Yuja Wang und Seong-Jin Cho

Mit den Berliner Philharmonikern in Berlin und auf Tournee

Yuja Wang
(Foto: Kirk Edward)

»Ich hatte Talent darin, für andere einzuspringen, etwas schnell umzusetzen«, bekannte Yuja Wang unlängst in einem Interview der Zeitschrift Stern. Und dieses Talent – so die Pianistin – habe maßgeblich zu ihrer erfolgreichen Karriere beigetragen. Heute zählt die gebürtige Chinesin zu den pianistischen Weltstars, aber das Einspringen ist immer noch ihr Metier: Nachdem Lang Lang die für den November 2017 geplanten Konzerte mit den Berliner Philharmonikern absagen musste, erklärte sich Yuja Wang bereit, seine Auftritte in Guangzhou, Wuhan, Shanghai und Tokio zu übernehmen, wo sie den Solopart von Béla Bartóks Zweitem Klavierkonzert spielt.

Virtuos, brillant, mitreißend

Ihre Mutter wollte eigentlich aus Yuja Wang eine Tänzerin machen. Doch die aus Peking stammende Künstlerin wusste, an ihr kann nur eines tanzen: ihre Finger. Diese lässt die chinesische Pianistin, die am Musikkonservatorium ihrer Heimatstadt, am Mount Royal College in Calgary und am Curtis Institute of Music in Philadelphia studierte, in atemberaubender Schnelligkeit über die Klaviertasten eilen. Dass sie neben einer stupenden Technik auch ein außerordentliches Gespür für Klangnuancen hat, bewies Yuja Wang bereits in Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker: bei ihrem Debüt-Recital 2013 sowie ihrem Orchesterdebüt 2015, bei dem sie Sergej Prokofjews Zweites Klavierkonzert interpretierte. Wild, ungestüm aber gleichzeitig sehr souverän – so der Tenor der Presse – habe sie dieses anspruchsvolle Werk gemeistert. Das Dritte Klavierkonzert des russischen Komponisten wird die Pianistin zudem im April 2018 unter der Leitung von Kirill Petrenko aufführen. Außerdem ist sie in dieser Saison noch mit einem Klavier- und einem Kammermusikabend in der Philharmonie zu erleben.

Auf der Suche nach dem perfekten Klang

Für Seong-Jin Cho, der in Berlin sowie auf Tournee in Frankfurt, Hong Kong und Seoul mit Maurice Ravels Klavierkonzert G-Dur für Lang Lang einspringt, ist es das erste Mal, dass er mit den Berliner Philharmonikern zusammenarbeitet. Die Karriere des aus Seoul stammenden Musikers begann mit zwei spektakulären Wettbewerbsgewinnen: 2011 erspielte er sich – gerade 17-Jährig – den Dritten Preis beim Moskauer Tschaikowsky Wettbewerb, vier Jahre später gewann er den renommierten Chopin-Wettbewerb in Warschau – als erster Koreaner. Er gilt als einer der vielversprechendsten Pianisten seiner Generation und konzertiert mittlerweile auf der ganzen Welt. Seong-Jin Cho, der Krystian Zimerman und Radu Lupu zu seinen großen Vorbildern zählt, beeindruckt durch seine makellose Technik, gleichwohl ist diese für ihn nicht die Hauptsache: »Für mich ist der Klang das wichtigste«, verriet er in einem Interview für BR-Klassik. »Es ist manchmal sehr schwer, den richtigen Klang herauszufinden. Man braucht dazu sehr viel Erfahrung und sehr viel Zeit.«

Seong-Jin Cho
(Foto: Harald Hoffmann)