Richard Strauss’ »Elektra«

Osterfestspiele Baden-Baden 2024

(Foto: Maria Riedinger)

Die Osterfestspiele in Baden-Baden präsentieren in der Zeit vom 23. März bis zum 1. April ein exquisites Programm aus Opernaufführungen, Symphoniekonzerten und Kammermusik. 

Nach der Zauber- und Geisterwelt in Die Frau ohne Schatten im vergangenen April gibt es in Baden-Baden bei den diesjährigen Osterfestspielen nun ein packendes Psychodrama: Mit Elektra bringen die Berliner Philharmoniker und ihr Chefdirigent Kirill Petrenko eine weitere Oper von Richard Strauss auf die Bühne des Festspielhauses. Die von Hass und Rache getriebene Titelheldin verkörpert Nina Stemme, eine der führenden, dramatischen Sopranistinnen unserer Zeit. Seit 2015 gehört die Elektra zu ihren Glanzrollen, mit der sie unter anderem auch an der Wiener Staatsoper und der New Yorker Met Erfolge feierte – weil es ihr gelingt, auch die menschliche Seite der Figur zu zeigen: ihre Einsamkeit, ihre Frustration und den Konflikt mit ihrer Mutter Klytämnestra. Deren Rolle übernimmt die Altistin Michaela Schuster, die das Baden-Badener Publikum in der letztjährigen Opernproduktion als Amme erleben konnte. Elektras Schwester Chrysothemis singt Elza van den Heever, auch sie war 2023 – als Kaiserin – dabei. Als Orest hören wir Bassbariton Johan Reuter. Regie führt Philipp Stölzl, der für seine Inszenierungen bei den Bregenzer und Salzburger Festspielen, der Ruhrtriennale oder an der Deutschen Oper Berlin bejubelt wurde und auch als Regisseur von Musikvideos und Kinofilmen gefragt ist.

Wagner, Bruckner, Sibelius

Zudem können sich die Musikfans auf konzertante Aufführungen mit Chefdirigent Kirill Petrenko freuen, beispielsweise den ersten Akt von Wagners Walküre oder Jean Sibelius’ Violinkonzert mit unserer Artist in Residence Lisa Batiashvili als Solistin. Weitere Stargäste sind der Dirigent Tugan Sokhiev, der Bruckners Siebte Symphonie leitet, und der Pianist Jan Lisiecki, der Ludwig van Beethovens Drittes Klavierkonzert spielt. Zu den Stammgästen des Festivals gehört natürlich das Patenkind der Berliner Philharmoniker, das Bundesjugendorchester. Auch in dessen Konzertprogramm kommt Richard Strauss zu Wort, mit der Tondichtung Also sprach Zarathustra

Schubert und die Zweite Wiener Schule

Während der Osterfestspiele ist nicht nur das Festspielhaus, sondern ganz Baden-Baden voller Musik, denn an verschiedenen Orten der Kurstadt – vom Casino bis zum Weinbrennersaal – finden Kammermusikkonzerte mit Mitgliedern und Ensembles der Berliner Philharmoniker statt. Thematischer Schwerpunkt dabei ist in diesem Jahr die Musik Franz Schuberts und der Zweiten Wiener Schule. Ein Motto, das spannende Programmzusammenstellungen verspricht, die zeigen, wie sehr sich die als revolutionär empfundenen Kompositionen von Arnold Schönberg, Anton Webern und Alban Berg mit der von Schubert mitgeprägten Wiener Musiktradition auseinandersetzen.

Von Trio über Quartett und Quintett bis hin zu größeren Besetzungen erklingen Schlüsselwerke der Komponisten. So fehlen weder Schuberts Streichquartett Der Tod und das Mädchen noch seine Streichtrios, das Forellenquintett oder sein Oktett. Die Zweite Wiener Schule ist mit Streichtrios und Quartetten von Schönberg und Webern, Bergs Lyrischer Suite oder Schönbergs Kammersymphonie Nr. 1 vertreten. Als Interpreten treten zum Beispiel das Philharmonische Streichtrio, das Venus Quartett, das Scharoun Ensemble, das Brahms Ensemble oder das Philharmonische Streichquartett auf. Und dann gibt es auch noch unsere Education-Veranstaltungen, sie finden unter anderem auf der transportablen VeloStage, einer Lastenfahrradbühne, an unterschiedlichen Plätzen Baden-Badens statt und runden das Festspielprogramm ab.