Zum ersten Mal in Bogotá

Für die Berliner Philharmoniker ist es immer aufregend, einen neuen Konzertsaal kennenzulernen. Bei seinem ersten Gastspiel in Kolumbien war das Orchester nun im Teatro Mayor in der Hauptstadt Bogotá zu erleben. Der Saal wurde 2010 eröffnet – seine Akustik und Bühnentechnik entspricht damit modernsten Anforderungen. Zugleich vermitteln seine warmen, braunen Farbtöne eine geradezu intime Stimmung. 

Im ersten der beiden Konzerte standen Elgars Enigma-Variationen und Tschaikowskys Vierte Symphonie auf dem Programm. Schon bei ihrem ersten Auftreten wurden die Philharmoniker und Chefdirigent Kirill Petrenko mit Bravo-Rufen begrüßt, in der Pause hörte man überall im Foyer Kommentare wie »Absolutamente extraordinario!« Bei so guter Stimmung waren die Standing Ovations am Schluss dann keine Überraschung mehr.

Am ersten Tag in Bogotá hatten die Berliner Philharmoniker frei, um sich an die dünne Luft in 2640 Metern Höhe zu gewöhnen. Einige Orchestermitglieder nutzten die Zeit zu Ausflügen. Erst ging es zu einem berühmten Markt, wo in Europa unbekannte Früchte und Fische aus dem Amazonas zu bestaunen waren. Anschließend konnte man im Goldmuseum in die große kulturelle Vergangenheit Kolumbiens eintauchen. Am spannendsten vielleicht: die vibrierenden, bunten Straßen von Bogotá.

Zweites und letztes Konzert in Bogotá! Auch in diesem Programm mit Brahms’ Erstem Klavierkonzert (Solist: Víkingur Ólafsson) und Strauss’ Also sprach Zarathustra reagierte das Publikum mit hemmungsloser Begeisterung. Dafür gab es eine Zugabe: Brahms’ Ungarischer Tanz Nr. 1.