Entstehungszeit: 1785-1786
Uraufführung: 1. Mai 1786 am Wiener Burgtheater unter der
Leitung des Komponisten
Dauer: 4 Minuten
Bei den Berliner Philharmonikern:
erstmals am 29. März 1888, Dirigent: Gustav F. Kogel
Der legendäre britische Dirigent Sir John Barbirolli wusste ganz genau, wie er sein Frühstücksei haben wollte: »Ich bringe Wasser zum Kochen, dirigiere die Figaro-Ouvertüre – und fertig!« Genau vier Minuten nämlich dauert das Vorspiel zu der 1786 uraufgeführten Oper. Graf Almaviva, ein notorischer Schürzenjäger, steigt seiner Angestellten Susanna hinterher, die kurz vor der Hochzeit mit Almavivas Kammerdiener Figaro steht. Unter tätiger Mithilfe der Gräfin gelingt es den beiden Dienstboten aber, den triebgesteuerten Adligen auszutricksen.
Lediglich sechs Wochen soll Mozart für die dreieinhalbstündige Partitur der Oper benötigt haben. In der Ouvertüre stellt er nicht – wie damals üblich – die besten Melodien des Werkes zusammen, sondern präsentiert eine ganz neue, eigenständige Musik, die auf geniale Weise die Stimmung der Komödie einfängt. Der rasante Einstieg der Streicher wirkt tatsächlich so, als würde man in einen Topf mit brodelndem Wasser blicken. Dann setzt das volle Orchester ein, mit einem Thema, das genauso klingt wie der Titel der literarischen Vorlage von Beaumarchais: Der verrückte Tag.