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Jakub Hrůša dirigiert drei Werke, die die spezifische Tonalität der tschechischen Musik mit der Klangsprache des 20. Jahrhunderts verbinden: Bohuslav Martinů erinnert in seiner Ersten Symphonie, 1942 im amerikanischen Exil geschrieben, mit traditionellen Volksmelodien und Tanzrhythmen an seine verlorene Heimat, zugleich feiert er den Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Die sehnsuchtsvolle Suita rustica seiner Schülerin Vítězslava Kaprálová basiert auf folkloristischen Themen, und auch Josef Suks leidenschaftliche Fantasie für Violine und Orchester mit Julia Fischer als Solistin ist von unverkennbar tschechischer Musik beeinflusst.
Besetzung
Berliner Philharmoniker
Jakub Hrůša Dirigent
Julia Fischer Violine
Programm
Vítězslava Kaprálová
Suita rustica op. 19
Josef Suk
Fantasie für Violine und Orchester g-Moll op. 24
Julia Fischer Violine
Pause
Bohuslav Martinů
Symphonie Nr. 1 H. 289
Serviceinformationen
Dauer ca. 2 Stunden (inkl. 20 Minuten Pause)
Großer Saal
27 bis 86 €
Konzerteinführung
19.15 Uhr
mit Meike Pfister
Abo F: Konzerte mit den Berliner Philharmonikern
Großer Saal
27 bis 86 €
Konzerteinführung
19.15 Uhr
mit Meike Pfister
Abo M: Konzerte mit den Berliner Philharmonikern
Großer Saal
27 bis 86 €
Konzerteinführung
18.15 Uhr
mit Meike Pfister
Abo C: Konzerte mit den Berliner Philharmonikern
Die Liste vielversprechender Komponist*innen, deren Schaffen durch einen vorzeitigen Tod ein jähes Ende fand, ist bedauerlich umfangreich. Dazu zählt auch Vítězslava Kaprálová, und auch bei ihr schmerzt die Vorstellung, was für großartige Musik auf ewig ungehört bleibt.
Jakub Hrůša zählt zu den führenden Dirigenten seiner Generation und gilt als Spezialist für die Musik seiner tschechischen Heimat. Als solcher steht er seit seinem Debüt 2018 auch bei den Berliner Philharmonikern am Pult. Seine ebenso tiefgründigen wie ausdrucksstarken Interpretationen der Werke von Dvořák, Janáček, Martinů und Kabeláč begeistern und berühren. Dabei macht die tschechische Musik, wie der Dirigent einmal sagte, nur ein Drittel seines Repertoires aus. Bei einem seiner letzten Auftritte bei den Berliner Philharmonikern konnte das Publikum Hrůša auch von einer anderen Seite kennenlernen – als Dirigent der Uraufführung von Olga Neuwirths Keyframes for a Hippogriff und von Anton Bruckners Vierter Symphonie.
Der in Brünn geborene und an der Prager Akademie der musischen Künste ausgebildete Jakub Hrůša begann seine Karriere als künstlerischer Leiter der Prague Philharmonia, bevor er 2016 Chefdirigent der Bamberger Symphoniker wurde. Darüber hinaus ist der Schüler von Jiří Bělohlávek seit dieser Saison Musikdirektor der Royal Opera in London und neben seinen zahlreichen internationalen Verpflichtungen auch Erster Gastdirigent der Tschechischen Philharmonie. Sein Geheimnis? Als Dirigent müsse man bereit sein, im Konzert »seine Instinkte, sein Bauchgefühl und sein Herz« einzusetzen.
Seit ihrem Ersten Preis beim internationalen Yehudi-Menuhin-Wettbewerb steht Julia Fischer als außergewöhnlich vielseitige Künstlerin im internationalen Rampenlicht. Die in München geborene Geigerin mit deutsch-slowakischen Wurzeln tritt als Solistin mit den renommiertesten Orchestern auf oder leitet Ensembles wie die Academy of St Martin in the Fields vom ersten Pult aus. Bei den Berliner Philharmonikern gab die Geigerin ihr Debüt im Rahmen der Salzburger Osterfestspiele 2011. Kammermusik spielt sie mit Kolleg*innen wie Daniel Müller-Schott, Yulianna Avdeeva oder Jan Lisiecki. In der Saison 2025/2026 geht Julia Fischer mit ihrem 2010 gegründeten Quartett – mit Alexander Sitkovetsky, Nils Mönkemeyer und Benjamin Nyffenegger – auf große Europa-Tournee.
»Fischer beherrscht ihr Instrument vollkommen. […] Jede Phrase, jede Artikulation, jede Klangfarbe und jede Dynamik wird mit äußerster musikalischer Intelligenz kontrolliert und eingesetzt«, schwärmt die Boston Classical Review. Die Ausbildung der kommenden Generation »ist mindestens genauso wichtig für mich wie meine Konzerttätigkeit«, sagt Julia Fischer. Nach einer Gastprofessur in Frankfurt übernahm sie 2011 in München die Geigenprofessur von ihrer Lehrerin Ana Chumachenco. Klavier spielt sie ebenfalls auf höchstem Niveau, mitunter auch in Konzerten. 2017 gründete die preisgekrönte Ausnahmekünstlerin mit dem »JF CLUB« eine eigene Musikplattform, zwei Jahre später rief sie in ihrer Heimatstadt die Kindersinfoniker ins Leben. Mit Benjamin Nyffenegger leitet sie seit 2024 den Boswiler Sommer in der Schweiz.
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