Chanson d’amour

Sabine Devieilhe und Alexandre Tharaud

(Foto: Jean Baptiste Millot)

»Ich glaube, dass ich eine sehr französische Stimme habe. Ich finde mich ein wenig in den alten französischen Sängern wieder – besonders denen, die in der Koloraturtradition stehen. Mado Robin zum Beispiel oder Lily Pons«, meint Sabine Devieilhe in einem Interview. Die hochvirtuosen Koloraturpartien einer Königin der Nacht (Die Zauberflöte), Olympia (Les Contes d’Hoffmann) oder Zerbinetta (Ariadne auf Naxos) kommen bei ihr klar, leicht und mühelos daher. Beste Voraussetzung für eine Karriere, die sie von den Opernhäusern in Aix-en-Provence, Montpellier, Lyon und Marseille an die großen internationalen Bühnen in Paris, Mailand, London, Wien und zu den Salzburger Festspielen führte. Dabei strebte die aus der Normandie stammende Sängerin anfangs keine Gesangslaufbahn an, sondern studierte am Conservatoire in Paris zunächst Cello und Musikwissenschaft, ehe sie sich dann doch ganz dem Singen widmete.

Leidenschaft für das Lied

Sabine Devieilhes Leidenschaft gilt neben der Oper auch dem Liedgesang und hier vor allem dem französischen Repertoire. »Wenn ich auf Französisch singen kann, ist es, als dürfte ich demonstrieren, wie man in der französischen Tradition die Stimme in den Körper legt und an den Text schmiegt.« Gerade hat sie mit dem Pianisten Alexandre Tharaud eine CD mit dem Titel Chanson d’amour herausgebracht, auf der sie mit Werken von Fauré, Debussy, Ravel und Poulenc Meilensteine des französischen Liedschaffens vorstellt. »Diese vier Komponisten behandeln die Stimme und das Klavier sowie deren Interaktion mit großer Subtilität«, erklärt der aus Paris stammende Pianist, der als Solist international erfolgreich ist und zugleich als idealer Liedbegleiter gilt. Für ihn sei – so der Musiker – die Singstimme mit ihren Gestaltungsmöglichkeiten eine wichtige Inspirationsquelle für das eigene Musizieren.