei den Berliner Philharmonikern 1987 überzeugte er durch einen energiegeladenen Dirigierstil, seine künstlerischen Visionen und nicht zuletzt durch sein Charisma. 2002 wurde Simon Rattle Chefdirigent des Orchesters. 

    In seiner 16-jährigen Amtszeit stellte er mit den Musikerinnen und Musikern viele Weichen für die Zukunft, etwa durch die Gründung eines maßstabsetzenden Education-Programms – dessen erste Leiterin Cathy Miliken wurde. Auch das Repertoire des Orchesters wuchs unter seiner Leitung beträchtlich, sowohl um Werke der Alten wie der Neuen Musik. Zu den künstlerischen Höhepunkten dieser Jahre zählen neben symphonischen Zyklen von Sibelius, Mahler, Brahms, Schumann und Beethoven die von Peter Sellars inszenierten Aufführungen von Bachs Matthäus- und Johannes-Passion sowie die Einführung von Late Night-Konzerten. Auch nach dem Ende seiner Amtszeit bleibt Sir Simon Rattle – von 2017 bis 2023 Musikdirektor des London Symphony Orchestra und seit 2023/24 Chefdirigent von Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks – den Berliner Philharmonikern eng verbunden. 

    Rinat Shaham 

    Musik als dramatischer Zustand: Rinat Shaham wurde weltweit als »sensationelle Carmen« (The Independent) in Bizets gleichnamiger Oper gefeiert. Seit ihrem Rollendebüt 2004 beim Glyndebourne Festival sang sie die Partie in mehr als 45 Produktionen, darunter in Wien, Rom, Berlin, München, New York, Tel Aviv, Sydney sowie an zahlreichen Opernhäusern in den USA. Die israelische Mezzosopranistin begeistert allerdings auch als herausragende Interpretin des spätromantischen und modernen Repertoires von Mozart über Verdi bis hin zu Bernstein und Berio – mit einer konsequent von der bühnenmusikalischen Wirkung aus gedachten Gesangskunst, die auf einer psychologischen Durchdringung der Figuren basiert: »Die Menschen wollen die Opernsängerinnrn und -sänger nicht nur hören, sondern auch sehen. Deshalb werden schauspielerische Fähigkeiten wichtiger, ebenso wie das äußere Erscheinungsbild.« 

    Rinat Shaham, die aus einem musikalischen Elternhaus stammt und ihre Ausbildung in den USA am Curtis Institute of Music abschloss, wirkte als Judith in der Aufnahme von Bartóks Herzog Blaubarts Burg mit, die vom BBC Music Magazine als beste Operneinspielung ausgezeichnet wurde. Zudem sang sie Partien wie Mélisande (Pelléas et Mélisande) an der Staatsoper Unter den Linden, Rosina (Il barbiere di Siviglia) am Nationaltheater in Tokio und Blanche in Francis Poulencs Dialogues des Carmélites an der New York City Opera. Bei den Berliner Philharmonikern debütierte die Künstlerin im März 2011 als Page der Herodias in der konzertanten Aufführung von Richard Straussʼ Salome.

    Dominik Wollenweber

    »Der dunkle Klang des Englischhorns kommt vor allem in den lyrischen, melancholischen und nachdenklichen Momenten zum Einsatz«, sagt Dominik Wollenweber, den Claudio Abbado den »besten Englischhornisten aller Zeiten« nannte. »Der Klang des Instruments kommt aus dem Körper heraus. Englischhorn zu spielen, ist sehr physisch.« Der in München geborene Musiker, dessen Vater Englischhornist im Bayerischen Staatsorchester war, fand erst auf Umwegen zu seinem Instrument. Zunächst spielte Wollenweber Querflöte, bevor er bei Hagen Wangenheim an der Münchner Musikhochschule sowie bei Simon Dent am Richard-Strauss-Konservatorium ein Oboenstudium absolvierte. 

    Seine künstlerische Ausbildung setzte er dann als Stipendiat der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker bei Hansjörg Schellenberger fort. Bereits während dieser Zeit war Dominik Wollenweber Solooboist im Jugendorchester der Europäischen Union unter der Leitung von Claudio Abbado. Eine gute Voraussetzung, um 1993 das Probespiel für die vakante Stelle des Englischhornisten bei den Berliner Philharmonikern zu bestehen, in deren Konzerten Wollenweber seitdem mit einzigartigem Klang für atemberaubende Momente sorgte: »Meistens spiele ich erst dann, wenn alle anderen Musiker schweigen«. Neben seiner Orchestertätigkeit ist Wollenweber als Solist und Kammermusiker aktiv und widmet sich seit vielen Jahren auch dem Spiel der Barockoboe, unter anderem als Mitglied des Ensembles Berlin Prag. Außerdem war er Holzbläserdozent des Gustav Mahler Jugendorchesters und hat seit 2000 eine Gastprofessur an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin.

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