Anna Vinnitskaya und Julia Lezhneva

Zum ersten Mal bei den Berliner Philharmonikern

Anna Vinnitskaya
(Foto: Marco Borggreve)

Zwei Debüts mit zwei herausragenden jungen Künstlerinnen: Die Pianistin Anna Vinnitskaya und die Sopranistin Julia Lezhneva treten in den nächsten Wochen erstmals in den Konzerten der Berliner Philharmoniker auf.

Selbstverständlich Pianistin

Anna Vinnitskaya gab bereits im Oktober 2017 auf Einladung der Stiftung Berliner Philharmoniker ein Recital im Kammermusiksaal. Nun kehrt sie nach Berlin zurück, um erstmals mit den Philharmonikern zu konzertieren. Dass sie die Pianistinnenlaufbahn einschlug, war für sie eine Selbstverständlichkeit: »Das Klavier war bei mir immer da«, meinte die gebürtige Russin, die aus einer Musikerfamilie stammt, in einem Interview. Als 18-Jährige kam sie zum Studium nach Deutschland und lernte dort bald Evgeni Koroliov kennen, der ihr Lehrer und Mentor wurde. Der Erste Preis beim Concours Reine Elisabeth in Brüssel 2007 bildete den Auftakt zu einer beispiellosen internationalen Karriere. Bei ihrem philharmonischen Debüt spielt sie das Zweite Klavierkonzert von Sergej Prokofjew, ein hochvirtuoses Werk, mit dem sie in der vergangenen Saison u. a. in Dresden brillierte. Die Sächsische Zeitung schrieb über sie: »Hier bei diesem extrem schwierigen frühen Prokofjew vereinte sie gekonnt perkussive Härte mit melodischer Brillanz, souveränes Klangempfinden mit schnittigen Attacken.«

Eine besondere Stimme

»Sie haben eine Opernsängerin zur Welt gebracht«, prophezeite der Arzt Julia Lezhnevas Mutter, weil ihr Neugeborenes so laut schrie. In ihrer naturwissenschaftlich ausgerichteten Familie war die von der russischen Insel Sachalin stammende Julia Lezhneva mit ihrem musikalischen Talent eine Ausnahmeerscheinung, gleichwohl förderten die Eltern die Begabung ihrer Tochter von Anfang an. Entscheidend für ihren Werdegang waren vor allem zwei Menschen: die Mezzosopranistin Elena Obraztsova, die ihre Mentorin wurde und sie darin bestärkte Barockmusik zu singen, sowie Mark Minkowski, der die junge Sopranistin auf YouTube entdeckte und sie für seine Aufnahme von Bachs h-moll-Messe engagierte. Heute gilt die Russin dank ihrer hellen, klaren und sehr beweglichen Stimmen als ideale Interpretin für virtuose Gesangspartien des Barock und der Wiener Klassik. Ein Glück, dass sich Julia Lezhneva, deren großes Vorbild Cecilia Bartoli ist, von Kindheit an für diese Art von Musik begeistert. Bei ihrem philharmonischen Debütkonzert singt sie die Kantate »Berenice, che fai« von Josef Haydn und die Konzertarie »Chʼio mi scordi di te« von Wolfgang Amadeus Mozart.

Julia Lezhneva
(Foto: Julia Emil Matveev)