Auf Einladung der Berliner Philharmoniker
Info
Transparent, schlank, plastisch – wenn Sir Simon Rattle das Chamber Orchestra of Europe durch Brahms’ dunkel getönte Vierte Symphonie führt, rücken die kammermusikalischen Qualitäten des Werks in den Fokus. Ganz auf die reduzierte Besetzung eines Kammerorchesters zugeschnitten ist auch Béla Bartóks Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta mit ihren expressiven Klängen und ungarischen Rhythmen. Dazwischen entfaltet Ferruccio Busonis klangsinnliche Sarabande, ursprünglich als Orchesterstudie zu seiner Oper Doktor Faust gedacht, eine ganz eigene mystische Stimmung.
Besetzung
Chamber Orchestra of Europe
Sir Simon Rattle Dirigent
Programm
Béla Bartók
Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta Sz 106
Pause
Ferruccio Busoni
Zwei Studien zu Doktor Faust op. 51: Nr. 1 Sarabande
Johannes Brahms
Symphonie Nr. 4 e-Moll op. 98
Serviceinformationen
Dauer ca. 2 Stunden (inkl. 20 Minuten Pause)
Großer Saal
23 bis 75 €
Abo O: Internationale Kammerorchester
»Die Musik ist größer als der Einzelne« – so lautet das Credo des Chamber Orchestra of Europe (COE). Gegründet wurde es 1981 von jungen Musikerinnen und Musikern, die sich im European Community Youth Orchestra kennengelernt hatten. Heute umfasst die Kernbesetzung rund 60 Mitglieder, die sonst an den ersten Pulten namhafter Klangkörper sitzen oder sich mit Kammermusik oder einer Hochschulprofessur einen Namen gemacht haben. Von Beginn an prägte die Partnerschaft mit bedeutenden Dirigenten und Solistinnen und Solisten das Profil, in den ersten Jahren war Claudio Abbado ein wichtiger Mentor.
Mit ihm realisierte das COE preisgekrönte Aufnahmen, darunter Gioacchino Rossinis Oper Il viaggio a Reims und sämtliche Symphonien Franz Schuberts. Auch Nikolaus Harnoncourt setzte wesentliche Akzente durch die Einspielung aller Beethoven-Symphonien sowie Opernproduktionen bei den Salzburger Festspielen, den Wiener Festwochen und der Styriarte. Heute arbeitet das Orchester eng mit Yannick Nézet-Séguin, Sir Simon Rattle und Sir András Schiff zusammen (die nach Bernard Haitink und Nikolaus und Alice Harnoncourt zu den Ehrenmitgliedern des Orchesters zählen), aber auch mit beispielsweise Sir Antonio Pappano und Robin Ticciati. Seit der Saison 2018/19 tritt das COE regelmäßig auf Einladung der Stiftung Berliner Philharmoniker in der Philharmonie auf. Eine tragende Säule des Repertoires ist die Musik der Wiener Klassik, die bei Konzerten in der ganzen Welt mit Solist*innen wie Lisa Batiashvili, Pierre-Laurent Aimard, Janine Jansen oder Renaud Capuçon zu hören ist.
Von frühester Kindheit an war Simon Rattle von Musik besessen. Mit vier Jahren fing er an, Schlagzeug zu lernen, später kamen Klavier und Geige hinzu, im Alter von 16 Jahren studierte er bereits an der Royal Academy of Music in London. Seine Zusammenarbeit mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra – zunächst als Erster Dirigent und künstlerischer Berater, dann als Musikdirektor – machte den gebürtigen Liverpooler berühmt. Bei seinem Debüt bei den Berliner Philharmonikern 1987 überzeugte er durch einen energiegeladenen Dirigierstil, seine bedingungslose Begeisterung für die Musik und seine künstlerischen Visionen.
2002 wurde er Chefdirigent des Orchesters. In seiner 16-jährigen Amtszeit stellte er mit den Musikerinnen und Musikern viele Weichen für die Zukunft: das Education-Programm, die Digital Concert Hall und ein eigenes Label wurden gegründet, das Repertoire des Orchesters wuchs beträchtlich um neue Werke. Zu den künstlerischen Höhepunkten der Zusammenarbeit zählen neben symphonischen Zyklen von Sibelius, Mahler, Brahms, Schumann und Beethoven von Peter Sellars inszenierte Aufführungen von Bachs Matthäus- und Johannes-Passion sowie die Einführung von Late Night-Konzerten. Auch nach dem Ende seiner Amtszeit bleibt Sir Simon Rattle – von 2017 bis 2023 Musikdirektor des London Symphony Orchestra und seit 2023 Chefdirigent von Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks – den Berliner Philharmonikern eng verbunden.
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