Kirill Petrenko dirigiert Beethoven, Tschaikowsky und Strawinsky

Kirill Petrenko im schwarzen Outfit lächelt und hebt beide Hände auf Kopfhhöhe. Er steht auf der Bühne, während das Publikum im Hintergrund applaudiert.
Kirill Petrenko | Bild: Frederike van der Straeten
Gautier Capuçon im dunklen Anzug spielt Cello vor einem schlichten Hintergrund. Er hat schulterlanges Haar und einen konzentrierten Gesichtsausdruck. Mit der linken Hand hält er das Cello, während seine rechte Hand in der Nähe der Saiten positioniert ist.
Gautier Capuçon | Bild: Felix Bröde

    Konzertinformationen


    Info

    Mit seiner optimistischen Zweiten Symphonie lehnte sich der 31-jährige Ludwig van Beethoven gegen seine beginnende Taubheit auf. Die kämpferische Kompromisslosigkeit seiner späteren Werke blitzt gelegentlich auf, gleichzeitig ist die Symphonie noch in der perfekt ausbalancierten Musik seines Lehrers Joseph Haydn verwurzelt. Auch die beiden anderen Werke, die Kirill Petrenko aufs Programm gesetzt hat, greifen ältere Musik auf: Strawinsky entdeckte in Pulcinella barocke und klassische Stilelemente neu, während Tschaikowskys elegante Rokoko-Variationen eine romantische Hommage an Mozart sind. Den virtuosen Cellopart in den Variationen übernimmt Gautier Capuçon.


    Besetzung

    Berliner Philharmoniker
    Kirill Petrenko Dirigent
    Gautier Capuçon Violoncello


    Programm

    Igor Strawinsky
    Pulcinella, Suite (revidierte Fassung von 1949)

    Werkeinführung

    Peter Tschaikowsky
    Variationen über ein Rokoko-Thema für Violoncello und Orchester A-Dur op. 33

    Gautier Capuçon Violoncello

    Werkeinführung

    Pause

    Ludwig van Beethoven
    Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 36

    Werkeinführung


    Serviceinformationen

    Dauer ca. 2 Stunden (inkl. 20 Minuten Pause)


    Termine und Tickets


    Großer Saal

    49 bis 156 €

    Konzerteinführung
    19.15 Uhr
    mit Susanne Westenfelder

    Abo K: Konzerte mit den Berliner Philharmonikern


    Großer Saal

    49 bis 156 €

    Konzerteinführung
    19.15 Uhr
    mit Susanne Westenfelder

    Abo C: Konzerte mit den Berliner Philharmonikern


    Großer Saal

    49 bis 156 €

    Konzerteinführung
    18.15 Uhr
    mit Susanne Westenfelder

    Abo N: Konzerte mit den Berliner Philharmonikern

    Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker

    Diese Edition widmet sich dem Beginn der erfolgreichen Partnerschaft

    Hintergrund

    »Auftakt«: Strawinskys »Pulcinella«
    Werkeinführung und exklusive Probenausschnitte

    »Auftakt«: Strawinskys »Pulcinella«

    Italienisches Barock, aber frech verfremdet: In seinem Ballett Pulcinella lässt Igor Strawinsky alte Musik in neuem, pointiertem Licht erscheinen. Cellist Stephan Koncz zeigt in dieser Folge von Auftakt anhand exklusiver Probenausschnitte mit Chefdirigent Kirill Petrenko, wie mit grunzenden Bässen und blökenden Schafen eine ebenso humorvolle wie anrührende Klangwelt entsteht, in der neben derber Komik auch zarte Töne – etwa ein wiegendes Schlaflied – ihren Platz haben. 


    »Sausen und Brausen Tag und Nacht«
    Beethoven und der Gehörverlust

    Ein düsterer Mann geht mit einer Zeitung in der Hand einen Weg entlang, während eine fröhliche Familie - Mutter, Vater und zwei Kinder - gemeinsam hinter ihm durch ein ländliches Dorf geht.
    »Der einsame Meister« (Beethoven auf einem Spaziergang in der Nähe Wiens) | Bild: Otto Robert Nowak (Künstler), Birgit und Peter Kainz (Fotograf*in), CC BY 4.0, Wien Museum

    Optimistisch und vorwärtsdrängend gibt sich Beethovens Zweite Symphonie – obwohl sie zur Zeit einer existenziellen Krise entstand. Der Komponist musste sich damals den unaufhaltsamen Verlust seines Gehörs eingestehen: ein Drama, das sein ganzes weiteres Leben überschatten sollte.


    Biografie

    Kirill Petrenko

    Seit der Saison 2019/20 ist Kirill Petrenko Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Berliner Philharmoniker. Geboren im sibirischen Omsk, erhielt er seine Ausbildung zunächst in seiner Heimatstadt und später in Österreich. Seine Dirigentenkarriere begründete er an der Oper mit Chefpositionen am Staatstheater Meiningen und an der Komischen Oper Berlin. Von 2013 bis 2020 war Kirill Petrenko Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper. Zudem gastierte er an den bedeutendsten Opernhäusern der Welt, von der Wiener Staatsoper über den Londoner Covent Garden und die Opéra national in Paris bis zur Metropolitan Opera in New York und zu den Bayreuther Festspielen. 

    Auch die großen internationalen Symphonieorchester – in Wien, München, Dresden, Paris, Amsterdam, London, Rom, Chicago, Cleveland und Israel – hat er dirigiert. In der Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern haben sich seit seinem Debüt 2006 vielfältige programmatische Schwerpunkte herausgebildet. Dazu gehört die Arbeit am klassisch-romantischen Kernrepertoire des Orchesters, beispielhaft zu erleben beim Amtsantritt mit Beethovens Neunter Symphonie. Ein weiteres Anliegen Kirill Petrenkos sind zu Unrecht vergessene Komponisten wie Josef Suk oder Bernd Alois Zimmermann. In Opernaufführungen mit den Berliner Philharmonikern haben zuletzt Richard Strauss‘ Elektra und Giacomo Puccinis Madama Butterfly für Aufmerksamkeit gesorgt. 

    Gautier Capuçon

    »Routine ist ein Wort, das ich nicht kenne, außer vielleicht beim Joggen.« Für Gautier Capuçon ist es selbstverständlich, auch in oft gespielten Werken Neues zu entdecken, »eine Farbe, eine Phrase, einen Gedanken«. Zugleich gibt es in seinen Interpretationen wichtige Konstanten: seinen warmen, gesanglichen Ton und seinen kraftvollen, emotionalen Ausdruck. Und noch etwas kennzeichnet ihn als Künstler – das Bedürfnis, mit Musik Verbindungen zwischen Menschen zu schaffen und ein neues Publikum für die Klassik zu begeistern. Dazu konzertiert er nicht nur in den großen Musikzentren, sondern auch in Dörfern und sozialen Einrichtungen. 

    Neben dem traditionellen und zeitgenössischen Repertoire sucht er die Verbindung zu anderen Genres und musiziert etwa mit Max Richter, Ludovico Einaudi und Abel Selaocoe. Auch in den Medien ist Gautier Capuçon regelmäßig präsent, unter anderem als Moderator bei Radio Classique. Darüber hinaus setzt er sich für den musikalischen Nachwuchs ein, seit 2022 mit seiner »Fondation Gautier Capuçon«. Kein Wunder also, dass Gautier Capuçon 2019 seinem Cello – ein kostbares Instrument von Matteo Goffriller aus dem Jahr 1701 – den Namen LʼAmbassadeur (Der Botschafter) gab. Gautier Capuçon gastiert heute bei den weltweit bedeutendsten Orchestern. Bei den Berliner Philharmonikern gab er 2012 sein Debüt. Mit Tschaikowskys Rokoko-Variationen begleitete er das Orchester vor wenigen Tagen zum Europakonzert auf Schloss Esterházy in Eisenstadt.

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