Das Varian Fry Quartett mit Mozart, Schostakowitsch und Schönberg

Vier männliche Musiker stehen im Frack, teils in weißem Hemd von weißen Säulen. Sie haben ihre Instrumente in der Hand, zwei Geigen, eine Bratsche und ein Cello.
Varian Fry Quartett | Bild: Markus Weidmann
Anna Prohaska mit dunklem, gestyltem Haar und schwarzem Outfit posiert selbstbewusst vor einem schlichten grauen Hintergrund.
Anna Prohaska | Bild: Marco Borggreve

    Konzertinformationen


    Info

    In seinem expressiven Zweiten Streichquartett verarbeitete Arnold Schönberg eine schwere Ehekrise. Eine Sopranstimme mit Texten von Stefan George, interpretiert von Anna Prohaska, verleiht dem Werk zusätzliche Intensität. Schönbergs jüngerer Kollege Dmitri Schostakowitsch schrieb sein schmerzvolles Streichquartett Nr. 8 unter dem Eindruck des zerbombten Dresden als Fanal gegen Krieg und Faschismus. Eröffnet wird das Konzert des Varian Fry Quartetts mit Mozart. Dieser machte im Haus eines Barock-Fans die Bekanntschaft mit den Klavierfugen Bachs. Fasziniert von ihrer strengen Schönheit, richtete er einige davon für Streichquartett ein. 


    Besetzung

    Varian Fry Quartett:
    Philipp Bohnen Violine
    Christoph von der Nahmer Violine
    Martin von der Nahmer Viola
    Knut Weber Violoncello

    Anna Prohaska Sopran


    Programm

    Wolfgang Amadeus Mozart
    Fünf vierstimmige Fugen aus Bachs Wohltemperiertem Klavier, Teil 2, KV 405

    Dmitri Schostakowitsch
    Streichquartett Nr. 8 c-Moll op. 110

    Pause

    Arnold Schönberg
    Streichquartett Nr. 2 fis-Moll mit Sopran-Solo op. 10

    Anna Prohaska Sopran


    Serviceinformationen

    Dauer ca. 2 Stunden (inkl. 20 Minuten Pause)


    Termine und Tickets


    Kammermusiksaal

    12 bis 31 €

    Konzerteinführung
    19.30 Uhr
    mit Janin Janke

    Abo Q: Berliner Philharmoniker Ensembles

    Philharmonische Kammermusik im Abo

    6 Konzerte ab 90 Euro

    Hintergrund

    Im Großen wie im Kleinen
    Die Kammermusiktradition der Berliner Philharmoniker 

    Ein blaues, kreisförmiges Muster mit konzentrischen Ringen strahlt auf einem hellblauen Hintergrund nach außen und erinnert an Wellen im Wasser oder an die Visualisierung einer Schallwelle.
    Aus der Kunstdruck-Reihe Philharmonic Prints | Bild: Scholz & Friends Berlin

    Kammermusik bedeutet Dialog auf Augenhöhe und als Gruppe eine gemeinsame künstlerische Identität zu entwickeln. Kein Wunder, dass die Mitglieder der Berliner Philharmoniker sich leidenschaftlich gern dieser Kunst widmen. Die Bratschistin Julia Gartemann und der Cellist Knut Weber berichten von ihren Erfahrungen.


    Biografie

    Varian Fry Quartett

    Kammermusik zu machen, ist für die Mitglieder der Berliner Philharmoniker Herzenssache – und fester Teil der Orchestertradition. Aus diesem Grund gründete der Geiger Philipp Bohnen zusammen mit drei weiteren Kolleg*innen in der Spielzeit 2012/13 das Varian Fry Quartett. Den Namen für ihr Ensemble fanden sie quasi um die Ecke der Philharmonie: Wenige Meter entfernt heißt eine Straße nach dem amerikanischen Journalisten und Freiheitskämpfer Varian Fry, der unter anderem Hannah Arendt, Klaus Mann, Marc Chagall und Bohuslav Martinů vor den Nationalsozialisten gerettet hat. Der Grundstein für die erfolgreiche Formation wurde bereits in der Spielzeit 2007/08 gelegt: Damals fanden drei der vier Mitglieder als Stipendiaten der Karajan-Akademie zum Quartett-Spiel zusammen. Sie entdeckten die Freude am gemeinsamen Musizieren in der Königsdisziplin der Kammermusik. 

    Inspiriert durch Unterrichtsstunden bei Mitgliedern des berühmten Philharmonia Quartetts, das bis 2018 zu den führenden Kammermusikensembles der Berliner Philharmoniker zählte, entstand der Wunsch, selbst in einem festen Streichquartett zu musizieren. »Im Quartett trägt jeder eine andere Art der musikalischen Verantwortung als im Orchester – das macht das Musizieren aktiver und beweglicher«, meint Philipp Bohnen. »Diese Energie nehmen wir mit ins Orchester. Und umgekehrt profitieren wir als Kammermusiker von den Klangvorstellungen, die wir dort entwickeln.« Im April 2013 gab das Varian Fry Quartett sein erstes öffentliches Konzert im Rahmen der Osterfestspiele in Baden-Baden – mit großem Erfolg. Inzwischen tritt das Ensemble deutschlandweit sowie international auf; unter anderem gastierte es bislang in Paris, New York, Los Angeles, Luxemburg, Shanghai und Japan.

    Anna Prohaska

    »Man könnte sich restlos verlieren im Klang ihres natürlich fließenden, lyrischen Soprans. Doch dessen Schönheit ist im besten Sinne nur ein Nebenaspekt von Prohaskas bezwingender Darstellung« (Hamburger Abendblatt). Anna Prohaska entstammt väterlicherseits einer alteingesessenen Wiener Musikerfamilie und wurde in Neu-Ulm geboren. Ab dem sechsten Lebensjahr wuchs sie im Wiener Bezirk Hietzing in jener Villa auf, in der Johann Strauss Die Fledermaus komponierte. Die Sängerin studierte an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin und debütierte als 18­Jährige an der Komischen Oper Berlin. Mit 20 war sie erstmals an der Staatsoper Unter den Linden zu hören, deren Ensemblemitglied sie mehrere Jahre war und der sie trotz ihrer internationalen Karriere bis heute verbunden ist. 

    Die Sopranistin, die für ihr silbern glänzendes Timbre und ihre berührende Ausdruckskraft gefeiert wird, gastiert regelmäßig an den führenden Opernhäusern und Konzertsälen der Welt. Sie verfügt über ein außergewöhnlich breites Repertoire von Monteverdi bis zu Uraufführungen und arbeitet dabei mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Philippe Jordan oder Sir Simon Rattle und Orchestern wie dem Los Angeles Philharmonic Orchestra, dem London Symphony Orchestra, den Berliner und Wiener Philharmonikern zusammen. »Die Hauptsache ist, dass man seiner eigenen Klangvorstellung treu bleibt«, beschreibt die Koloratursopranistin die unterschiedlichen Anforderungen von Epochen und musikalischen Partnern.

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