Kostenlose Führungen im Green Room Sonderausstellung: »Zeichen & Wunder«

Eine Person mit rasiertem Kopf steht mit der Hand am Kinn da und liest nachdenklich die Texttafeln an einer Wand in einem Raum, der wie eine Galerie oder ein Museum aussieht.
Bild: Frederike van der Straeten

Zeichen & Wunder – vom Glauben, Hoffen und Zweifeln lautet das Thema der 4. Biennale der Berliner Philharmoniker, die sich hiermit auf eine musikalische Reise in die Welt der Transzendenz und Weltanschauungen begeben. Aus diesem Anlass präsentiert die Deutsche Bank als langjähriger Partner der Berliner Philharmoniker Werke aus Helmut Middendorfs Zyklus »Die Umarmung der Nacht« (1983) im Green Room der Philharmonie.

Helmut Middendorf gilt als einer der wichtigsten Vertreter des deutschen Neo-Expressionismus. 1953 geboren, besuchte er von 1973 bis 1979 die Universität der Künste in Berlin und schloss dort sein Studium als Meisterschüler von Karl Horst Hödicke ab. In den späten 1970er-Jahren war er Mitbegründer der Galerie am Moritzplatz. Hier formierte er mit Künstlern wie Rainer Fetting, Salomé und Bernd Zimmer mit einer erneuerten figurativen, expressiven Malerei eine Gegenbewegung zur etablierten Kunst, die unter dem Begriff »Neue Wilde« international bekannt wurde. Heute lebt und arbeitet Middendorf in Athen und Berlin.

Die Gouachen und Aquarelle aus der Unternehmenssammlung spielen das Motiv der Nacht in der Großstadt in unterschiedlichen Variationen durch. Dabei bewegen sie sich im Spannungsfeld zwischen Glauben und Zweifel, Einsamkeit und Sehnsucht. »Nacht« – das ist bei Middendorf ein Trip durch das nächtliche West-Berlin, das Eintauchen in erotische Begegnungen, den urbanen Rhythmus einer Stadt, die nie schläft. Die Nacht ist zugleich metaphorisch gemeint, als spirituelle Nacht, als Ausdruck von existenziellem Zweifel, Verlorenheit und Sinnsuche. Middendorfs gestische Malerei kann dabei ungeheuer physisch sein, aber auch auf dramatische, fast barocke Weise Transzendenz und Verbundenheit mit dem Universum ausdrücken.

Middendorfs Bildwelten bewegen sich virtuos zwischen Ordnung und Chaos. Deutlich wird das auch im großformatigen Werk »Himmel I« (1986), das mit roher Expressivität und radikalen malerischen Setzungen das Lebensgefühl von Punk und New-Wave im geteilten Berlin der 1980er-Jahre wiedergibt – eine Stadt geprägt von Subkulturen, gesellschaftlichen Umbrüchen und den Spannungen des Kalten Krieges.


Auf einen Blick

Eintritt: frei.
Dauer: ca. 20 Minuten

Treffpunkt: Besucher*innen mit Konzertkarten treffen sich kurz vor Führungsbeginn am Eingang des Green Rooms im Foyer des Großen Saals. Kunstinteressierte ohne Konzertkarten werden um 19 Uhr bzw. 18 Uhr am Künstlereingang – Ecke Publikumseingang Potsdamer Straße – abgeholt und nach der Führung wieder nach draußen begleitet. 

Besuch ohne Führung: Zusätzlich zu den ausgewählten Führungsterminen (siehe weiter unten) können Sie die Ausstellung im Rahmen von Konzerten der Berliner Philharmoniker (im Großen Saal) besuchen. Ab eine Stunde vor dem Konzert und in der Pause erhalten Sie mit einem gültigen Konzertticket kostenlosen Zugang.

Karte der Philharmonie Berlin mit hervorgehobenem Auditorium, Kammermusiksaal, Grünfläche und dem rot markierten Treffpunkt für den Künstlereingang. Die umliegenden Straßen sind beschriftet.

Termine der Führungen

Do, 24. September 2026, 19.15 Uhr
Do, 12. November 2026, 19.15 Uhr
Fr, 11. Dezember 2026, 19.15 Uhr
Do, 14. Januar 2027, 19.15 Uhr
Sa, 27. Februar 2027, 18.15 Uhr
Do, 15. April 2027, 19.15 Uhr
Do, 13. Mai 2027, 19.15 Uhr
Sa 19. Juni 2027, 18.15 Uhr