Jugendliche in Orchesterkleidung rennen auf einem begrünten Hochhausdach auf die Kamera zu
Bundesjugendorchester | Bild: Selina Pfrüner

Konzertinformationen

Auf Einladung der Berliner Philharmoniker


Info

Bühne frei für den Orchesternachwuchs! Im Bundesjugendorchester spielen die besten jungen Instrumentalist*innen Deutschlands – und als »Patenkind« der Berliner Philharmoniker ist es regelmäßig bei uns zu Gast. Diesmal interpretiert das BJO das herrlich träumerische Violinkonzert von Felix Mendelssohn mit dem Niederländer Stephen Waarts als Solist. Unter der Leitung der Estin Anu Tali stehen außerdem musikalische Erzählungen auf dem Programm: Sibelius’ geheimnisvolle Tondichtung Pohjolas Tochter, Mendelssohns dramatische Athalia-Ouvertüre und Strawinskys farbenprächtiger Feuervogel


Besetzung

Bundesjugendorchester
Anu Tali Dirigentin
Stephen Waarts Violine


Programm

Jean Sibelius
Pohjolas Tochter op. 49

Werkeinführung

Felix Mendelssohn Bartholdy
Konzert für Violine und Orchester e-Moll op. 64

Stephen Waarts Violine

Pause

Felix Mendelssohn Bartholdy
Athalia, Schauspielmusik op. 74: Ouvertüre

Igor Strawinsky
LʼOiseau de feu (Der Feuervogel), Suite (Fassung von 1919)


Serviceinformationen

Dauer ca. 2 Stunden und 15 Minuten (inkl. 20 Minuten Pause)



Großer Saal

9 bis 45 €

Biografie

Anu Tali

»Wenn man nur die blanken Noten spielt, wird es langweilig«. Anu Tali, von der Herald Tribune als »charismatisch, brillant« und »energisch« gefeiert, versteht es, Partituren »zwischen den Linien« zu lesen, um die Musik organisch zu entwickeln – wie Kammermusik auf großer Orchesterebene. So erst kann Magie entstehen«. Sie gehört zu einer Generation weltoffener Dirigentinnen und Dirigenten, die frischen Wind in die Klassikwelt bringt. 

Gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Kadri Tali gründete sie 1997 in Tallinn das Estnisch-Finnische Symphonieorchester (heute Nordic Symphony Orchestra), das 90 Mitglieder aus insgesamt 15 Nationen vereint, und leitet es bis heute. Auch als Gastdirigentin setzt die ehemalige Musikdirektorin des Sarasota Orchestra Maßstäbe: 2021 war sie die erste Frau, die eine Oper am Teatro de la Maestranza in Sevilla dirigierte, sie leitete eine Neuproduktion von Rossinis II Barbiere di Siviglia an der Staatsoper Unter den Linden und dirigierte gefeierte konzertante Aufführungen von Heiner Goebbels’ Songs of Wars I Have Seen unter anderem am Lincoln Center in New York. Anu Tali begann ihre musikalische Laufbahn als Pianistin, bevor sie an der Estnischen Musikakademie von Kuno Areng, Toomas Kapten und Roman Matsow zur Dirigentin ausgebildet wurde. Meisterkurse bei Jorma Panula und ein Studium am Staatlichen Konservatorium St. Petersburg bei Ilya Musin und Leonid Korchmar rundeten ihre Ausbildung ab. 

Stephen Waarts

Sein Motto: diszipliniert sein, authentisch sein und offen für die Inspiration, die das Leben an jeder Ecke bereithält. Mit Leidenschaft, technischer Brillanz und einem silbrig schimmernden Ton hat sich der junge Geiger Stephen Waarts in die internationale Oberliga seines Fachs gespielt. »Meine Disziplin«, sagt er, »kommt einfach aus der Liebe zur Musik.« Nach seinem Studium am San Francisco Conservatory of Music bei Li Lin zog der niederländisch-amerikanische Geiger mit 15 Jahren auf die andere Seite des amerikanischen Kontinents, um seine Ausbildung am Curtis Institute of Music in Philadelphia in der Klasse von Aaron Rosand fortzusetzen. 

Nach dem Bachelor und zahlreichen Wettbewerbserfolgen, unter anderem beim Internationalen Yehudi-Menuhin-Wettbewerb 2014 und der Queen Elisabeth Competition 2015, ging Stephen Waarts nach Deutschland, wo er ab 2016 an der Kronberg Academy bei Mihaela Martin studierte. 2017 erhielt er den Avery Fisher Career Grant Award, 2019 den Orchestra Award des International Classical Music Award (ICMA), von 2021 bis 2023 war er Fellow der Kronberg Academy. Heute gastiert Stephen Waarts bei renommierten Orchestern wie dem Konzerthausorchester Berlin, dem hr-Sinfonieorchester, dem Chamber Orchestra of Europe und dem Royal Philharmonic Orchestra und präsentiert sich mit einem breiten Repertoire, das sowohl Standardwerke als auch selten Gehörtes umfasst.

Bundesjugendorchester

»Ich merke genau, dass diese Jugendlichen unbedingt ihr Bestes geben wollen, vielleicht sogar noch mehr«, so Kirill Petrenko über die Mitglieder des Bundesjugendorchesters (BJO). Wenn die zu ihren Instrumenten greifen, begeistern sie mit überbordender Energie und beachtlicher Professionalität Publikum, Kritik und Dirigent*innen gleichermaßen. Dabei haben die zwischen 14 und 19 Jahre jungen Musiker*innen des BJO ihr reguläres Musikstudium in der Regel noch vor sich – vorausgesetzt, dass sie sich hierfür entscheiden. Denn die Absicht, die Musik zum Beruf zu machen, gehört nicht zu den Voraussetzungen für die Aufnahme in das vom Deutschen Musikrat getragene Orchester. 

Hier geht es vielmehr um die Liebe zur Musik, den Wunsch, ein Teamplayer zu sein und um hohes technisches Können. 2013 haben die Berliner Philharmoniker eine Patenschaft für die außergewöhnliche Nachwuchsformation übernommen, weshalb sie die jungen Musiker*innen jährlich nach Berlin einladen. Viele ehemalige Mitglieder des Bundesjugendorchesters spielen heute in Profiorchestern oder sind bekannte Solist*innen geworden, etwa Sabine Meyer, Christian Tetzlaff oder Tabea Zimmermann. Tourneen führten das BJO, das unter anderem von Herbert von Karajan, Kurt Masur, Gustavo Dudamel, Sir Simon Rattle und Kirill Petrenko dirigiert wurde, durch ganz Europa sowie nach Nord- und Südamerika, Asien und Afrika.