Witiko Adler gestorben

Ein älterer Mann mit Brille, grauem Haar und ernster Miene, der einen dunklen Anzug, ein gestreiftes Hemd und eine gemusterte Krawatte trägt, posiert vor einem schlichten hellen Hintergrund.
Witiko Adler | Bild: Konzertdirektion Hans Adler

Die Konzertdirektion Adler ist eine Berliner Institution und einer der wichtigsten Gastveranstalter in der Philharmonie Berlin. Nun ist ihr langjähriger Inhaber und Geschäftsführer Witiko Adler am 15. April 2016 im Alter von 97 Jahren gestorben. Die Berliner Philharmoniker sind in Gedanken bei seinen Angehörigen. 

Witiko Adler hatte das Unternehmen 1948 von seinem Vater Hans Adler, dem Firmengründer, übernommen – und es mit großer Leidenschaft, unternehmerischer Weitsicht und sicherem kaufmännischem Gespür geprägt. Eines seiner zentralen Anliegen in der Nachkriegszeit war es, die Künstlerinnen und Künstler zurück nach Deutschland zu holen, die durch das NS-Regime vertrieben worden waren – darunter Yehudi Menuhin, Otto Klemperer, Eugene Ormandy und Paul Hindemith. Zugleich setzte er sich konsequent für eine junge Künstler*innengeneration ein und arbeitete dabei eng mit den Berliner Philharmonikern zusammen: Er arrangierte die Debüts von Daniel Barenboim, Zubin Mehta, Claudio Abbado und Seiji Ozawa. Und er vermittelte Herbert von Karajan die Begegnung mit der 13-jährigen Geigerin Anne-Sophie Mutter. Außerdem initiierte Witiko Adler auch die erste Kammermusik-Abonnementreihe Berlins. Für seine Verdienste für das Kulturleben der Stadt erhielt er 1988 das Bundesverdienstkreuz am Bande und 2000 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.