Info
Brahms und Bruckner liebten beide »Gselchtes mit Knödel«, aber damit endeten auch schon die Gemeinsamkeiten. »Bei Bruckner handelt es sich nicht um Werke, sondern um einen Schwindel«, meinte Brahms – und die Abneigung war durchaus gegenseitig. Umso interessanter ist es, die beiden Komponisten einander gegenüberzustellen, wie in diesem Kammermusikabend. Von Bruckner gibt es das zärtliche Intermezzo voller Ländlerrhythmen und von Brahms das Streichquintett Nr. 2, das zwischen Lebensfreude und Melancholie changiert. Zur Eröffnung spielt das Brahms Ensemble Berlin das überschäumende Streichquintett Nr. 2 von Felix Mendelssohn.
Besetzung
Brahms Ensemble Berlin:
Rachel Schmidt Violine
Raimar Orlovsky Violine
Diyang Mei Viola
Julia Gartemann Viola
Uladzimir Sinkevich Violoncello
Programm
Felix Mendelssohn Bartholdy
Streichquintett Nr. 2 B-Dur op. 87
Pause
Anton Bruckner
Intermezzo d-Moll
Johannes Brahms
Streichquintett Nr. 2 G-Dur op. 111
Serviceinformationen
Dauer ca. 2 Stunden (inkl. 20 Minuten Pause)
Kammermusiksaal
12 bis 31 €
Konzerteinführung
19.30 Uhr
Abo Q: Berliner Philharmoniker Ensembles
Das Brahms Ensemble Berlin im Porträt
Aus einer Idee auf Tournee gründeten Raimar Orlovsky und Rachel Schmidt das Brahms Ensemble Berlin, um Brahms-Kammermusik in unterschiedlichen Besetzungen zu erkunden – vom Streichsextett bis zum Klavierquartett. »Die Besetzung des Ensembles ist flexibel, und das eröffnet wunderbare Möglichkeiten für das Repertoire.«
Kammermusik bedeutet Dialog auf Augenhöhe und als Gruppe eine gemeinsame künstlerische Identität zu entwickeln. Kein Wunder, dass die Mitglieder der Berliner Philharmoniker sich leidenschaftlich gern dieser Kunst widmen. Die Bratschistin Julia Gartemann und der Cellist Knut Weber berichten von ihren Erfahrungen.
Sie sind »spieltechnisch über jeden Zweifel erhaben« (Der Tagesspiegel) und eng mit der philharmonischen Klangkultur verwurzelt: Die Mitglieder des Brahms Ensemble Berlin – alles Streicherinnen und Streicher der Berliner Philharmoniker – bringen ihre Erfahrungen aus dem symphonischen Repertoire auch in das kammermusikalische Musizieren ein. Die Idee, Brahms’ Kammermusikrepertoire in den Mittelpunkt ihrer Programme zu stellen, entstand 2009 nach einem Auftritt der Philharmoniker in der Carnegie Hall – angeregt durch einen Kritiker der New York Times, der schrieb: »Die Berliner Philharmoniker verbindet eine weltweit einzigartige Nähe zur Musik von Johannes Brahms«.
Tatsächlich ist die Musik von Brahms seit der Orchestergründung 1882 ein zentraler Bestandteil des philharmonischen Repertoires. In den Anfangsjahren stand der Komponist sogar selbst am Pult des Orchesters. Aus dieser Tradition heraus gründete sich das Brahms Ensemble Berlin. Es widmet sich nicht nur den Streichsextetten, -quintetten und -quartetten des Komponisten, sondern auch seinen Kammermusikwerken mit Klavier sowie dem späten Klarinettenquintett.Zugleich spielen auch andere Komponisten eine wichtige Rolle im Repertoire: Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert, Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann oder Mieczysław Weinberg. Das Brahms Ensemble Berlin gab im April 2012 sein Debüt in den Kammerkonzerten der Berliner Philharmoniker und tritt seitdem international erfolgreich auf.
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