In der letzten Saison ist viel passiert, auch bei dem orchestereigenen Label Berliner Philharmoniker Recordings: Erschienen sind echte Liebhaber-Editionen, musikalische Schwerpunkte und digitale Solo-Veröffentlichungen mit Mitgliedern des Orchesters. Wir haben die Neuerscheinungen aus der letzten Saison hier noch einmal für Sie zusammengefasst.
Als Seiji Ozawa 1966 erstmals das Pult der Berliner Philharmoniker betrat, war es der Beginn einer künstlerischen Verbindung, die von tiefem gegenseitigem Vertrauen geprägt war. Der junge Dirigent aus Japan überzeugte nicht nur durch seine exakte Kenntnis der Werke, sondern auch durch seine uneitle, respektvolle Haltung gegenüber dem Orchester. Ohne autoritären Gestus und mit großer menschlicher Wärme gelang es ihm, seine musikalischen Vorstellungen deutlich zu machen – ohne sie aufzuzwingen.
Aus dieser Haltung erwuchs ein Miteinander, das von Offenheit und Gleichklang geprägt war: ein kreativer Raum, in dem Spontaneität gedeihen konnte und individuelle Impulse willkommen waren. Nicht zuletzt diese besondere Form des Zusammenarbeitens machte Ozawa zu einem der prägenden Gastdirigenten der Philharmoniker.
Die Edition, die wir ihm widmen, erinnert an eine außergewöhnliche Partnerschaft und feiert einen Künstler, der 2016 für seine Verdienste zum Ehrenmitglied des Orchesters ernannt wurde.
Bereits im April 2024 startete das Label Berliner Philharmoniker Recordings eine neue Album-Reihe, in der sich Mitglieder des Orchesters in ausgewählten Aufnahmen als Solokünstler*innen präsentieren. Den Auftakt macht der Erste Konzertmeister Noah Bendix-Balgley mit drei Aufnahmen unter der Leitung von Kirill Petrenko und Werken von Wolfgang Amadeus Mozart und Leone Sinigaglia. In der vergangenen Saison kamen weitere Alben hinzu, mit Solo-Bratscher Amihai Grosz, Harfenistin Marie-Pierre Langlamet und Solo-Klarinettist Wenzel Fuchs. Die Alben gibt es exklusiv digital auf allen bekannten Plattformen.
Herbert von Karajan wird heute vielfach mit seinen aufwendig produzierten Studioaufnahmen assoziiert – ein Bereich, in dem er neue Maßstäbe setzte und die Möglichkeiten der Aufnahmetechnik früh zu nutzen wusste. Doch bei aller Affinität zum Medium war für ihn das Konzert unter Live-Bedingungen der eigentliche Maßstab.
Die zwischen 1953 und 1969 in Berlin entstandenen Rundfunkaufnahmen mit den Berliner Philharmonikern, die nun in großer Zahl erstmals veröffentlicht werden, offenbaren genau diesen künstlerischen Anspruch: Sie dokumentieren Aufführungen, die nicht für das Mikrofon inszeniert wurden, sondern aus dem Moment heraus entstanden.
In ihrer Direktheit und Lebendigkeit geben diese Mitschnitte einen seltenen Einblick in die Arbeit Karajans mit dem Orchester – in eine Phase intensiven gemeinsamen Wachsens, geprägt von künstlerischer Unmittelbarkeit. Diese Edition lädt dazu ein, den Dirigenten nicht als Studioperfektionisten, sondern als Gestalter des Augenblicks neu zu entdecken.
Diese auf 1.000 Exemplare limitierte Vinyl-Edition mit insgesamt 17 Schallplatten vereint herausragende Mahler-Interpretationen der Berliner Philharmoniker aus dem vergangenen Jahrzehnt – Aufnahmen, die in ihrer künstlerischen Spannweite und klanglichen Qualität gleichermaßen beeindrucken.
Im Zentrum stehen die neun vollendeten Symphonien sowie das Adagio aus der Zehnten – jenes ergreifende Fragment, das unter Claudio Abbados Leitung zum 100. Todestag Gustav Mahlers in einem bewegenden Konzert zu erleben war.
Mit Kirill Petrenko und Sir Simon Rattle sind sowohl der derzeitige Chefdirigent als auch sein unmittelbarer Vorgänger vertreten. Ergänzt wird die Auswahl durch eine Reihe international gefeierter Gastdirigenten, die dem Orchester eng verbunden sind: Gustavo Dudamel, Bernard Haitink, Daniel Harding, Andris Nelsons und Yannick Nézet-Séguin – Dirigentenpersönlichkeiten, die jede Symphonie in einem eigenen Licht erscheinen lassen.
Diese exklusive Edition bietet nicht nur einen Überblick über die Mahler-Pflege des Orchesters in jüngerer Zeit, sondern auch ein eindrucksvolles Panorama interpretatorischer Vielfalt.