Die ganze Welt der Kammermusik

Philharmonische Ensembles und ihre Konzerte

(Foto: Heribert Schindler)

Zum Selbstverständnis der Berliner Philharmoniker gehört es, sich neben dem Orchesterspiel mit großer Leidenschaft der Kammermusik zu widmen. Es gibt kaum ein Mitglied des Orchesters, das nicht in einem oder mehreren kammermusikalischen Ensembles mitwirkt. Viele dieser Ensembles, in denen die Musikerinnen und Musiker dank der langjährigen kollegialen Zusammenarbeit eine einzigartige Spielkultur entwickelt haben, sind international berühmt und gastieren weltweit. Und natürlich gestalten die Philharmoniker auch ihre Kammermusikkonzerte 2018/2019 zum großen Teil mit Kolleginnen und Kollegen aus den eigenen Reihen.

Vom Soloabend bis zum Kammerorchesterkonzert

Wichtigstes Forum dafür ist die Reihe Philharmonische Kammermusik. Hier werden Programme in den unterschiedlichsten Formaten präsentiert, vom Soloabend bis zum Kammerorchesterkonzert, von »klassischen« Ensembles bis hin zu ganz ungewöhnlich besetzten Formationen. Die Reihe ist gleichermaßen Plattform für »Hits« der Kammermusikliteratur wie für die Neu- und Wiederentdeckung unbekannter musikalischer Preziosen. Solopauker Wieland Welzel und Kollegen eröffnen die Reihe mit einem Schlagzeugabend, an dem sie die Vielseitigkeit ihres Instrumentariums vorführen. Das Ensemble Bolero Berlin steht seit 10 Jahren für lateinamerikanische Musik im philharmonischen Sound. In ihrem Jubiläumskonzert machen die Musiker einen Ausflug in die Opernwelt und spielen bekannte Opernarien in ungewöhnlichen Arrangements. In dieser Saison gilt es zwei weitere Jubiläen zu feiern: Das Philharmonische Bläserquintett wird 30 Jahre alt und lädt zum Geburtstagskonzert, bei dem es Kompositionen von Wolfgang Amadeus Mozart, Carl Nielsen, Pavel Haas und György Ligeti interpretiert. Beim Scharoun Ensemble Berlin, dessen Gründung sich zum 35. Mal jährt, stehen Oktette zeitgenössischer Komponisten im Mittelpunkt des Konzertprogramms.

Von Alter Musik bis zur Avantgarde

Neben den philharmonischen Ensembles finden sich einzelne Musiker des Orchesters immer wieder zu spannenden Kammermusikprojekten zusammen: Soloflötist Emmanuel Pahud, Soloklarinettist Wenzel Fuchs und die Harfenistin Marie-Pierre Langlamet geben zusammen mit philharmonischen Streichern einen Abend mit Werken von Maurice Ravel in verschiedenen Besetzungen. Ein Programm mit vorwiegend französischer Kammermusik, vorgetragen von Soloflötist Mathieu Dufour, der Hornistin Sarah Willis und Kollegen aus den Streichergruppen, runden die Konzertserie ab. Auch in den anderen Reihen wirken philharmonische Musiker und Ensembles mit: So gibt es einen gemeinsamen Auftritt mit Daniil Trifonov, Artist in Residence der Saison 2018/2019, bei dem der Pianist nicht nur den Klavierpart in Brahms’ berühmtem Klavierquintett übernimmt, sondern auch sein eigenes Werk dieser Gattung vorstellt. Das Concerto Melante, in dem Philharmoniker auf historischen Instrumenten spielen, widmet sich als Teil der Alte-Musik-Reihe Originalklang dem Barockkomponisten Antonio Cesti, dessen Todestag sich 2019 zum 350. Mal jährt. Mit dem seit mehr als 30 Jahren bestehenden Philharmonia Quartett und dem erst vor fünf Jahren gegründeten Varian Fry Quartett sind in der Reihe Quartett zwei verschiedene Generationen philharmonischer Streichquartette zu erleben. Der von Götz Teutsch gestaltete Philharmonische Salon, bei dem ebenfalls Mitglieder der Berliner Philharmoniker mitwirken, verbindet Musik mit Literatur und öffnet in dieser Saison drei Mal seine Türen.

Bolero Berlin
(Foto: Alessandro Cappone)
Concerto Melante
(Foto: Alessandro Cappone)
Philharmonia Quartett Berlin
(Foto: Stefan Röhl)
Wieland Welzel
(Foto: Sebastian Hänel)
Varian Fry Quartett
(Foto: privat)
Philharmonisches Bläserquintett Berlin
(Foto: Peter Adamik)
Scharoun Ensemble Berlin
(Foto: Al Ghandtschi)