Berliner Philharmoniker EnsemblesBeethoven und Mendelssohn

Konzertinformationen


Info

Unsere Reihe Berliner Philharmoniker Ensembles steht in dieser Saison im Zeichen von Ludwig van Beethoven, dessen Todestag sich 2027 zum 200. Mal jährt. Seine »Große Fuge« ist von überwältigender Modernität und Ausdruckskraft – was Beethovens Zeitgenossen einigermaßen überforderte. Nicht so Felix Mendelssohn: Kurz nach Beethovens Tod komponierte der 18-Jährige sein Opus 13, in dem er mehrfach auf Musik seines großen Vorbilds anspielt, darunter die »Große Fuge«. Zur Eröffnung des Programms zeigt sich Beethoven von seiner humorvollen Seite – mit der Serenade D-Dur und dem Duett mit zwei obligaten Augengläsern.


Besetzung

Noah Bendix-Balgley Violine
Hande Küden Violine
Diyang Mei Viola
Knut Weber Violoncello


Programm

Ludwig van Beethoven
Serenade für Streichtrio D-Dur op. 8

Ludwig van Beethoven
Duo für Viola und Violoncello »Duett mit zwei obligaten Augengläsern« Es-Dur WoO 32

Ludwig van Beethoven
Große Fuge für Streichquartett B-Dur op. 133

Pause

Felix Mendelssohn Bartholdy
Streichquartett a-Moll op. 13


Serviceinformationen

Dauer ca. 2 Stunden und 15 Minuten (inkl. 20 Minuten Pause)


Termine und Tickets


Kammermusiksaal

12 bis 32 €

Konzerteinführung
19.15 Uhr
mit Janin Janke

Abo Q: Berliner Philharmoniker Ensembles

Hintergrund

Den Titan im Nacken
Beethoven und seine Nachfolger

Eine Nahaufnahme einer Statue aus weißem Marmor, die einen bärtigen Mann darstellt, der einen Stab oder Speer hält, mit einer weiteren verschwommenen Gestalt im Vordergrund, alles vor einem hellen Hintergrund.

Ludwig van Beethoven war für spätere Komponisten sowohl Inspiration als auch Herausforderung. Wie konnte man es auch nur wagen, sich an jemandem zu messen, der solch vollendete Symphonien, Streichquartette und Klaviersonaten hinterlassen hatte? Unsere Serie Berliner Philharmoniker Ensembles blickt auf ein ambivalentes Verhältnis von Vorbild und Nachfolgern.


Biografie

Noah Bendix-Balgley

Noah Bendix-Balgley ist es wichtig, bei seinem Spiel »Gedanken und Emotionen mit anderen Musikern und dem Publikum zu teilen«. Damit ist sein künstlerisches Credo umrissen: einen Klang zu erzeugen, der nicht nur schön, sondern auch ausdrucksstark ist und eine substanzielle Verbindung mit den Zuhörerinnen und Zuhörern schafft. Der aus North Carolina stammende Geiger war von 2011 bis 2015 Erster Konzertmeister des Pittsburgh Symphony Orchestra, bevor er in gleicher Funktion zu den Berliner Philharmonikern wechselte. 

Neben dieser Tätigkeit tritt Noah Bendix-Balgley als Solist mit führenden Orchestern in aller Welt auf – natürlich auch in Konzerten der Berliner Philharmoniker. Als leidenschaftlicher Kammermusiker spielt er in mehreren festen Ensembles, etwa im Trio mit dem Pianisten Robert Levin und dem Cellisten Peter Wiley sowie im genreübergreifenden Septett Philharmonix mit Mitgliedern der Berliner und Wiener Philharmoniker. Als begeisterter Interpret traditioneller Klezmer-Musik ist Noah Bendix-Balgley mit weltberühmten Klezmer-Ensembles wie Brave Old World aufgetreten, er hat bei Workshops in ganz Europa und den Vereinigten Staaten unterrichtet und komponierte das Klezmer-Violinkonzert Fidl-Fantazye, das im April 2023 in der Philharmonie Berlin zu hören war.

Hande Küden

Tischtennisprofi oder Geigerin? Hande Küden, die als Jugendliche auf beiden Gebieten sehr erfolgreich war, entschied sich für die Laufbahn als Geigerin – weil sie als Profisportlerin immer einen Gegner schlagen muss. Musik hingegen, so die Geigerin, basiere auf Kooperation, nicht auf Gegnerschaft. Die Leidenschaft für ihr Instrument entdeckte sie im Alter von acht Jahren und setzte sich dabei gegen ihre Mutter durch, die sie zum Klavier überreden wollte. Mit neun Jahren studierte die aus dem türkischen Adana stammende Geigerin bereits am Staatskonservatorium der Universität Çukurova bei Dania Kainova. Sie gewann Erste Preise bei den nationalen Violinwettbewerben Gülden Turalı und Necdet Remzi Atak. 

2012 ging sie nach Berlin zu Stephan Picard an die Hochschule für Musik Hanns Eisler und wechselte 2015 zu Tabea Zimmermann, bei der sie Violine und Bratsche studierte. Weitere musikalische Impulse erhielt sie in Meisterkursen bei Dora Schwarzberg, Natalia Prischepenko, Salvatore Accardo, Haim Taub und Kolja Blacher. Ihre Ausbildung zur Orchestermusikerin komplettierte sie als Ferenc-Fricsay-Stipendiatin des Deutschen Symphonie-Orchesters und als Akademistin der Karajan-Akademie. Bevor sie 2019 zu den Berliner Philharmonikern kam, war sie seit 2016 stellvertretende Konzertmeisterin im Deutschen Symphonie-Orchester Berlin. Neben ihrer Arbeit im Orchester sowie als Solistin und Kammermusikerin unterrichtet sie an der Hochschule für Künste Bremen.

Diyang Mei

Vom chinesischen Hunan über München nach Berlin: Als Diyang Mei, gefragter Solist und Kammermusikpartner von Künstlern wie András Schiff, Ana Chumachenco, Sabine Meyer und Christoph Prégardien, im Oktober 2022 Solobratscher der Berliner Philharmoniker wurde, ging für ihn ein Kindheitstraum in Erfüllung. Nachdem er die Berliner Philharmoniker und Herbert von Karajan erstmals im Fernsehen erlebt hatte, wollte er bereits als Zehnjähriger Mitglied des Orchesters werden. Damals studierte Mei noch am Zentralen Konservatorium in Peking und hatte die Geige gerade gegen den dunklen Klang der Viola eingetauscht: »Die Bratsche bietet ihren Spieler*innen wunderbare Möglichkeiten, einen eigenen Klang zu entwickeln – weil es für das Instrument keine bestimmte Größe und Mensuren gibt. Daher gibt sie uns die Freiheit, eine eigene Art des Spiels und der Tongebung zu entdecken.«. 

2014 zog Mei nach Deutschland, um seine Ausbildung zunächst an der Hochschule für Musik und Theater München bei Hariolf Schlichtig und später bei Nobuko Imai an der Kronberg Academy fortzusetzen. 2018 hatte er dann beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD Erfolg: mit dem ersten Preis im Fach Bratsche, dem Publikumspreis sowie mehreren Sonderpreisen. Kurz darauf wurde Diyang Mei Solobratscher bei den Münchner Philharmonikern, bevor er in gleicher Position zu den Berlinern wechselte: »Mich begeisterte die Atmosphäre von Anfang an sehr: die Offenheit und die Kooperationsbereitschaft der Musikerinnen und Musiker, das transparente und kammermusikalische Musizieren.«

Knut Weber 

Knut Weber gehört seit 1998 zur Cellogruppe der Berliner Philharmoniker und somit auch zum Ensemble der berühmten 12 Cellisten. Zu seinem Instrument fand er im Alter von fünf Jahren, als er den Freund seiner älteren Schwester Cello spielen hörte. Ihm gefielen vor allem die dunklen, tiefen Tönen und er wusste sofort: »Das ist mein Instrument!« Seine musikalische Ausbildung erhielt er zunächst bei Miloš Mlejnik, später beim Alban Berg Quartett und Claus Kanngiesser in Köln sowie bei Wolfgang Boettcher in Berlin. Weitere wichtige künstlerische Impulse verdankt er William Pleeth, Heinrich Schiff, Sigfried Palm und Bernard Greenhouse.

Der Preisträger zahlreicher Wettbewerbe war Stipendiat und Solocellist des Gustav Mahler Jugendorchesters und später Gründungsmitglied des Mahler Chamber Orchestra, ehe er – gerade 23-jährig – zu den Berliner Philharmonikern kam. Neben der Orchestertätigkeit konzertiert der Cellist auch als Solist. Ein Schwerpunkt seiner musikalischen Tätigkeit bildet außerdem die Kammermusik. Er war Partner von Nelson Freire, Mitsuko Uchida und vielen Solisten seines Orchesters wie Daishin Kashimoto, Noah Bendix-Balgley oder Emmanuel Pahud. Als Mitglied der 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker, der Philharmonischen Stradivari-Solisten und des Philharmonischen Klavierquartetts Berlin tritt Knut Weber regelmäßig in Europa, Asien und den USA auf. Zudem arbeitet er als Dozent und Solist mit Jugendorchestern zusammen.

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