Auf Einladung der Berliner Philharmoniker
Info
Zupackend und spirituell zugleich: Jordi Savalls Interpretationen geistlicher Musik sind von ganz eigener, faszinierender Energie. Mit seinen Ensembles Le Concert des Nations und der Capella Nacional de Catalunya führt der Katalane nun Mozarts Requiem auf. Als Abschiedswerk des Komponisten hat es einen mythischen Rang – dabei ist allein schon seine musikalische Substanz überwältigend: von den düsteren Visionen des Jüngsten Gerichts bis hin zum hoffnungsvollen Glanz des ewigen Lichts. Zur Eröffnung erklingt mit Mozarts Klarinettenkonzert ein Werk voller betörenden Melodien, gespielt vom italienischen Klarinettisten Francesco Spendolini.
Besetzung
Le Concert des Nations
Capella Nacional de Catalunya
Jordi Savall Leitung
Francesco Spendolini Bassetthorn und Bassettklarinette
Lina Johnson Sopran
Eva Zaïcik Mezzosopran
Manuel Walser Bass
David Fischer Tenor
Programm
Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert für Klarinette und Orchester A-Dur KV 622
Pause
Wolfgang Amadeus Mozart
Requiem d-Moll KV 626 (Fassung von Franz Xaver Süßmayr)
Serviceinformationen
Dauer ca. 2 Stunden (inkl. 20 Minuten Pause)
Großer Saal
23 bis 75 €
Konzerteinführung
19.15 Uhr
Abo R: Originalklang
Der Gambist, Ensemblegründer und Dirigent Jordi Savall ist eine Institution in Sachen historisch informierter Aufführungspraxis. In dieser Saison stand er erstmals am Pult der Berliner Philharmoniker – nun kehrt er zurück, um mit Le Concert des Nations das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart zu interpretieren. Im Interview spricht er über sein Debüt mit den Philharmonikern, verrät, was das Requiem so einzigartig macht, und zeichnet sein ganz persönliches Bild vom Menschen Mozart.
Le Concert des Nations, 1989 von Jordi Savall und Montserrat Figueras gegründet, ist ein Originalklang-Ensemble, das ein breites Repertoire vom Barock bis zur Romantik brillant in Szene setzt. Der Name, der sich auf François Couperins Suitensammlung Les Nations und die Idee einer Vereinigung nationaler Stile bezieht, ist Programm. Die Mitglieder der Formation, die vom Gramophone Magazine als »Orchester des Jahres 2023« nominiert wurde, stammen aus Spanien, Frankreich, Italien, Portugal sowie aus lateinamerikanischen Ländern und sind allesamt international führende Spezialisten für historische Aufführungspraxis.
Auch der Kammerchor La Capella Reial wurde von Montserrat Figueras und Jordi Savall gegründet und spielte eine entscheidende Rolle bei der Wiederentdeckung des katalanischen und hispanischen Musikerbes. Ab 2020 rückte das Ensemble das Chor- und Orchesterrepertoire des 19. Jahrhunderts in den Fokus – mit Aufführungen von Haydns Schöpfung, Beethovens Neunter Symphonie sowie von Chorwerken von Mozart, Schubert, Mendelssohn, Schumann, Bruckner und Brahms. Um das größer besetzte Repertoire mit gleicher Exzellenz zu bewältigen, wurde 2021 La Capella Nacional de Catalunya gegründet: ein Chor, dessen Besetzung den Kammerchor La Capella Reial de Catalunya auf 40 Sängerinnen und Sänger erweitert.
Jordi Savall ist ein Visionär, Denker und Revolutionär – eine der Ikonen der historischen Aufführungspraxis und ein Großmeister der Gambe. Als Leiter seiner zusammen mit der Sopranistin Montserrat Figueras gegründeten Originalklang-Ensembles Hespèrion XXI, Le Concert des Nations und La Capella Reial de Catalunya hat er vergessene Klänge aus vielen Jahrhunderten wiederentdeckt: Werke der Renaissance und des französischen Barock, Musik aus Galizien, Algerien, Italien, der sephardischen Juden und des arabischen Kulturraums.
Der 1941 im nördlichen Katalonien geborene Ausnahmemusiker hat durch seine (mit dem César für die beste Filmmusik ausgezeichnete) Mitwirkung in Alain Corneaus Film Die siebente Saite, seine intensive Konzerttätigkeit und mehr als 230 veröffentlichte Tonträger ein breites Publikum aller Altersstufen erreicht. Im Rahmen seines eigenen Labels Alia Vox veröffentlicht er aufwendig gestaltete Editionen, in denen er Geschichten von fernen Ländern und Zeiten, über Karl V. oder die Eroberung Konstantinopels, über Don Quijote, Jeanne d’Arc, Christoph Kolumbus oder die Sklaverei erzählt. Darüber hinaus hat sich Jordi Savall das Repertoire bis hin zu Haydn, Mozart, Beethoven und Schubert erschlossen. Die Berliner Philharmoniker haben Jordi Savall und seine Ensembles seit 2011 immer wieder zu Gastspielen in der Philharmonie eingeladen. In dieser Saison kam es zu zwei Debüts: Savall dirigierte die Berliner Philharmoniker und die Karajan-Akademie.
Francesco Spendolini begeistert sein Publikum mit atemberaubender Technik und feinem Gespür für Klang und Ausdruck. Der italienische Musiker studierte in Pesaro und Vicenza, bevor er an der Schola Cantorum Basiliensis zwei Master of Arts in historischer Aufführungspraxis mit Auszeichnung abschloss und sich so ein Repertoire vom Mittelalter bis zur Romantik erschloss. Francesco Spendolini arbeitet regelmäßig mit führenden Barockorchestern und Originalklang-Ensembles zusammen, unter anderem mit La Cetra, Les Musiciens du Louvre, dem Venice Baroque Orchestra und Le Cercle de l’Harmonie, wobei ihn eine besonders enge künstlerische Partnerschaft mit Le Concert des Nations und Jordi Savall verbindet.
Darüber hinaus ist er auch bei »modernen« Symphonieorchestern wie dem Budapest Festival Orchestra, den Orchestern von Padua und Veneto sowie dem Orchester des Teatro Verdi in Triest zu Gast. Neben seiner Konzerttätigkeit engagiert sich Francesco Spendolini für die Förderung des künstlerischen Nachwuchses, gibt Meisterkurse und ist seit 2014 er zudem Korreferent für das Harmoniemusik-Labor an der Fakultät für Alte Musik der Schola Cantorum Basiliensis.
Die norwegisch-amerikanische Sopranistin Lina Johnson begeistert mit ihrer leuchtenden Stimme und ihrer charismatischen Bühnenpräsenz. Sie gastiert an Opernhäusern in Oslo, Zürich, Berlin und Wien und singt Rollen wie Despina (Così fan tutte), Konstanze (Die Entführung aus dem Serail) und Adele (Die Fledermaus). Engagements führen sie zu den Bregenzer Festspielen und zum Bergen International Festival. Sie studierte an der Norwegischen Musikhochschule in Oslo sowie an der Königlichen Opernakademie in Kopenhagen.
Die französische Mezzosopranistin Eva Zaïcik zählt zu den herausragenden Stimmen ihrer Generation. Sie ist Gewinnerin des Nachwuchspreises bei den Victoires de la Musique Classique sowie des zweiten Preises der Queen Elisabeth Competition und gastiert an Häusern wie der Opéra Royal de Versailles und dem Théâtre des Champs-Élysées unter Dirigent*innen wie William Christie oder Emmanuelle Haïm. Ihr Repertoire reicht von Barock bis Romantik. Sie studierte am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris.
Der deutscher Tenor David Fischer überzeugt mit seiner klaren, ausdrucksstarken Stimme und stilistischer Vielseitigkeit. Nach seinem Studium an der Hochschule für Musik Detmold wurde er Ensemblemitglied der Deutschen Oper am Rhein und gastiert seither an renommierten Häusern wie denen in Zürich, München, Wien und Paris. Zu seinen Rollen zählen Tamino (Die Zauberflöte), Don Ottavio (Don Giovanni), Cassio (Otello) und Lensky (Eugen Onegin). Konzertauftritte führen ihn zu den Salzburger Festspielen, in die Victoria Hall in Genf und zum Bachfest Leipzig.
Der Schweizer Bassbariton Manuel Walser beeindruckt mit seiner warmen, nuancenreichen Stimme und seinen eindringlichen Interpretationen. Nach dem Studium an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin war er Mitglied des Opernstudios der Wiener Staatsoper. Er gastiert an Opernhäusern in Wien, Zürich, Berlin und München und singt Rollen wie Papageno (Die Zauberflöte), Guglielmo (Così fan tutte) und Wolfram (Tannhäuser). Als gefragter Liedsänger tritt er unter anderem in der Londoner Wigmore Hall, im Pierre-Boulez-Saal Berlin und bei den Salzburger Festspielen auf.
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