Die großen Werke der klassischen Musik werden in Konzertsälen in aller Welt bejubelt. Da gerät leicht in Vergessenheit, dass sie zu ihrer Entstehungszeit oft hoch umstritten waren. Der Saisonschwerpunkt Kontrovers! zeigt, mit welch unterschiedlichen Konzepten Komponisten gegeneinander antraten. Unsere von Ensembles der Berliner Philharmoniker gestaltete Reihe liefert dazu die kammermusikalische Perspektive.
Spätestens seit dem Film Amadeus gelten Wolfgang Amadeus Mozart und Antonio Salieri als die berühmtesten Kontrahenten der Musikgeschichte. Der Clou des Films ist die Darstellung Salieris, der an der Überlegenheit Mozarts verzweifelt, während er in der Öffentlichkeit der weit erfolgreichere Komponist ist. Diesen Wettstreit stellt ein Programm nach, das mit Mozarts Hornquintett eine selten zu hörende Kostbarkeit präsentiert.
Es ist eigenartig: Brahms und Bruckner setzten sich beide entschieden für die spätromantische Symphonie ein – und waren doch Antipoden. Hier begegnen sie sich in Werken für Streichquintett. Ungünstig für den Nachruhm konnte es sein, wenn man sich in der heillos zerstrittenen Musikszene dieser Epoche keinem Lager zuordnen wollte, wie der heute fast vergessene Joachim Raff. Dessen Bläser-Sinfonietta ist mit ihren delikaten Melodien eine spannende Entdeckung.
Mit einem weiteren Werk von Brahms beleuchten wir die Pariser Musikszene, wo die französischen Komponisten am Ende des 19. Jahrhunderts alle Mühe hatten, sich gegen das deutsche Repertoire durchzusetzen. Mit jungen Talenten wie Maurice Ravel gelang eine Gegenbewegung.
Auch in der Szene der modernen Musik gab es immer wieder Streit. So hielt Dmitri Schostakowitsch – Großmeister der ungefilterten Expressivität – die Zwölftonmusik Arnold Schönbergs für »engstirnigen Dogmatismus«. Zwei Konzerte der Reihe verdeutlichen neben den offensichtlichen Unterschieden der Tonsprachen, dass sich beide Komponisten in ihrer Neigung zu biografisch geprägter Musik auch ähneln konnten. Dafür steht Schönbergs Streichtrio, in dem eine Nahtod-Erfahrung verarbeitet wird, ebenso wie Schostakowitschs Achtes Streichquartett, das Erfahrungen mit Krieg und Stalinismus reflektiert.
Kammermusiksaal
Berliner Philharmoniker Ensembles
Pangaea Trio Berlin:
Marlene Ito Violine
Uladzimir Sinkevich Violoncello
Yannick Rafalimanana Klavier
Angelo de Leo Violine
Amihai Grosz Viola
Werke von
Dmitri Schostakowitsch, Maurice Ravel und Johannes Brahms
Dmitri Schostakowitsch
Klaviertrio Nr. 1 c-Moll op. 8
Maurice Ravel
Klaviertrio a-Moll
Pause
Johannes Brahms
Klavierquintett f-Moll op. 34
Kammermusiksaal
Berliner Philharmoniker Ensembles
Johanna Pichlmair Violine
Rachel Schmidt Violine
Tobias Reifland Viola
Kyoungmin Park Viola
Moritz Huemer Violoncello
László Gál Horn
Werke von
Wolfgang Amadeus Mozart und Antonio Salieri
Wolfgang Amadeus Mozart
Adagio und Fuge c-Moll KV 546
Antonio Salieri
Vier Scherzi strumentali di stile fugato für Streichquartett
Wolfgang Amadeus Mozart
Hornquintett Es-Dur KV 407
Antonio Salieri
Fuge für Streichquartett
Wolfgang Amadeus Mozart
Streichquintett Nr. 3 C-Dur KV 515
Kammermusiksaal
Varian Fry Quartett:
Philipp Bohnen Violine
Christoph von der Nahmer Violine
Martin von der Nahmer Viola
Knut Weber Violoncello
Anna Prohaska Sopran
Werke von
Wolfgang Amadeus Mozart, Dmitri Schostakowitsch und Arnold Schönberg
Wolfgang Amadeus Mozart
Fünf vierstimmige Fugen aus Bachs Wohltemperiertem Klavier, Teil 2, KV 405
Dmitri Schostakowitsch
Streichquartett Nr. 8 c-Moll op. 110
Pause
Arnold Schönberg
Streichquartett Nr. 2 fis-Moll mit Sopran-Solo op. 10
Anna Prohaska Sopran
Kammermusiksaal
Ensemble Wien-Berlin:
Karl-Heinz Schütz Flöte
Jonathan Kelly Oboe
Gerald Pachinger Klarinette
Richard Galler Fagott
Stefan Dohr Horn
Mitglieder der Berliner Philharmoniker
Jelka Weber Flöte
Christoph Hartmann Oboe
Andraž Golob Klarinette
Václav Vonášek Fagott
Paula Ernesaks Horn
Werke von
Wolfgang Amadeus Mozart, Luciano Berio, Vinko Globokar und Joachim Raff
Wolfgang Amadeus Mozart
Serenade c-Moll KV 388 »Nacht Musique«
Luciano Berio
Opus Number Zoo (Fassung für Bläserquintett)
Pause
Vinko Globokar
Avgustin, dober je vin
Joachim Raff
Sinfonietta op. 188
| Preisgruppe | Block/Reihe | Preis |
|---|---|---|
| 1 |
A
D
E
|
156 € |
| 2 |
B
C
F
Behindertenloge 1 |
90 € |