Das 1908 vollendete Teatro Colón in Buenos Aires ist von einer einzigartigen, überwältigenden Pracht. Im Gegensatz zur nur 55 Jahre später eröffneten Philharmonie Berlin blickt dieser Saal nicht in die Zukunft, sondern greift einige der schönsten architektonischen Traditionen des alten Europas auf: Von italienischer Renaissance bis zum französischen Beaux-Arts-Stil lebt hier eine große Vergangenheit auf. Auch das Stadtbild ist unübersehbar europäisch beeinflusst, sodass manche Viertel eher an Paris, Madrid oder Mailand erinnern als an südamerikanische Großstädte.
Beim ersten Auftritt in Argentinien boten die Berliner Philharmoniker unter Leitung von Kirill Petrenko mit Víkingur Ólafsson als Solist eine mitreißende Interpretation von Brahms’ Klavierkonzert Nr. 1, gefolgt von Richard Strauss’ Also sprach Zarathustra. Mit im Saal war ein aus Berlin angereistes Team der Digital Concert Hall, um die Live-Übertragung desselben Programms am Freitag, dem 23. Oktober, vorzubereiten. Der Zugang zum Livestream ist kostenlos.
Zum Abschluss noch einmal Brahms und Strauss im Teatro Colón in Buenos Aires. Dass die dreiwöchige Tournee der Berliner Philharmoniker nach New York und Südamerika gerade an diesem Ort endete, war eine besondere Freude für die Musikerinnen und Musiker. Diese zeigten sich von der verschwenderischen Pracht restlos begeistert. Der Erste Konzertmeister Daishin Kashimoto meinte: »Man spürt die Geschichte des Saals, es ist eine Freude, hier zu spielen. Und ich hoffe von Herzen, dass wir bald wieder zurückkommen.«