10. – 28. Februar 2021

Die Goldenen Zwanziger

Biennale der Berliner Philharmoniker

Filmplakat: Berlin - Die Sinfonie der Großstadt
(Foto: Deutsche Kinemathek)

Der Erste Weltkrieg veränderte die Weltordnung, stürzte Monarchien, zog Grenzen neu. Inmitten dieser Welt im Umbruch lag Berlin: eine Metropole der Gegensätze, Epizentrum der künstlerischen Moderne. Wohnungsnot und bittere Armut, kühne Modernitätsträume, Vergnügungssucht, Nostalgie und Gewalt prallten aufeinander. Während die politische Klasse die Republik zu Beginn der 1930er-Jahre lahmlegte und das Land in eine Diktatur taumelte, wurden in Berlin noch einmal die Extreme ausgereizt. »Das ist kein lauschiges Plätzchen, das ist eine ziemliche Stadt«, dichtete Bertolt Brecht in einem Song, den Kurt Weill unter dem Titel Berlin im Licht vertonte.

Stadt der Avantgarde

Gemeinsam mit Chefdirigent Kirill Petrenko und Gästen wie Igor Levit, Christian Thielemann, Donald Runnicles, Sophie Rois und Dagmar Manzel lassen die Berliner Die Goldenen Zwanziger Biennale der Berliner Philharmoniker 10. – 28. Februar 2021 Philharmoniker die Zwanzigerjahre in Symphonie-, Film- und Kammerkonzerten, Salons und Late Nights lebendig werden. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Musik Kurt Weills, die in einer einzigartigen Kooperation mit dem Berliner Ensemble und der Komischen Oper präsentiert wird. Darüber hinaus erklingen Werke von Komponisten wie Hanns Eisler und Paul Hindemith, die den musikalischen Diskurs der Weimarer Republik ebenfalls entscheidend geprägt haben. Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin und das Orchester der Deutschen Oper Berlin beteiligen sich ebenfalls an unserer Biennale mit außergewöhnlichen Programmen.

Zentrum der leichten Muse

Auch der Popularmusik, ohne die die Retrospektive der Musik der Zwanzigerjahre Fragment bliebe, widmen wir eigene Veranstaltungen. Tim Fischer interpretiert Chansons von Friedrich Hollaender und anderen, Dagmar Manzel und Ulrich Matthes führen durch eine musikalisch-literarische Revue. Katharina Schüttler und Clemens Schick lesen im Rahmen einer Late Night aus dem Briefwechsel von Kurt Weill und seiner Frau Lotte Lenya. Im Mittelpunkt eines anderen Abends steht Erwin Schulhoff, der in den 1920er- und 30er-Jahren zu den wichtigsten Komponisten der jüngeren Generation gehörte. Er lebte zeitweise in Berlin, wo er sich vom Dadaismus zu Kompositionen inspirieren ließ. Diesen schickte er selbst verfasste Dada-Prologe voraus, die im normalen Konzertbetrieb so gut wie nie vorgetragen werden. Ausnahmeschauspielerin Sophie Rois stellt sie uns vor. Ein weiterer Höhepunkt ist – in Kooperation mit den Internationalen Filmfestspielen Berlin – die Aufführung der Musik zu dem berühmten Stummfilm Berlin – Die Sinfonie der Großstadt durch Mitglieder der Berliner Philharmoniker. Tauchen Sie mit uns ein in die faszinierende Welt der »Roaring Twenties«!