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1892 wurde Antonín Dvořák zum Direktor des New Yorker Musikkonservatoriums berufen – mit dem Auftrag, einen amerikanischen Nationalstil zu entwickeln. Seine Symphonie »Aus der Neuen Welt« fängt die Weite der Landschaft ein und schöpft aus den Klängen der indigenen und afroamerikanischen Bevölkerung. Als eigentlicher Vater der amerikanischen Musik gilt jedoch Charles Ives, dessen rätselhaftes Werk The Unanswered Question zu einem Meilenstein wurde. Lahav Shani dirigiert zudem Dmitri Schostakowitschs expressives Erstes Violinkonzert mit seinen Anklängen an jüdische Musik. Solist ist unser Erster Konzertmeister Daishin Kashimoto.
Besetzung
Berliner Philharmoniker
Lahav Shani Dirigent
Daishin Kashimoto Violine
Programm
Charles Ives
The Unanswered Question (revidierte Fassung von 1935)
Dmitri Schostakowitsch
Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 a-Moll op. 77
Daishin Kashimoto Violine
Pause
Antonín Dvořák
Symphonie Nr. 9 e-Moll op. 95 »Aus der Neuen Welt«
Serviceinformationen
Dauer ca. 2 Stunden (inkl. 20 Minuten Pause)
Großer Saal
27 bis 86 €
Konzerteinführung
19.15 Uhr
Abo H: Konzerte mit den Berliner Philharmonikern
Großer Saal
27 bis 86 €
Konzerteinführung
19.15 Uhr
Abo I: Konzerte mit den Berliner Philharmonikern
Großer Saal
27 bis 86 €
Konzerteinführung
18.15 Uhr
Abo K: Konzerte mit den Berliner Philharmonikern
Die Symphonie »Aus der Neuen Welt«, die »Amerikanische« Suite, das »Amerikanische« Quartett und viele weitere Werke schrieb Antonín Dvořák während seines zweieinhalbjährigen Aufenthalts in den USA. Es war eine ambivalente Zeit für den Komponisten: geprägt von Triumphen, von Begeisterung über neue Eindrücke, aber auch von Sehnsucht nach der böhmischen Heimat.
Kurz nach seinem Doppeldebüt als Dirigent und Pianist in Rotterdam wurde Lahav Shani im Jahr 2016 zum Leiter des dortigen Philharmonischen Orchesters berufen. In der Saison 2020 wurde er – nach Zubin Mehta – erst der zweite Musikdirektor des Israel Philharmonic Orchestra. Bereits im Alter von 16 Jahren hatte der 1989 in Tel Aviv geborene Lahav Shani hier sein Debüt als Solist in Tschaikowskys Erstem Klavierkonzert gegeben. Sein Klavierstudium begann er in seiner Heimatstadt bei Arie Vardi an der Buchmann-Mehta School of Music und studierte parallel Kontrabass, den er regelmäßig im Israel Philharmonic Orchestra spielte.
Anschließend setzte er seine Ausbildung bei Christian Ehwald (Dirigieren) und Fabio Bidini (Klavier) an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin fort und wurde zusätzlich von Daniel Barenboim als Mentor betreut. Mit dem Gewinn des Internationalen Gustav-Mahler-Dirigierwettbewerbs in Bamberg im Jahr 2013 gelang ihm der internationale Durchbruch. Heute gastiert Lahav Shani bei allen führenden Orchestern, darunter die Berliner Philharmoniker, bei denen er 2020 debütierte und die er 2021 als Einspringer für Kirill Petrenko im Silvesterkonzert dirigierte. Neben seiner Tätigkeit als Dirigent ist er regelmäßig als Pianist auf den internationalen Podien zu erleben. Ein weiterer Höhepunkt seiner Karriere wird 2026 die Übernahme der Leitung der Münchner Philharmoniker sein.
Mit nur 30 Jahren wurde Daishin Kashimoto 2009 Erster Konzertmeister der Berliner Philharmoniker: »Für mich ist es eine riesige Ehre, ein Teil dieses hervorragenden Orchesters zu sein.« Dabei tritt der in Japan, den USA und Deutschland aufgewachsene Geiger außerhalb seiner Orchestertätigkeit mindestens ebenso oft solistisch auf – mit dem NHK Symphony Orchestra Tokyo, dem Boston Symphony Orchestra, der Staatskapelle Dresden und vielen anderen, sowie natürlich immer wieder mit den Berliner Philharmonikern. Zudem ist er ein gefragter Kammermusiker, dessen breites Repertoire von Werken des Barock bis zur Musik der Gegenwart reicht. Im Alter von sieben Jahren wurde Daishin Kashimoto als jüngster Student des Instituts am Pre-College-Program der New Yorker Juilliard School of Music angenommen.
Elfjährig wechselte er an die Musikhochschule Lübeck zu Zakhar Bron, bevor er sein Studium bei Rainer Kussmaul in Freiburg fortsetzte, der damals Erster Konzertmeister der Berliner Philharmoniker war. Dass Kashimoto einmal zu seinen Nachfolgern gehören würde, war dennoch keine Selbstverständlichkeit: »Rainer Kussmaul hat mich nie in diese Position gedrängt, aber als klar wurde, dass ich mich bewerben würde, hat er mich sehr unterstützt.« Ein Glücksfall, denn »einen derart profilierten Konzertmeister, wie ihn die Berliner Philharmoniker mit Daishin Kashimoto zu bieten haben, wird man auch in anderen Spitzenorchestern selten finden« (Bayerischer Rundfunk).
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