Fakten
Geboren in Emmendingen, Deutschland
Mitglied seit 18.08.2026
Biografie
Kilian Herold kann auf eine langjährige Karriere als Soloklarinettist zurückblicken: Sie startete 2004 bei der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, führte ihn von 2011 bis 2016 zum SWR Symphonieorchester Baden-Baden und Freiburg sowie als Aushilfe zu so renommierten Klangkörpern wie dem Royal Concertgebouw Orchestra und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Den Berliner Philharmonikern ist er als Gast seit 2013 künstlerisch verbunden, ehe er in der Saison 2026/27 die Soloposition übernahm. Was ihn an den Philharmonikern besonders fasziniert? »Die bedingungslose Hingabe an das gemeinsame Musizieren. Man spürt, dass niemand nur seinen eigenen Part spielt. Jeder hört, jeder reagiert, jeder übernimmt Verantwortung für das Ganze. Dazu kommt das außergewöhnlich hohe Niveau aller Mitglieder.«
Zur Klarinette kam der gebürtige Baden-Württemberger eher durch Zufall – weil im örtlichen Musikverein immer wieder Klarinetten gebraucht wurden. »Irgendwann wurde daraus etwas sehr Persönliches. Ich habe gemerkt, dass ich mich auf diesem Instrument auf eine Art ausdrücken kann, die sich für mich sehr natürlich anfühlt – künstlerisch, aber auch emotional.« Vor allem liebt er die Wandlungsfähigkeit des Instruments: »Die Klarinette kann ganz unterschiedliche Klangfarben und Charaktere annehmen – intim und persönlich und im nächsten Moment wieder sehr präsent und kraftvoll.« Und dann hatte er das Glück an Lehrer zu geraten, die seine Begeisterung weiterentwickelt haben: François Benda in Berlin, John Yeh und Larry Combs in Chicago sowie Johannes Peitz in Hannover.
Neben seiner Tätigkeit im Orchester konzertiert er als Kammermusiker und Solist. Als Nachfolger von Jörg Widmann hatte er von 2016 bis zu seinem Eintritt in unser Orchester eine Professur für Klarinette an der Musikhochschule Freiburg, an der er weiterhin als Lehrbeauftragter unterrichtet. Außerdem gibt er regelmäßig Meisterkurse und ist künstlerischer Leiter des internationalen Klarinettenfestivals »Clarimondo«.
»Im Orchester stehe ich als Soloklarinettist ständig in Beziehung zu den anderen – zu den Kolleg*innen genauso wie zum Dirigenten. Es geht nicht nur darum, ein schönes Solo zu spielen, sondern sich musikalisch und klanglich mit den anderen zu verbinden, um Teil einer gemeinsamen Interpretation und eines gemeinsamen Klangs zu werden. Eine Phrase funktioniert nie isoliert; sie erhält ihre Bedeutung erst durch das, was vorher und nachher passiert. Deshalb ist Zuhören für mich mindestens genauso wichtig wie Spielen.«