27. August bis 19. September 2022

Musikfest Berlin

Die Welt zu Gast

Berliner und internationale Spitzenkräfte, dazu eine beeindruckende programmatische Vielfalt: All das prägt das Musikfest Berlin 2022. Aus den USA sind etwa das Philadelphia und das Cleveland Orchestra dabei, aber auch eine 500 Jahre alte koreanische Zeremonie mit Musik, Tanz und Kostümen ist zu erleben.

Das Musikfest Berlin ist gleichermaßen eine Berliner wie eine internationale Institution. Wie in jedem Jahr treten hier auch 2022 die großen Orchester und Chöre Berlins auf, ebenso sind Ensembles aus den USA, Belgien, Georgien, Großbritannien, Italien, Korea und den Niederlanden zu Gast. Insgesamt 32 Klangkörper und eine Vielzahl an Solistinnen und Solisten aus Berlin und aller Welt präsentieren im diesjährigen Festivalprogramm 26 Konzerte mit über 50 Werken von rund 40 Komponistinnen und Komponisten. Dabei treffen Repertoire-Klassiker von Beethoven, Mahler, Sibelius und Schostakowitsch auf ausgewählte Raritäten – etwa auf die Erste Symphonie von Florence Price. Yannik Nézet-Séguin und das Philadelphia Orchestra präsentieren das von Spiritual-An-klängen und Jazzharmonik geprägte Werk der afroamerikanischen Komponistin, die sich ab den 1930er-Jahren in Zeiten struktureller Geschlechter- und Rassendiskriminierung in den USA erfolgreich einen Namen machte.

27 Konzerte mit 32 Klangkörpern und über 50 Werken von rund 40 Komponistinnen und Komponisten

Mit Musik der jüngeren Vergangenheit und der Gegenwart sind natürlich auch die Berliner Philharmoniker beim Musikfest Berlin vertreten. So dirigiert Thomas Adès, selbst prominenter Komponist, ein Programm mit herb-klangsinnlicher Musik unserer Zeit. Chefdirigent Kirill Petrenko hingegen nimmt expressive Werke der Nachkriegs-Avantgarde in den Fokus, die sich gegen Unrecht und Unterdrückung wenden – ein Thema von verstörend anhaltender Aktualität.

Weiterhin spielt das von Lahav Shani dirigierte Rotterdams Philharmonisch Orkest die Zweite Symphonie des Mahler-Verehrers Willem Pijper, der zu den bedeutendsten niederländischen Komponisten des 20. Jahrhunderts zählt. Igor Levit, Antonio Pappano sowie Chor und Orchester der Accademia Nazionale di Santa Cecilia widmen sich Ferruccio Busonis Klavierkonzert: eine gewaltige Chorsymphonie mit obligatem Klavier, die aufgrund ihres aufführungstechnischen Aufwands sehr selten im Konzertsaal erklingt.

Mehrere runde Geburtstage, von Sofia Gubaidulina, Wolfgang Rihm, Kaija Saaria-ho, Gerald Barry und Unsuk Chin, werden im Programm vieler Ensembles berücksichtigt – etwa in dem des nach acht Jahren wieder in Berlin gastierenden Cleveland Orchestra unter Leitung von Franz Welser-Möst. Für besondere Akzente sorgen Werke von Bernd Alois Zimmermann, Iannis Xenakis und Jazzlegende Charles Mingus, der wie Xenakis vor 100 Jahren geboren wurde.

Beethovens Missa solemnis, Monteverdis Marienvesper und ein 24-stündiges Offizium

John Eliot Gardiners Aufführung von Beethovens Missa solemnis mit seinem Monteverdi Choir und Orchestre Révolutionnaire et Romantique wird im Festivalprogramm von weiterer Sakralmusik flankiert. Neben Claudio Monteverdis Marienvesper mit Philippe Herreweghes Collegium Vocale Gent sowie Psalmenvertonungen von Heinrich Schütz, William Byrd und Orlando Gibbons mit dem Rias Kammerchor Berlin erklingt auch ein 24-stündiges Offizium in der Kirche am Hohenzollernplatz – mit Werken von der Gregorianik bis zu Thomas Tallis, unter anderem mit dem Ensemble sirventes berlin, dem georgischen Chor Basiani, dem Tenebrae Choir aus London und dem Staats- und Domchor Berlin.

Das National Gugak Center aus Seoul schließlich präsentiert im Rahmen seiner Deutschland-Tournee die 500 Jahre alte königlich-rituelle Ahnenmusik Jongmyo Jerye-ak der Joseon-Dynastie. Die konfuzianische Zeremonie, ein einzigartiges Zusammenspiel aus Musik, Tanz und Kostümen, wurde 2001 in die repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen.

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