50 Jahre Bundesjugendorchester

Unter Ingo Metzmacher zu Gast in der Philharmonie

Bundesjugendorchester 2018
(Foto: Selina Pfrüner)

Das Bundesjugendorchester ist für die Berliner Philharmoniker mehr als ein hochtalentiertes Nachwuchsorchester: Als Pate fühlen sie sich mit der jugendlichen Spitzenformation besonders verbunden. Zahlreiche Mitglieder der Berliner Philharmoniker spielten einst selbst im Bundesjugendorchester. Die inspirierenden Erfahrungen, die so dort machten, ermutigten sie bei der Entscheidung, Orchestermusiker zu werden. Aber nicht nur das: Viele ehemalige »BJOler« wie beispielsweise Sabine Meyer, Christian Tetzlaff, Tabea Zimmermann und Alban Gerhardt sind heute erfolgreiche Solisten.

Auf professionellem Niveau

Der Klangkörper wurde 1969 vom Deutschen Musikrat ins Leben gerufen, um hochbegabte Instrumentalisten zwischen 14 und 19 Jahren an professionelles Orchesterspiel heranzuführen. Nur die Besten bekommen eine Chance. Wie bei Berufsorchestern müssen sich die Bewerber, von denen viele Preisträger des Bundeswettbewerbs »Jugend musiziert« sind, durch ein Probespiel qualifizieren. Wer dieses Auswahlverfahren bestanden hat, den erwarten drei Probenphasen pro Jahr, in denen unter der Anleitung erfahrener Dozenten, darunter auch Berliner Philharmoniker, jeweils ein anspruchsvolles symphonisches Konzertprogramm einstudiert wird. Dabei wird ihr Gespür für Klangqualität, Intonation und Zusammenspiel geschärft. Hinzu kommt noch die unschätzbare Erfahrung, auf einmal Teil eines größeren Ganzen zu sein. Im Bundesjugendorchester, das jährlich etwa 25 Konzerte im In- und Ausland gibt und sich als musikalischer Botschafter Deutschlands versteht, erhalten die jungen Instrumentalisten nicht nur die Gelegenheit von Orchesterprofis zu lernen, sondern auch unter großartigen Dirigenten zu spielen. Darunter beispielsweise Kurt Masur, Gerd Albrecht, Gustavo Dudamel und Sir Simon Rattle – sie alle standen am Pult und motivierten mit ihrer Energie und Ausstrahlung zu Höchstleitungen.

Auftritte in Berlin und Baden-Baden

Seit die Berliner Philharmoniker im Jahr 2013 die Patenschaft für das Bundesjugendorchester übernommen haben, ist es ihnen ein besonderes Anliegen, ihr musikalisches Wissen und Können an die nachfolgende Generation weiterzugeben. Jährlich laden sie ihr Patenkind zu einem Konzert nach Berlin ein, hinzu kommt ein Auftritt bei den Osterfestspielen in Baden-Baden. Dort wirkt das Bundesjugendorchester regelmäßig im Rahmen des Musikfests mit – ein besonderes Highlight für die Nachwuchstalente, weil sie von philharmonischen Musikern unterstützt werden, die Seite an Seite mit ihnen spielen. Meisterkurse bei einzelnen Philharmonikern und ein Fußballspiel, bei dem die Jugend gegen die Orchesterprofis antritt, runden die Tage in Baden-Baden ab. Anlässlich seines 50. Geburtstags gibt das Bundesjugendorchester 2019 zwei Konzerte in der Berliner Philharmonie – unter der Leitung zweier Dirigenten von Weltrang: Beim ersten Mal stand Kirill Petrenko, der zukünftige Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, am Pult des Orchesters. Jetzt kehrt es für das zweite Konzert zurück, in dem Ingo Metzmacher, der erstmals mit dem Orchesternachwuchs zusammenarbeitet, Edgard Varèses Werk Amériques und Richard Straussʼ Alpensinfonie dirigiert - zwei Kompositonen, in denen zwei gegensätzliche musikalische Welten aufeinanderprallen.

1970: Probe mit dem Gründungsdirigenten Volker Wangenheim
(Foto: privat)
2013: Die Berliner Philharmoniker übernehmen die Patenschaft für das Bundesjugendorchester
(Foto: Peter Adamik)
Baden-Baden 2019: Der philharmonische Oboist Dominik Wollenweber und sein Sohn Janós spielen Seite an Seite in der Oboengruppe
(Foto: Monika Rittershaus)