Entstehungszeit: 1851-1854
Uraufführung: am 22. September 1869 am Hof- und National-Theater München unter der Leitung von Franz Wüllner
Dauer: 150 Minuten
Bei den Berliner Philharmonikern:
erstmals am 15. Februar 1887 als konzertante Aufführung, Dirigent: Karl Klindworth
Die Handlung der Oper
Erste Szene
Auf dem Grunde des Rheines
Eine urtümliche Welt, die von Göttern und Elementarwesen bevölkert wird: In den Wellen tummeln sich die Rheintöchter Woglinde, Wellgunde und Floßhilde, die den magischen Schatz, das Rheingold, bewachen. Als der lüsterne Zwerg Alberich aus den Tiefen der Erde auftaucht und ihnen nachstellt, machen sich die Nixen über ihn nur lustig. Ein Sonnenstrahl erleuchtet das Rheingold und die leichtfertigen Rheintöchter verraten dessen Geheimnis: »Der Welt Erbe gewänne zu eigen, wer aus dem Rheingold schüfe den Ring, der maßlose Macht ihm verlieh’«. Aber nur, wer der Liebe entsage, könne ihn schmieden. Genau dazu entschließt sich der verspottete Alberich und stiehlt den Schatz. Während sich die Unterwasserwelt verdunkelt, prophezeit er, den »rächenden Ring« zu schmieden, um im Tausch von Liebe gegen Macht zum Plutokraten zu werden.
Zweite Szene
Freie Gegend auf Bergeshöhen
Um seinen Herrschaftsanspruch über die Welt zu untermauern, ließ sich Göttervater Wotan die Burg Walhall errichten. Als Belohnung hat er den Riesen Fasolt und Fafner Freia, die Göttin des Frühlings (und der Liebe), versprochen. Wider besseren Wissens, denn Freia hütet die goldenen Äpfel, die den Göttern ewige Jugend verleihen. Wotans Versuch, die Riesen abzuspeisen, schlägt fehl. In zerstörerischer Selbsttäuschung hofft er auf den rettenden Einfall seines Beraters Loge, der tatsächlich eine »Lösung« hat: Wotan soll die Riesen mit dem gestohlenen Rheingold bezahlen. Diese sind mit dem Handel einverstanden, nehmen aber Freia als Pfand mit. Kaum sind die Riesen abgezogen, spüren die Götter die Folgen: Ohne die Jugend spendenden Äpfel Freias beginnen sie, rapide zu altern. Die Zeit drängt, weshalb Wotan und Loge ins unterirdische Reich Alberichs hinabsteigen, um ihm das Rheingold zu stehlen.
Dritte Szene
Nibelheim
Alberich tyrannisiert sein Volk, die Nibelungen, mit der Macht des Rings und zwingt sie, immer neues Gold zu schürfen. Auch seinem Bruder Mime setzt er zu. Dieser muss ihm eine Tarnkappe schmieden, die ihren Träger die Gestalt wechseln lässt oder ihn unsichtbar macht. Mime will das »Geschmeid« für sich behalten, was Alberich natürlich nicht zulässt. Er probiert den Zauber aus und verprügelt unsichtbar seinen Bruder. Mit dem Tarnhelm kann er auch die Nibelungen, die für ihn immer mehr Reichtümer anhäufen müssen, noch besser überwachen. Wotan und Loge treffen auf Mime, der von Alberichs Gewaltherrschaft berichtet, und bringen Alberich durch eine List dazu, seine Verwandlungskünste vorzuführen. Zwar misstraut Alberich den Göttern, wird aber Opfer seiner eigenen Aufschneiderei: Als er den Tarnhelm vorführt, verwandelt er sich zunächst in einen riesigen Wurm und dann in eine winzige Kröte, die Loge und Wotan leicht gefangen nehmen.
Vierte Szene
Freie Gegend auf Bergeshöhen
Auf wolkige Höhen zurückgekehrt, wird Alberich gezwungen, all seine Schätze gegen seine Freiheit einzutauschen. Auch Tarnhelm und Ring, den er mit einem Fluch belegt: »Wer ihn besitzt, den sehre die Sorge, und wer ihn nicht hat, den nage der Neid! Jeder giere nach seinem Gut, doch keiner genieße mit Nutzen sein«. Die Riesen erscheinen mit Freia und verlangen, dass das Gold ihre Gestalt bedeckt. Als noch der Schimmer ihres Haars zu sehen ist, wandert der Tarnhelm auf den Haufen. Auch den Ring fordern sie, den Wotan allerdings erst nach einer düsteren Warnung der allwissenden Erdgöttin Erda herausgibt. Sie prophezeit die Götterdämmerung, das Ende der Götter. Prompt zeigt sich die Macht von Alberichs Fluch: Die Riesen streiten um die Beute, und Fafner erschlägt seinen Bruder Fasolt. Während die Götter in Walhall einziehen, beklagen die Rheintöchter den Verlust des Goldes: »Falsch und feig ist, was dort oben sich freut!« Durch Unrecht ist kein Unrecht zu tilgen. Und auch Loge sieht den Anfang vom Ende der Götterwelt voraus: »Ihrem Ende eilen sie zu«.