Quartett: Die Königsdisziplin der Kammermusik

Die Ensembles der Konzertreihe

Quatuor Arod
(Foto: Marco Borggreve)

Ein Streichquartettabend ist stets etwas Besonderes und besitzt eine eigene Sogwirkung: Vier Streichinstrumente – zwei Violinen, Viola und Violoncello – genügen, um für den Hörer einen einzigartigen, klanglichen Kosmos zu schaffen. Unsere Konzertreihe Quartett startet in dieser Saison mit einem vielversprechenden Newcomer: dem Quatuor Arod. Zu diesem Ensemble fanden sich 2013 vier Studenten des Pariser Konservatoriums zusammen und heimsten sofort bei Wettbewerben zahlreiche Preise ein, als wohl renommiertesten den 1. Preis des ARD-Musikwettbewerb 2016. Ihr Geheimrezept: Klanglich so zu verschmelzen, dass der Eindruck entsteht, es würde nur eine einzige Person spielen. Bei ihrem Debüt in der philharmonischen Konzertreihe spielt das französische Ensemble neben Werken von Joseph Haydn und Anton Webern auch das Zweite Streichquartett von Alexander Zemlinsky, das mit zu den herausforderndsten Kompositionen des Genres gehört.

Klassisch, romantisch, zeitgenössisch

Auch das JACK Quartet tritt zum ersten Mal in Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker auf. Die Formation verdankt ihre Entstehung einem »Servicegedanken«: 2005 wollten sich vier junge Studenten der Eastman School of Music zeitgenössischen Komponisten als Quartett zur Verfügung stellen, mit dem diese ihre neuen Werke auf relativ unkomplizierte Weise aufführen können. Ein höchst erfolgreiches Konzept. Denn heute gilt das JACK Quartet als eines der wichtigsten Ensembles für Neue Musik. Bei seinem Auftritt im Kammermusiksaal ist es mit Stücken von Zosha Di Castri, Morton Feldman, Elliott Carter, Liza Lim und Iannis Xenakis zu hören.

Das aus drei Geschwistern und dem zweiten Geiger Rainer Schmidt bestehende Hagen Quartett hingegen, das seit 2007 regelmäßig in dieser Konzertreihe auftritt, hingegen bedient dieses Mal das klassisch-romantische Kernrepertoire: In seinem Programm stellt es das dritte Streichquartett aus Schumanns Opus 41 und das Streichquartett Nr. 8 des 17-jährigen Franz Schubert einem Werk von Joseph Haydn gegenüber und macht dadurch deutlich, wie stark der Wiener Klassiker die beiden Jüngeren beeinflusst hat.

Philharmonisches Heimspiel

Die zwei letzten Kammermusikformationen dieser Reihe geben sozusagen ein »Heimspiel«: Die Musiker des Philharmonia Quartetts und des Varian Fry Quartetts sind alle Mitglieder der Philharmoniker und somit bestens aufeinander eingespielt. Ein homogener und gleichzeitig transparenter Klang gilt den Streichern als Ideal. In der Vergangenheit hat das Philharmonia Quartett immer wieder durch seine Beethoven-Interpretationen Aufsehen erregt. Nun hat es mit Op. 18 Nr. 6 ein frühes Werk des Komponisten auf das Programm seines Konzerts gesetzt, neben dem Zweiten Streichquartett von Karol Szymanowski und Leoš Janáčeks Intimen Briefen, einem musikalischen Liebesbekenntnis an die 38 Jahre jüngere Kamilla Stösslova.

Während das Philharmonia Quartett bereits auf eine mehr als 35-jährige Zusammenarbeit zurückblicken kann, ist das Varian Fry Quartett, das sich in der Saison 2012/2013 gründete, noch relativ jung. Ihre gemeinsame Liebe zum Streichquartettspiel entdeckten die vier Musiker bereits während ihrer Zeit als Stipendiaten der Karajan-Akademie. Ihr musikalischer Mentor war damals Jan Diesselhorst, der so früh verstorbene Cellist der Berliner Philharmoniker und des Philharmonia Quartetts. Für seinen Auftritt im Kammermusiksaal hat das Varian Fry Quartett noch einen Gast eingeladen: den philharmonischen Solocellisten Bruno Delepelaire, mit dem es Franz Schuberts berühmtes Streichquintett C-Dur D 965 aufführt.

JACK Quartet
(Foto: Shervin Lainez)
Hagen Quartett
(Foto: Harald Hoffmann)
Philharmonia Quartett
(Foto: Stefan Röhl)
Varian Fry Quartett
(Foto: Privat)

Als Gast

Erster Solocellist Bruno Delepelaire
(Foto: Sebastian Hänel)

Konzerte

Dienstag,

06. Nov 2018,
20:00 Uhr

Kammermusiksaal

Kammermusik | Aboserie: T

Di, 06. Nov 2018, 20:00 Uhr
Kammermusiksaal

JACK Quartet

Werke von Zosha Di Castri, Morton Feldman, Elliott Carter, Liza Lim und Iannis Xenakis

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Montag,

04. Feb 2019,
20:00 Uhr

Kammermusiksaal

Kammermusik | Aboserie: T

Mo, 04. Feb 2019, 20:00 Uhr
Kammermusiksaal

Hagen Quartett

Werke von Joseph Haydn, Franz Schubert und Robert Schumann

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Sonntag,

31. Mär 2019,
20:00 Uhr

Kammermusiksaal

Kammermusik | Aboserie: T

So, 31. Mär 2019, 20:00 Uhr
Kammermusiksaal

Philharmonia Quartett

Werke von Karol Szymanowski, Ludwig van Beethoven und Leoš Janáček

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Freitag,

26. Apr 2019,
20:00 Uhr

Kammermusiksaal

Kammermusik | Aboserie: T

Fr, 26. Apr 2019, 20:00 Uhr
Kammermusiksaal

Varian Fry Quartett

Bruno Delepelaire Violoncello

Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy und Franz Schubert

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