Strom-Festival

Beats und Vibrationen in der Philharmonie Berlin

Im Festival Strom erleben Sie die ganze Bandbreite synthetischer Klänge in der Philharmonie – konzentriert zuhörend im Saal oder hemmungslos tanzend in den Foyers. Mit Künstlerinnen und Künstlern, die die Grenzen der elektronischen Musik kreativ und couragiert erweitern.

»So vibriert hat es da noch nie«, schrieb die Süddeutsche Zeitung 2020 nach dem ersten Strom-Festival in der Philharmonie, und in physikalischer Hinsicht ist dem kaum zu wider-sprechen. Da hämmerten Beats durch die Säle und Foyers, die man nicht nur mit den Ohren, sondern dem ganzen Körper wahr-nehmen konnte: eine ganzheitliche Erfahrung, ein Sog, wie man ihn in dieser Form nur in der elektronischen Musik findet. Mit einem zweiten Strom-Festival soll dieses Erlebnis revitalisiert werden, an zwei Abenden mit einem spannungsvollen Wechsel zwischen den Räumen der Philharmonie, zwischen unterschiedlichen Ausdruckswelten und Aufführungsformaten.

Denn tatsächlich ist es angreifbar, von »der« elektronischen Musik zu sprechen, wie es auch nicht »die« Klassik gibt. In beiden Fällen haben wir ein komplexes Geflecht an Stilen vor uns, die immer wieder neu definiert wurden und werden. Strom will die ganze Bandbreite synthetischer Klangerzeugung zeigen und sie mit der zeitlos-visionären Architektur der Philharmonie korrespondieren lassen. Kein Klassik-Crossover ist da zu erwarten, auch keine funktionale Club-Musik, die einfach nur Lust aufs Tanzen macht. Vielmehr werden Künstlerinnen und Künstler eingeladen, die elektronische Genres erweitert oder ganz neu geformt haben, die Brücken zu anderen Kunstsparten und Kulturen schlagen, technologisch neue Wege gehen. So reichten 2020 die Konzertprogramme vom Downtempo der Österreicher Kruder & Dorfmeister bis zum Hochgeschwindigkeit-Techno von Nina Kraviz, vom audiovisuellen Minimalismus des Medienkünstlers Ryoji Ike-da bis zur arabischen Elektronik von Deena Abdelwahed.

Elektronische Musik, die Brücken zu ande-ren Kunstsparten und Kulturen schlägt

Eine gleiche Bandbreite soll es bei der Wiederauflage 2023 geben. In Konzerten und DJ-Sets werden hochindividuelle Spitzenleistungen präsentiert; zugleich wird erfahrbar, welch unterschiedliche Färbung elektronische Musik je nach kulturellem Hintergrund der Ausführenden annimmt. Auch die Philharmonie wird einen zentralen Beitrag leisten, indem sie in vier Konzerten im bestuhlten Saal ein konzentriertes Zuhören ermöglicht, während es in den Foyers Beat-basierte Formate gibt, zu denen hemmungslos getanzt werden kann. So vertiefen die unterschiedlichen Umgebungen auf unterschiedliche Weise das Erlebnis: der Große Saal mit seiner alle Aufmerksamkeit auf die Bühne lenkenden Architektur, die Foyers mit ihrer animierenden Vielgestaltigkeit.

Kuratiert wird Strom von Stefan Goldmann, der selbst als Komponist, DJ und Produzent der elektronischen Musik wichtige Impulse gegeben hat, oft in Zusammenarbeit mit Kulturinstitutionen wie dem Festival Maerz-Musik oder dem Ensemble Modern. Er hat ortsspezifische Konzertformate für so unterschiedliche Orte wie das Los Angeles County Museum of Art oder den Honen-in-Tempel in Kyoto entwickelt, und auch das Programm von Strom wird ganz auf die Charakteristika der Philharmonie zugeschnitten, um eine maximal inspirierende Verbindung von klassischem Konzertsaal und elektronischer Musik zu schaffen.