Ein temperamentvolles Duo

Katia und Marielle Labèque bei den Berliner Philharmonikern

(Foto: Umberto Nicoletti)

Man erlebt sie meist im Doppelpack: Die Pianistinnen Katia und Marielle Labèque gelten seit Jahrzehnten als eines der erfolgreichsten Klavierduos unserer Zeit. »Faszinierendes Temperament« und eine »unüberbietbare Präzision« zeichne ihr Spiel aus, hieß es im Tagesspiegel nach ihrem Debüt bei den Berliner Philharmonikern im Februar 1987. Damals interpretierten die beiden das bravouröse Konzert für zwei Klaviere von Francis Poulenc unter der Leitung von Myung-Whun Chung. »Genau das Richtige für ein Duo der Sonderklasse wie die Labèque-Schwestern«, jubelte der Kritiker der Berliner Morgenpost. »Ein lustvolles Vergnügen für Ohren und Augen, ein Triumph für die beiden Französinnen, die sich für die ungewöhnlich langen Ovationen mit drei Zugaben bedankten.«

Walbühne und »Late Night«

Das Klavierkonzert von Poulenc haben die Schwestern in den folgenden Jahren mehrfach mit den Berliner Philharmonikern aufgeführt: Unter der Leitung von Sir Simon Rattle spielten sie es in zwei philharmonischen Konzerten im April 2002, bei den Salzburger Festspielen 2004 und beim Waldbühnenkonzert 2005, bei dem sie außerdem Camille Saint-Saëns’ Karneval der Tiere zum Besten gaben. Damals schwärmten sie im Magazin der Berliner Philharmoniker über das Orchester: »Es ist zwar ein großer Klangkörper, aber die Musiker spielen wie ein Kammerorchester, jeder einzelne ist bei dir, und sie sind immer besser, als du es dir vorgestellt hat.« Die Labèques wirkten auch gerne in ungewöhnlichen Projekten des Orchesters mit: Beim Tanzprojekt des Education-Programms MusicTANZ − Modern Times im Dezember 2006 oder bei der Late Night im Dezember 2013, in der sie mit Osvaldo Golijovs Nazareno brillierten, einer Komposition, die sie 2010 in Paris uraufgeführt hatten und in Berlin in einer eigens für das Late-Night-Format arrangierten Fassung präsentierten. In dieser Saison kommen sie gemeinsam mit Marielles Ehemann, dem Dirigenten Semyon Bychkov, zu den Philharmonikern und stellen das selten zu hörende Konzert für zwei Klaviere von Max Bruch vor. Übrigens: In dieser familiären Konstellation waren die drei schon 1989 mit einer Aufführung von Mozarts Klavierkonzert Es-Dur KV 365 bei dem Orchester zu erleben und wurden von der Presse wegen ihrer »temperamentvollen Interpretation« gefeiert.