Auf Touren

Die Konzertreisen der Berliner Philharmoniker

2016: Public Viewing in Taipeh
(Foto: Monika Rittershaus)

Das Reisen liegt den Berliner Philharmonikern im Blut. Von Anfang an. Nur wenige Tage, nachdem sich das Orchester 1882 gegründet hat, brachen die Musiker zu ihrer ersten kleinen Tournee auf. Bis heute ist das Reisen ein wichtiger Aspekt des philharmonischen Lebens. Gleichwohl haben sich die Voraussetzungen geändert. Dienten die Tourneen in den Anfangsjahren vor allem dazu, das ökonomische Überleben des noch jungen Klangkörpers zu sichern – erwähnt sei in diesem Zusammenhang der alljährliche Trip ins holländische Seebad Scheveningen, wo die Philharmoniker zwischen 1885 und 1911 die mondänen Kurgäste unterhielten –, so wuchs das Orchester mit wachsendem Renommee immer mehr in die Rolle eines musikalischen Botschafters hinein.

Hinaus in die Welt

1896 fuhr es auf Wunsch von Kaiser Wilhelm II. nach Moskau, um ein Konzert zur Krönung von Zar Nikolaus II. zu geben. Legendär ist auch das erste Gastspiel in Paris, das im folgenden Jahr unter Leitung des damaligen Chefdirigenten Arthur Nikisch stattfand: Noch schmerzte die Pariser Bevölkerung der verlorene Deutsch-Französische Krieg und der Polizeipräsident befürchtete Ausschreitungen gegen die Musiker aus Deutschland. Doch Nikisch und die Philharmoniker begeisterten das Publikum mit ihrer Art des Musizierens und hatten sich am Ende eine treue Fangemeinde erobert. In der Ära von Wilhelm Furtwängler erlebte die Reistätigkeit des Orchesters weitere Höhepunkte. Denn für den Dirigenten stand außer Frage, dass die Reisen eine Horizonterweiterung für die Musiker seien und sie weltoffener mache. Nach den Terrorjahren des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs galt es, verlorenes internationales Ansehen zurückzugewinnen – und auch dabei spielten die Berliner Philharmoniker als »musikalische Eisbrecher« eine entscheidende Rolle. Etwa während der ersten USA-Tournee 1955 mit Herbert von Karajan, wo die Philharmoniker zunächst mit »Nazis go home«-Plakaten empfangen wurden, aber durch ihr Auftreten und ihr Spiel sämtliche Ressentiments zerstreuten. Auch die ersten Reisen nach Japan und China standen ganz im Zeichen der Völkerverständigung, nicht zu vergessen die beiden bewegenden Israel-Reisen Anfang der 1990er-Jahre, die wichtige Stationen im Versöhnungsprozess beider Nationen bildeten.

Global Player

In der Ära Claudio Abbados etablierten die Berliner Philharmoniker die sogenannten Europakonzerte, die alljährlich am 1. Mai an kulturgeschichtlich bedeutenden Orten des Kontinents stattfinden. Mit Sir Simon Rattle brachen die Philharmoniker immer wieder zu »neuen Ufern« auf: Hongkong, Singapur, Taipeh, Abu Dhabi, Sidney ... Heute ist das Orchester, in dem Musiker aus 28 Nationen spielen, ein Global Player mit Fans auf der ganzen Welt. Wie inspirierend sich das Reisen auf seine Mitglieder auswirkt, zeigt sich am Beispiel der Digital Concert Hall, der virtuellen Konzerthalle des Orchesters. Ohne die überwältigen Tourneeerfahrungen, in Übersee eine große Fangemeinde zu besitzen, wäre die Idee zu dieser Internetplattform nie entstanden.

In Deutschland, Europa, Israel und Japan

Auch in dieser Saison nehmen die Reisen einen großen Raum ein: Nach der traditionellen Festivaltournee zu Beginn der Saison, die die Philharmoniker mit ihrem neuen Chefdirigenten unternahmen, reisen sie im Rahmen der großen Übersee-Tournee im November nach Japan. Begleitet werden sie von einem langjährigen künstlerischen Freund: Zubin Mehta, der seit Februar 2019 Ehrenmitglied des Orchesters ist. Kirill Petrenko ist im Februar wieder mit dabei, wenn die Philharmoniker auf Tournee gehen und sich mit ihrem neuen Chefdirigenten in verschieden deutschen Musikmetropolen vorstellen. Im Mai folgt die nächste Konzertreise mit Petrenko; beginnend mit dem Europakonzert, das anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz und der Beendigung des Zweiten Weltkriegs in Tel Aviv stattfindet, und weiteren Stationen in Jerusalem, Budapest, Prag, Wien, Amsterdam, Brüssel und Luxemburg. Das Tour-Programm mit Werken von Gustav Mahler, erlaubt dem neuen Chefdirigenten, sich bei den Philharmonikern erstmals als Mahler-Interpret zu präsentieren – als Höhepunkt und gelungener Abschluss eines spannenden Reisejahrs.

1897: Arthur Nikisch und die Berliner Philharmoniker in Paris
(Foto: Archiv Berliner Philharmoniker)
Wilhlem Furtwängler auf Konzertreise
(Foto: Archiv Berliner Philharmoniker)
1955: Demonstrationen während der ersten USA-Reise
(Foto: Archiv Berliner Philharmoniker)
1979: erstes China-Gastspiel mit Herbert von Karajan
(Foto: Gustav Zimmermann)
1991: erstes Europakonzert in Prag mit Claudio Abbado
(Foto: EuroArts Music)
2011: Sir Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker werden von den Fans in Taipeh gefeiert.

Konzerte

Dieses Konzert entfällt leider.

Samstag,

01. Mai 2021,
11.00 Uhr

La Sagrada Família, La Sagrada Família

Konzertreise

Sa, 01. Mai 2021, 11.00 Uhr
La Sagrada Família, La Sagrada Família

Berliner Philharmoniker

Kirill Petrenko Dirigent

Rosa Feola Sopran

Wiebke Lehmkuhl Alt

Mauro Peter Tenor

Krešimir Stražanac Bassbariton

Orfeo Catalá Chor

Werke von Wolfgang Amadeus Mozart

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Dieses Konzert entfällt leider.

Sonntag,

02. Mai 2021,
20.00 Uhr

Palau de la Música Catalana, Barcelona

Konzertreise

So, 02. Mai 2021, 20.00 Uhr
Palau de la Música Catalana, Barcelona

Berliner Philharmoniker

Kirill Petrenko Dirigent

Rosa Feola Sopran

Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Peter Tschaikowsky

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Dieses Konzert entfällt leider.

Montag,

03. Mai 2021,
19.30 Uhr

Auditorio Nacional de Música, Madrid

Konzertreise

Mo, 03. Mai 2021, 19.30 Uhr
Auditorio Nacional de Música, Madrid

Berliner Philharmoniker

Kirill Petrenko Dirigent

Rosa Feola Sopran

Wiebke Lehmkuhl Alt

Mauro Peter Tenor

Krešimir Stražanac Bassbariton

Orfeo Catalá Chor

Werke von Wolfgang Amadeus Mozart

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Dieses Konzert entfällt leider.

Dienstag,

04. Mai 2021,
19.30 Uhr

Auditorio Nacional de Música, Madrid

Konzertreise

Di, 04. Mai 2021, 19.30 Uhr
Auditorio Nacional de Música, Madrid

Berliner Philharmoniker

Kirill Petrenko Dirigent

Rosa Feola Sopran

Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Peter Tschaikowsky

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Donnerstag,

06. Mai 2021,
18.00 Uhr

Festspielhaus Baden-Baden

Konzertreise

Do, 06. Mai 2021, 18.00 Uhr
Festspielhaus Baden-Baden

Berliner Philharmoniker

Kirill Petrenko Dirigent

Vladislav Sulimsky Bariton (Mazeppa)

Olga Peretyatko Sopran (Maria)

Dimitry Ivashchenko Bass (Filipp Orlik)

Oksana Volkova Mezzosopran (Mutter)

Vitalij Kowaljow Bass (Vater)

Dmitry Golovnin Tenor (Andrej)

Alexander Kravetz Tenor (Betrunkener Kosak)

Rundfunkchor Berlin

Peter Tschaikowsky Mazeppa, Oper in drei Akten

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Sonntag,

09. Mai 2021,
18.00 Uhr

Festspielhaus Baden-Baden

Konzertreise

So, 09. Mai 2021, 18.00 Uhr
Festspielhaus Baden-Baden

Berliner Philharmoniker

Kirill Petrenko Dirigent

Vladislav Sulimsky Bariton (Mazeppa)

Olga Peretyatko Sopran (Maria)

Dimitry Ivashchenko Bass (Filipp Orlik)

Oksana Volkova Mezzosopran (Mutter)

Vitalij Kowaljow Bass (Vater)

Dmitry Golovnin Tenor (Andrej)

Alexander Kravetz Tenor (Betrunkener Kosak)

Rundfunkchor Berlin

Peter Tschaikowsky Mazeppa, Oper in drei Akten

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Dieses Konzert wird in das Jahr 2023 verschoben. Der genaue Konzerttermin wird noch bekannt gegeben.

Sonntag,

16. Mai 2021,
18.00 Uhr

Gewandhaus zu Leipzig

Konzertreise

So, 16. Mai 2021, 18.00 Uhr
Gewandhaus zu Leipzig

Berliner Philharmoniker

Kirill Petrenko Dirigent

Gustav Mahler Symphonie Nr. 9

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