Die Berliner Philharmoniker trauern um José van Dam, der am 17. Februar 2026 im Alter von 85 Jahren verstorben ist. Der belgische Bassbariton gehörte mit seiner warmen, weichen, flexiblen Stimme zu den Lieblingssängern Herbert von Karajans. Sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern gab er 1971 während der Salzburger Osterfestspiele unter Karajans Leitung als Don Fernando in Beethovens Fidelio. Es folgten regelmäßige Auftritte bei dem Festival, wo er nicht nur mit vokaler Souveränität, sondern auch mit eindringlicher Bühnenpräsenz überzeugte. Er wirkte in Karajans Operninszenierungen von Giuseppe Verdis Troubadour und Don Carlos, Richard Wagners Parsifal und Fliegender Holländer sowie in Georges Bizets Carmen mit. 1993 übernahm er unter Sir Georg Solti die Titelpartie von Verdis Falstaff. Als seine Paraderolle galt der Golaud, den er 2006 unter Simon Rattle in Pelléas et Mélisande von Claude Debussy gestaltete.
Auch als Konzertsänger war José van Dam den Berliner Philharmonikern eng verbunden – etwa als Solist in Beethovens Neunter und der Missa solemnis, in den Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart, Johannes Brahms und Giuseppe Verdi, in der Messe in h-Moll von Johann Sebastian Bach sowie in Anton Bruckners Te Deum. Zuletzt stand er 2013 bei den Osterfestspielen Baden-Baden als Sprecher in Mozarts Die Zauberflöte auf der Bühne.