Entstehungszeit: 1829-1830
Uraufführung: 14. Mai 1832 in London
Dauer: 10 Minuten
Bei den Berliner Philharmonikern:
erstmals am 5. August 1885 im Kurhaus Scheveningen, Dirigent: Carl Joachim Andersen
1829 reist der 20-jährige Felix Mendelssohn für mehrere Monate nach England und Schottland. Von der schottischen Westküste, von der aus man die Inselgruppe der Hebriden sehen kann, schickt er seiner Familie eine Notenskizze. Sie enthält das Hauptthema aus Mendelssohns berühmtester Konzertouvertüre.
Man
kann die Komposition als absolute Musik hören – die kunstvolle Verarbeitung der
ersten beiden Themen, zu denen die Fanfarenklänge des Mittelteils einen
gestischen Kontrast darstellen – das Werk lässt sich aber auch in allen Details
als programmatisch deuten: Das von den tiefen Instrumenten vorgestellte, sanft
fallende Thema als suggestive Darstellung des bewegten Meeres und die Fanfaren
als Verweis auf die Schlachtszenen aus dem Epos Gesänge des Ossian, mit dem sich Mendelssohn zum
Entstehungszeitpunkt beschäftigte.
Deshalb ist es wohl auch kein Zufall, dass zu den Bewunderern des Werks die anderen beiden Komponisten dieses Konzerts gehörten: Berlioz, einer der Väter der Programmmusik, und Brahms, der am Vorrang absoluter Instrumentalmusik festhielt.