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Unsere Artist in Residence Janine Jansen liebt Kammermusik – weil die Musizierenden miteinander wachsen, ein gemeinsames Klangverständnis entwickeln und sich auf besondere Weise näherkommen. »Vertrauen schafft nicht nur ein Gefühl von Sicherheit«, so die Geigerin, »sondern auch die Möglichkeit, Risiken einzugehen.« Zusammen mit Mitgliedern der Berliner Philharmoniker und dem Pianisten Sunwook Kim interpretiert sie das spätromantische Trio Es-Dur von Johannes Brahms, in dem der Komponist neben der Geige zwei seiner Lieblingsinstrumente einsetzt: Horn und Klavier. Dem Klangideal derselben Epoche verbunden ist George Enescus Streichoktett, ein monumentales Werk voller inniger Momente und großer symphonischer Gestik.
Besetzung
Mitglieder der Berliner Philharmoniker
Janine Jansen Violine
Sunwook Kim Klavier
Thomas Timm Violine
Marlene Ito Violine
Christophe Horák Violine
Amihai Grosz Viola
Naoko Shimizu Viola
Ludwig Quandt Violoncello
Bruno Delepelaire Violoncello
Stefan Dohr Horn
Programm
Johannes Brahms
Trio Es-Dur für Klavier, Violine und Horn op. 40
Sunwook Kim Klavier, Stefan Dohr Horn
Pause
George Enescu
Streichoktett C-Dur op. 7
Thomas Timm Violine, Marlene Ito Violine, Christophe Horák Violine, Amihai Grosz Viola, Naoko Shimizu Viola, Ludwig Quandt Violoncello, Bruno Delepelaire Violoncello
Kammermusiksaal
17 bis 40 €
Konzerteinführung
19.15 Uhr
mit Meike Pfister
Abo W: Artist in Residence
Kammermusik bedeutet Dialog auf Augenhöhe und als Gruppe eine gemeinsame künstlerische Identität zu entwickeln. Kein Wunder, dass die Mitglieder der Berliner Philharmoniker sich leidenschaftlich gern dieser Kunst widmen. Die Bratschistin Julia Gartemann und der Cellist Knut Weber berichten von ihren Erfahrungen.
Für Janine Jansen ist die Begegnung mit Musik eine existenzielle Erfahrung. Das kann kräftezehrend sein, wie sie selbst sagt – »aber ich will diese Intensität. Ich will als Musikerin immer alles geben und mich nicht zurückhalten.« Weitere Merkmale ihres Spiels sind ihr sprechendes Musizieren und ihr Bestreben, »einen Ton innerhalb einer Millisekunde zu formen und zu verändern«. Geboren wurde Janine Jansen in Soest bei Utrecht. Nach Abschluss ihres Studiums und ihrem Debüt im Concertgebouw Amsterdam 1997 startete die damals 19-Jährige eine atemberaubende Karriere. Ihr Debütalbum erschien 2003, die Einspielung von Vivaldis Vier Jahreszeiten im folgenden Jahr wurde ein Welterfolg.
Heute tritt sie regelmäßig mit den bedeutendsten Dirigentinnen und Dirigenten sowie Orchestern weltweit auf – auch mit den Berliner Philhar-monikern, bei denen sie 2006 in der Waldbühne ihr Debüt gab und deren Artist in Residence sie in dieser Saison ist. Sie ist Artistic Director des 2003 von ihr gegründeten Internationalen Kammermusikfestivals in Utrecht und hat seit 2023 eine Professur an der Kronberg Academy. Die Musikerin wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem 2018 mit dem Johannes-Vermeer-Preis der niederländischen Regierung und 2020 mit dem Herbert-von-Karajan-Preis der Osterfestspiele Salzburg. Janine Jansen spielt auf Stradivaris herausragender »Shumsky Rode«-Violine von 1715. Das Instrument wurde ihr von einem europäischen Mäzen als Leihgabe überlassen. Sie ist Pirastro Künstlerin und spielt Evah Pirazzi Neo-Saiten.
Sunwook Kim kann dank »seiner Technik und einer weiten Bandbreite an Klangfarben«(The Guardian) auch die kleinste Nuance einer Partitur mit natürlicher Leichtigkeit hörbar machen. Der 1988 in Seoul geborene Südkoreaner gewann mit 18 Jahren als erster asiatischer Pianist und jüngster Gewinner seit 40 Jahren den renommierten Klavierwettbewerb im englischen Leeds. Im Juni 2021 gab Kim sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern – und wurde sofort wieder eingeladen.
Der Wahllondoner, der an der Korea National University of Arts sowie an der Royal Academy of Music in London studierte und regelmäßig in den international führenden Konzertsälen zu erleben ist,gilt als einer der besten Pianisten seiner Generation. Wer ihn auf seinem Weg dahin besonders beeinflusst hat? »András Schiff. Er ist seit vielen Jahren mein Mentor. Wir trafen uns zum ersten Mal in Seoul bei einem seiner Meisterkurse und dann lud er mich ein, bei seinem Meisterkurs in Luzern in der Schweiz zu spielen. Ich habe so viel von András gelernt, mental, physisch und musikalisch.« Neben seinem Klavierstudium hat Sunwook Kim auch eine Dirigentenausbildung absolviert – unterstützt von seinem zweiten Mentor, dem südkoreanischen Dirigenten und Pianisten Myung-Whun Chung. Gegenwärtig ist er Musikdirektor des südkoreanischen Gyeonggi Philharmonic Orchestra.
Marlene Ito studierte in Sydney, bevor sie ihre Ausbildung an der Musikhochschule Lübeck und an der Universität der Künste Berlin fortsetzte. Während dieser Zeit wurde die Geigerin Stipendiatin der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker. Erste Orchestererfahrungen sammelte sie als Aushilfe im Sydney Symphony Orchestra sowie in führenden deutschen Symphonieorchestern. 2009 wurde Marlene Ito 2. Konzertmeisterin im Orchester der Komischen Oper Berlin. 2011 wechselte sie zu den Berliner Philharmonikern, wo sie heute als 1. Stimmführerin in der Gruppe der Zweiten Geigen spielt.
Thomas Timm studierte Geige in Leipzig, Lübeck und Bern. Er war mehrfach Preisträger und Stipendiat renommierter Wettbewerbe und Stiftungen im In- und Ausland. Seit 2000 ist er 1. Stimmführer der Gruppe der Zweiten Violinen bei den Berliner Philharmonikern. Als Solist konzertierte er mit dem MDR-Sinfonieorchester und dem Gewandhausorchester Leipzig. Konzertreisen führten ihn durch viele Länder Europas, nach Japan, China und in die USA. Thomas Timm ist Mitglied der Philharmonischen Stradivari-Solisten Berlin. Seit 2003 unterrichtet er an der Karajan-Akademie.
Christophe Horák studierte an der Guildhall School of Music and Drama in London und erhielt musikalische Anregungen von Zakhar Bron, Toru Yasunaga sowie von Mitgliedern des Melos Quartetts und des Borodin-Quartetts. Von 2000 bis 2002 war der Geiger Stipendiat der Karajan-Akademie, ein Jahr später wurde er in die Zweiten Geigen aufgenommen, deren Stimmführer er seit Juni 2009 ist. Seitdem unterrichtet Christophe Horák auch an der Karajan-Akademie. Kammermusikalisch engagiert er sich unter anderem im Scharoun Ensemble Berlin und im Berlin Piano Quartet.
Amihai Grosz ist seit 2010 1. Solobratscher der Berliner Philharmoniker. Der aus Jerusalem stammende Musiker wechselte mit elf Jahren von der Geige zur Viola. Er studierte bei David Chen an der Jerusalem Academy of Music, bei Tabea Zimmermann an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin und bei Haim Taub am Keshet Eilon Music Center. Amihai Grosz spielte viele Jahre im berühmten Jerusalem Quartet, ehe er sich entschied, Orchestermusiker zu werden. Darüber hinaus ist der Bratscher ein gefragter Solist und Kammermusikpartner.
Naoko Shimizu studierte zunächst Violine in Tokio, bevor sie 1992 zur Bratsche wechselte. 1994 kam sie nach Deutschland, wo sie ihre Studien bei Nobuko Imai in Detmold fortsetzte. Sie gewann Preise unter anderem beim ARD-Wettbewerb in München und bei den Young Concert Artist International Auditions in den USA. Seit 2001 ist Naoko Shimizu Solobratscherin der Berliner Philharmoniker. Als Solistin trat sie mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Orchestre de la Suisse Romande, den Budapest Strings und zahlreichen japanischen Orchestern auf.
Ludwig Quandt studierte an der Musikhochschule Lübeck bei Arthur Troester, der von 1935 bis 1945 1. Solocellist der Berliner Philharmoniker war und dessen Platz er fast 50 Jahre später als sein letzter Student einnahm. Während und nach seinem Studium besuchte Ludwig Quandt Meisterkurse bei Boris Pergamenschikow, Zara Nelsova, Maurice Gendron, Wolfgang Boettcher und Siegfried Palm. 1991 wurde er Mitglied der Berliner Philharmoniker, deren 1. Solocellist er seit 1993 ist. Er konzertiert weltweit als Solist und Kammermusiker und ist Mitglied verschiedener Ensembles des Orchesters.
Bruno Delepelaire studierte am Pariser Konservatorium bei Philippe Muller, an der Universität der Künste bei Jens Peter Maintz und bei Ludwig Quandt an der Karajan-Akademie. Außerdem besuchte er Meisterkurse bei Wolfgang Emanuel Schmidt, François Salque und Wolfgang Boettcher. Seit 2013 ist er 1. Solocellist der Berliner Philharmoniker, in deren Konzerten er wiederholt als Solist auftritt. Bruno Delepelaire, der auch bei anderen Orchestern regelmäßig gastiert, ist kammermusikalisch mit dem Berlin Piano Quartet und den 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker zu erleben.
Stefan Dohr ist Solohornist der Berliner Philharmoniker und gilt als herausragender Solist und Kammermusiker. Er studierte in Essen und Köln und war Solohornist im Frankfurter Opern- und Museumsorchester, beim Orchestre Philharmonique de Nice und beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, bevor er 1993 zu den Berliner Philharmonikern kam. Er widmet sich dem klassischen, romantischen und zeitgenössischen Repertoire und tritt immer wieder als Solist in Erscheinung. Neben seiner Lehrtätigkeit an der Karajan-Akademie unterrichtet er an führenden Musikhochschulen in Berlin, Helsinki und London.
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