»Seid umschlungen, Millionen«

Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker am Brandenburger Tor

Ein magischer Moment: Sommerwetter und später sternenklarer Nachthimmel über dem Brandenburger Tor, Beethovens Neunte Symphonie, dargeboten von den Berliner Philharmonikern unter der Leitung ihres neuen Chefdirigenten Kirill Petrenko, und 35.000 Zuschauerinnen und Zuschauschauer, die dieses Ereignis live miterlebten. Nachdem der letzte Satz mit dem berühmten Schlusschor über Schillers Ode »An die Freude« verklungen war, brach tosender Beifall los. Das Publikum feierte Kirill Petrenko, das Orchester, den Rundfunkchor Berlin und die Solisten. »Das war Gänsehaut pur«, schwärmte eine Zuschauerin, die extra zu diesem Ereignis angereist war. Eine junge Besucherin beeindruckte am meisten zu sehen, wieviel Spaß Kirill Petrenko beim Dirigieren hatte. Ein Gast aus dem Ausland würdigte, dass die Menschen in Deutschland nicht nur zu Fußball-, sondern auch zu Konzertübertragungen in so großer Anzahl erscheinen würden.

Eine wunderbare Atmosphäre

Auch die Musiker erlebten dieses kostenlose Konzert, das live im rbb Fernsehen und in der Digital Concert Hall übertragen wurde, als etwas ganz Besonderes: »Für uns war es ein Traum! Hier vor dem Brandenburger Tor zu spielen und in dieser wunderbaren Atmosphäre den Berlinerinnen und Berlinern sowie den Gästen der Stadt unseren Chefdirigenten vorzustellen – schöner kann man es sich wirklich nicht wünschen«, so Solocellist und Medienvorstand Olaf Maninger. »Wir haben noch nie vor dem Brandenburger Tor gespielt«, ergänzt Knut Weber, Cellist und Orchestervorstand der Philharmoniker. »Und in der knapp 140-jährigen Geschichte des Orchesters gab es erst sieben Chefdirigenten. Wenn wir dann direkt nach einem Amtsantritt hier für ganz Berlin spielen können, macht uns das glücklich.« Beethovens Neunte an diesem Ort aufzuführen sei ein Wunsch Kirill Petrenkos gewesen, erklärt Andrea Zietzschmann, Intendantin der Berliner Philharmoniker. Zumal dieses Stück nicht nur musikalisch, sondern auch wegen ihrer humanistischen Vision von der Verbrüderung aller Menschen einen einzigartigen Rang im Repertoire einnimmt. »Die Symphonie ist ein wichtiges Stück der Orchesterliteratur«, so Andrea Zietzschmann. »Und sie 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer hier an diesem geschichtsträchtigen Ort aufzuführen, ist eine starke Botschaft an die Welt.«


Das Konzert in der Mediathek des rbb

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Das Open-Air-Konzert am Brandenburger Tor fand mit freundlicher Unterstützung der Deutschen Bank und der Freunde der Berliner Philharmoniker e. V. statt.