Das Cello - Instrument des Jahres 2018

Solocellist Bruno Delepelaire über die Vorzüge seines Instruments

Bruno Delepelaire, Erster Solocellist der Berliner Philharmoniker
(Foto: Sebastian Hänel)

Es gibt viele Wege, das Cello zu entdecken. Bei Bruno Delepelaire, dem Ersten Solocellisten der Berliner Philharmoniker, war es die Großmutter, die mit 52 Jahren anfing, das Streichinstrument zu lernen und mit ihrer Begeisterung den Enkel ansteckte. »Ich liebe, wie das Cello singt«, erklärt der Musiker. Wer keine cellospielenden Verwandten hat, aber trotzdem neugierig auf dieses Instrument ist, der ist beim Tag des Cellos, den der Landesmusikrat Berlin e. V. in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker am 14. Oktober im Kammermusiksaal der Philharmonie veranstaltet, genau richtig.

Eintauchen in die Welt des Cellos

Den Auftakt zu diesem Ereignis macht das Familienkonzert der 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker, in dem Bruno Delepelaire und seine Kollegen von der Cellogruppe unter dem Motto Seite an Saite ein buntes, unterhaltsames, musikalisches Programm präsentieren. Wer danach denkt »Man muss schon Berufsmusiker sein, um Spaß am Cello zu haben«, der wird im Folgenden bald eines Besseren belehrt: Egal ob Profi oder Amateur, ob Liebhaber von Alter oder Neuer Musik, die Präsentationen, Ausstellungen, Konzertbeiträge, Workshops und Vorträge geben einen umfassenden Einblick in die Möglichkeiten des Violoncellos, das 2018 Instrument des Jahres ist. Man kann den ganz kleinen Musikschülern zuhören, wie sie die ersten, einfachen Stücke spielen, staunen, welche Fähigkeiten Studentinnen und Studenten der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin, der Universität der Künste Berlin und der Barenboim-Said Akademie bereits besitzen. Man kann Geigenbauern über die Schulter schauen und das Innenleben des braunen Korpus kennenlernen oder man kann selbst von erfahrenen Musikschullehrern den ersten Unterricht bekommen.

Ideal für Kammermusik

Für Bruno Delepelaire war die Begegnung mit dem Cello entscheidend für den weiteren Lebensweg. Aber auch wer keine Karriere bei den Philharmonikern anstrebt, könne – so der Cellist – von dem Saiteninstrument nur profitieren: »Bei der Musik geht es vor allem um Spaß und Gefühle und dafür braucht man kein Profi zu sein. Da die Cellostimme oft weniger virtuos als die von Geige oder Klavier ist, kann man ziemlich schnell in Ensembles mitwirken und das kammermusikalische Muszieren genießen.«