Visionäre Klangwelten

Der Komponist Edgard Varèse

Edgar Varèse
(Foto: Archiv Berliner Philharmoniker)

»Mit 20 Jahren habe ich begonnen, den Klang als lebendiges Material zu empfinden, das ohne willkürliche Einschränkung zu formen ist.« Sein Mut, den Klang neu zu denken, die Grenzen des überkommenen Klangbegriffs zu sprengen und neue Klangquellen zu erschließen macht Edgard Varèse zu einem der revolutionärsten und spannendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Dabei ging es ihm nicht darum, mit den überkommen Musiktraditionen zu brechen, sondern sie weiterzuentwickeln und zu transformieren. Stets auf der Suche zeitgemäße musikalische Ausdrucksformen zu generieren, wurde er nicht nur eine wichtige Stimme der Moderne, sondern auch ein Wegbereiter für die elektronische Musik. Aus diesem Grund widmen die Berliner Philharmoniker dem aus Frankreich stammenden Komponisten, der 1915 in die USA auswanderte, in dieser Saison einen programmatischen Schwerpunkt. Nachdem die Philharmoniker im Rahmen des Musikfests Berlin unter der Leitung von Peter Eötvös Amériques aufgeführt haben, ein Werk, in dem Varèse seine ersten Eindrücke von New York musikalisch verarbeitet hat, widmen sie sich im nun mit Arcana einer weiteren zentralen Orchesterkomposition des Klangvisionärs. Zu diesem Stück ließ sich der Komponist von der Lehre des Paracelsus inspirieren, dem Arzt, Alchemisten und Mystiker des 16. Jahrhunderts, der nach einem Universalmittel suchte, das die Fähigkeit besitzt, den Menschen zu heilen, zu verwandeln und zu erneuern.

Monumentale Klänge und geistreiche Miniaturen

Der Dirigent des Abends, François-Xavier Roth, stellt zudem in einer Late Night mehrere Ensemblestücke Varèses vor, u. a. dessen Intègrales, in der die Musik an die spätere elektroakustische Musik denken lässt. Ebenfalls an dem Abend zu hören: die mit neun Bläsern und 18 Schlaginstrumenten besetzte Komposition Hyperprism, in der Varèse die ihn umgebenden Geräusche New Yorks (inklusive der Schiffsirenen vom Hudson) mit Hilfe »hyperprismatischer Brechung« ins Abstrakte übertrug. Auch eine der letzten Kompositionen Varèses ist zu hören: das berühmte Poème électronique, welches anlässlich der Brüsseler Weltausstellung von 1958 für den von Le Corbusier entworfenen Philips Pavillon entstand: ein elektronisch-räumliches Environment, das bei seiner Premiere Architektur, Film, Licht und Musik zu einem Raum und Zeit fusionierenden Gesamtkunstwerk verband.

Konzerte

Donnerstag,

24. Okt 2019,
20:00 Uhr

Philharmonie

Aboserie: B

Do, 24. Okt 2019, 20:00 Uhr
Philharmonie

Berliner Philharmoniker

François-Xavier Roth Dirigent

Pierre-Laurent Aimard Klavier

Werke von Joseph Haydn, Béla Bartók und Edgard Varèse

mehr lesen

Freitag,

25. Okt 2019,
20:00 Uhr

Philharmonie

Aboserie: H

Fr, 25. Okt 2019, 20:00 Uhr
Philharmonie

Berliner Philharmoniker

François-Xavier Roth Dirigent

Pierre-Laurent Aimard Klavier

Werke von Joseph Haydn, Béla Bartók und Edgard Varèse

mehr lesen

Samstag,

26. Okt 2019,
19:00 Uhr

Philharmonie

Aboserie: I

Sa, 26. Okt 2019, 19:00 Uhr
Philharmonie

Berliner Philharmoniker

François-Xavier Roth Dirigent

Pierre-Laurent Aimard Klavier

Werke von Joseph Haydn, Béla Bartók und Edgard Varèse

mehr lesen online sehen

Samstag,

26. Okt 2019,
22:00 Uhr

Philharmonie

Philharmonie »Late Night«

Sa, 26. Okt 2019, 22:00 Uhr
Philharmonie

Mitglieder der Berliner Philharmoniker

François-Xavier Roth Dirigent

Sarah Aristidou Sopran

Werke von Edgard Varèse

mehr lesen online sehen