Konzertinformationen


Info

Antonio Salieri genießt in der Musikwelt keinen guten Ruf: Als neidischer Widersacher Mozarts soll er ihn – so eine jahrhundertealte Legende – sogar vergiftet haben. Auch Miloš Formans Film Amadeus zeigt Salieri als mittelmäßigen, intriganten Komponisten. Dabei war er zu Lebzeiten überaus erfolgreich, noch dazu ein liebenswürdiger Mensch. Aber ist sein Schaffen dem Mozarts ebenbürtig? Finden Sie es heraus! Mitglieder der Berliner Philharmoniker stellen zwei Streichquartette Salieris Kammermusikwerken Mozarts gegenüber, darunter das herrliche Hornquintett. Ein spannendes Hörerlebnis zwischen Mythos und Wahrheit.


Besetzung

Johanna Pichlmair Violine
Rachel Schmidt Violine
Tobias Reifland Viola
Kyoungmin Park Viola
Moritz Huemer Violoncello
László Gál Horn


Programm

Wolfgang Amadeus Mozart
Adagio und Fuge c-Moll KV 546

Antonio Salieri
Vier Scherzi strumentali di stile fugato für Streichquartett

Wolfgang Amadeus Mozart
Hornquintett Es-Dur KV 407

Antonio Salieri
Fuge für Streichquartett

Wolfgang Amadeus Mozart
Streichquintett Nr. 3 C-Dur KV 515


Serviceinformationen

Dauer ca. 2 Stunden (inkl. 20 Minuten Pause)



Kammermusiksaal

12 bis 31 €

Konzerteinführung
19.30 Uhr

Abo Q: Berliner Philharmoniker Ensembles

Salieri contra Mozart?
Mythos und Wahrheit einer Rivalität 

Mozart und Salieri in dunkler Kleidung sitzen in einem schwach beleuchteten Raum. Mozart spielt ernst Klavier, während Salieri an einem Tisch sitzt, intensiv Mozart anstarrt und ein Blatt Papier in der Hand hält. Daneben stehen Essens- und Weingläser.
Mozart und Salieri | Bild: Mikhail Vrubel (Zeichner), Wikimedia Commons

Antonio Salieri genießt in der Musikwelt keinen guten Ruf: Er sei ein mittelmäßiger Komponist gewesen und er habe sogar versucht, seinen Widersacher Wolfgang Amadeus Mozart zu vergiften. Dabei war Salieri zu Lebzeiten überaus erfolgreich, noch dazu ein liebenswürdiger Mensch. Aber ist sein Schaffen dem Mozarts ebenbürtig? Anfang März bietet ein Kammermusikkonzert mit Mitgliedern der Berliner Philharmoniker die Gelegenheit, sich selbst ein Bild zu machen. 


Im Großen wie im Kleinen
Die Kammermusiktradition der Berliner Philharmoniker 

Ein blaues, kreisförmiges Muster mit konzentrischen Ringen strahlt auf einem hellblauen Hintergrund nach außen und erinnert an Wellen im Wasser oder an die Visualisierung einer Schallwelle.
Aus der Kunstdruck-Reihe Philharmonic Prints | Bild: Scholz & Friends Berlin

Kammermusik bedeutet Dialog auf Augenhöhe und als Gruppe eine gemeinsame künstlerische Identität zu entwickeln. Kein Wunder, dass die Mitglieder der Berliner Philharmoniker sich leidenschaftlich gern dieser Kunst widmen. Die Bratschistin Julia Gartemann und der Cellist Knut Weber berichten von ihren Erfahrungen.


Biografie

Johanna Pichlmair

Johanna Pichlmair begann mit sechs Jahren Geige zu spielen und wurde bis zum Beginn ihres Studiums von Alexandra Rappitsch unterrichtet. Ihr Studium führte sie an das Mozarteum Salzburg zu Igor Ozim sowie nach Berlin an die Hochschule für Musik Hanns Eisler zu Antje Weithaas und Feng Ning und an die Universität der Künste zu Nora Chastain. Von 2014 bis 2016 war sie Stipendiatin der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker und ergänzte ihre Ausbildung durch Meisterkurse bei Künstlern wie Pinchas Zukerman, Lewis Kaplan und Eberhard Feltz. 2017 trat sie ihre erste Stelle beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks an; seit März 2020 ist sie Mitglied der Ersten Violinen der Berliner Philharmoniker.

Rachel Schmidt

Rachel Schmidt stand schon mit zwölf Jahren als Solistin mit dem Philharmonischen Staatsorchester Bremen auf der Bühne. Ab 1988 war sie Jungstudentin an den Musikhochschulen in Hamburg, Lübeck und Saarbrücken, anschließend studierte sie von 1991 bis 1995 bei Valery Klimov an der Hochschule des Saarlandes sowie von 1998 bis 2000 bei Thomas Brandis an der Hochschule der Künste Berlin. Gefördert wurde sie von der Studienstiftung des deutschen Volkes, der Stiftung Villa Musica und der Deutschen Stiftung Musikleben. Seit 2001 ist Rachel Schmidt Mitglied der Zweiten Violinen der Berliner Philharmoniker und musiziert regelmäßig in Kammermusikensembles wie dem Scharoun Ensemble Berlin und dem Brahms Ensemble Berlin.

Tobias Reifland

Tobias Reifland spielt seit seinem siebten Lebensjahr Bratsche, für die er sich wegen ihres dunklen, warmen Klangs entschieden hat. Er studierte an der Musikhochschule Frankfurt und schloss seine Ausbildung an der Musikhochschule München bei Roland Glassl ab. Weitere musikalische Impulse erhielt er an der Kronberg Academy, der Detmolder Sommerakademie und an der Accademia Musicale di Chigiana in Siena sowie in Meisterkursen von Atar Arad, Barbara Westphal und Tabea Zimmermann. Der gebürtige Stuttgarter war zunächst Solobratscher des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, ehe er 2022 Mitglied der Berliner Philharmoniker wurde.

Kyoungmin Park 

Kyoungmin Park begann im Alter von sechs Jahren Geige zu spielen, wechselte jedoch als Elfjährige zur Bratsche – weil sie sich zu deren dunklen Klang hingezogen fühlte. 2003 kam die Südkoreanerin zum Studium nach Wien, 2008 ging sie nach Berlin, wo sie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler zunächst bei Walter Küssner, später bei Tabea Zimmermann studierte. Darüber hinaus besuchte sie Meisterkurse bei Wilfried Strehle, dem ehemaligen Solobratscher der Berliner Philharmoniker, der sie mit dem Klangideal des Orchesters vertraut machte. Seit 2018 ist sie Mitglied der Berliner Philharmoniker. Kyoungmin Park spielt auf einer Viola von Patrick Robin, Angers 2012, aus dem Besitz der Deutschen Stiftung Musikleben. 

Moritz Huemer

Moritz Huemer erhielt bereits mit fünf Jahren seinen ersten Cellounterricht bei Josef Hofer an der Liechtensteinischen Musikschule. Von 2015 bis 2018 war er Jungstudent bei Rafael Rosenfeld an der Musik-Akademie Basel. Sein Bachelorstudium absolvierte er bei Wolfgang Emanuel Schmidt in Weimar, den Master bei Jens Peter Maintz an der Universität der Künste Berlin. Zusätzliche künstlerische Impulse gewann er in Meisterkursen bei Thomas Grossenbacher und David Geringas. Von 2022 bis 2024 war Moritz Huemer Stipendiat der Karajan-Akademie. Seine erste Stelle führte ihn als stellvertretenden Solocellisten an die Komische Oper Berlin, bevor er im Mai 2025 in die Cellogruppe der Berliner Philharmoniker wechselte – und damit auch zu den 12 Cellisten.

László Gál 

László Gál stammt aus einer Musikerfamilie. Sowohl sein Vater und als auch sein Großvater waren Solohornisten in Budapester Orchestern. Schon früh wusste er, dass er Horn lernen und Orchestermusiker werden will. 2015 kam László Gál nach Berlin, um an der Universität der Künste bei Christian Friedrich Dallmann zu studieren. Anschließend besuchte er die Orchesterakademie der Staatskapelle Berlin und sammelte in der Staatskapelle am dritten Horn erste Orchestererfahrung, ehe er im Mai 2022 die Stelle bei den Berliner Philharmonikern erhielt, einem Orchester, dem er sich schon von klein auf verbunden fühlt.