Ein tschechischer Abend mit Jakub Hrůša

Eine Frau mit gewelltem braunem Haar spielt auf einer Geige, die Augen sanft und konzentriert geschlossen. Sie trägt ein schwarzes Oberteil und steht vor einem neutralen, unscharfen Hintergrund.
Julia Fischer | Bild: Uwe Arens
Jakub Hrůša mit Brille und dunklem Anzug blickt mit einem leichten Lächeln in die Kamera. Er steht in einer Innenumgebung mit sanftem Licht und unscharfem Hintergrund.
Jakub Hrůša | Bild: Marian Lenhard

    Konzertinformationen


    Tickets


    Info

    Jakub Hrůša dirigiert drei Werke, die die spezifische Tonalität der tschechischen Musik mit der Klangsprache des 20. Jahrhunderts verbinden: Bohuslav Martinů erinnert in seiner Ersten Symphonie, 1942 im amerikanischen Exil geschrieben, mit traditionellen Volksmelodien und Tanzrhythmen an seine verlorene Heimat, zugleich feiert er den Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Die sehnsuchtsvolle Suita rustica seiner Schülerin Vítězslava Kaprálová basiert auf folkloristischen Themen, und auch Josef Suks leidenschaftliche Fantasie für Violine und Orchester mit Julia Fischer als Solistin ist von unverkennbar tschechischer Musik beeinflusst.


    Besetzung

    Berliner Philharmoniker
    Jakub Hrůša Dirigent
    Julia Fischer Violine


    Programm

    Vítězslava Kaprálová
    Suita rustica op. 19

    Werkeinführung

    Josef Suk
    Fantasie für Violine und Orchester g-Moll op. 24

    Julia Fischer Violine

    Werkeinführung

    Pause

    Bohuslav Martinů
    Symphonie Nr. 1 H. 289

    Werkeinführung


    Serviceinformationen

    Dauer ca. 2 Stunden (inkl. 20 Minuten Pause)


    Termine und Tickets


    Großer Saal

    27 bis 86 €

    Konzerteinführung
    19.15 Uhr
    mit Meike Pfister

    Abo F: Konzerte mit den Berliner Philharmonikern


    Großer Saal

    27 bis 86 €

    Konzerteinführung
    19.15 Uhr
    mit Meike Pfister

    Abo M: Konzerte mit den Berliner Philharmonikern


    Großer Saal

    27 bis 86 €

    Konzerteinführung
    18.15 Uhr
    mit Meike Pfister

    Abo C: Konzerte mit den Berliner Philharmonikern

    Hintergrund

    Zu früh verstummt
    Die Komponistin Vítězslava Kaprálová

    Eine Frau mit kurzem, dunklem Haar trägt einen Smoking und eine Fliege, steht mit voreinander verschränkten Händen da und blickt in die Kamera vor einem einfarbigen Hintergrund in einer sepiafarbenen Fotografie.
    Vítězslava Kaprálová | Bild: Mit freundlicher Genehmigung des Muzeum města Brna

    Die Liste vielversprechender Komponist*innen, deren Schaffen durch einen vorzeitigen Tod ein jähes Ende fand, ist bedauerlich umfangreich. Dazu zählt auch Vítězslava Kaprálová, und auch bei ihr schmerzt die Vorstellung, was für großartige Musik auf ewig ungehört bleibt.


    Biografie

    Jakub Hrůša

    Jakub Hrůša zählt zu den führenden Dirigenten seiner Generation und gilt als Spezialist für die Musik seiner tschechischen Heimat. Als solcher steht er seit seinem Debüt 2018 auch bei den Berliner Philharmonikern am Pult. Seine ebenso tiefgründigen wie ausdrucksstarken Interpretationen der Werke von Dvořák, Janáček, Martinů und Kabeláč begeistern und berühren. Dabei macht die tschechische Musik, wie der Dirigent einmal sagte, nur ein Drittel seines Repertoires aus. Bei einem seiner letzten Auftritte bei den Berliner Philharmonikern konnte das Publikum Hrůša auch von einer anderen Seite kennenlernen – als Dirigent der Uraufführung von Olga Neuwirths Keyframes for a Hippogriff und von Anton Bruckners Vierter Symphonie. 

    Der in Brünn geborene und an der Prager Akademie der musischen Künste ausgebildete Jakub Hrůša begann seine Karriere als künstlerischer Leiter der Prague Philharmonia, bevor er 2016 Chefdirigent der Bamberger Symphoniker wurde. Darüber hinaus ist der Schüler von Jiří Bělohlávek seit dieser Saison Musikdirektor der Royal Opera in London und neben seinen zahlreichen internationalen Verpflichtungen auch Erster Gastdirigent der Tschechischen Philharmonie. Sein Geheimnis? Als Dirigent müsse man bereit sein, im Konzert »seine Instinkte, sein Bauchgefühl und sein Herz« einzusetzen.

    Julia Fischer

    Seit ihrem Ersten Preis beim internationalen Yehudi-Menuhin-Wettbewerb steht Julia Fischer als außergewöhnlich vielseitige Künstlerin im internationalen Rampenlicht. Die in München geborene Geigerin mit deutsch-slowakischen Wurzeln tritt als Solistin mit den renommiertesten Orchestern auf oder leitet Ensembles wie die Academy of St Martin in the Fields vom ersten Pult aus. Bei den Berliner Philharmonikern gab die Geigerin ihr Debüt im Rahmen der Salzburger Osterfestspiele 2011. Kammermusik spielt sie mit Kolleg*innen wie Daniel Müller-Schott, Yulianna Avdeeva oder Jan Lisiecki. In der Saison 2025/2026 geht Julia Fischer mit ihrem 2010 gegründeten Quartett – mit Alexander Sitkovetsky, Nils Mönkemeyer und Benjamin Nyffenegger – auf große Europa-Tournee. 

    »Fischer beherrscht ihr Instrument vollkommen. […] Jede Phrase, jede Artikulation, jede Klangfarbe und jede Dynamik wird mit äußerster musikalischer Intelligenz kontrolliert und eingesetzt«, schwärmt die Boston Classical Review. Die Ausbildung der kommenden Generation »ist mindestens genauso wichtig für mich wie meine Konzerttätigkeit«, sagt Julia Fischer. Nach einer Gastprofessur in Frankfurt übernahm sie 2011 in München die Geigenprofessur von ihrer Lehrerin Ana Chumachenco. Klavier spielt sie ebenfalls auf höchstem Niveau, mitunter auch in Konzerten. 2017 gründete die preisgekrönte Ausnahmekünstlerin mit dem »JF CLUB« eine eigene Musikplattform, zwei Jahre später rief sie in ihrer Heimatstadt die Kindersinfoniker ins Leben. Mit Benjamin Nyffenegger leitet sie seit 2024 den Boswiler Sommer in der Schweiz. 

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