Quartett: Die hohe Kunst des intimen Zusammenspiels

Die Ensembles der Konzertreihe

Armida Quartett
(Foto: Felix Broede)

Die Konzertreihe Quartett bietet in dieser Saison weit mehr als eine Folge klassischer Streichquartettabende. Das beweist schon das Eröffnungskonzert der Serie, das gleich von zwei jungen Ensembles gestaltet wird, dem Armida Quartett und dem Quatuor Modigliani. Das erste kommt aus Deutschland, das zweite aus Frankreich; gleichwohl gibt es bei beiden Formationen einige Übereinstimmungen: Beide Ensembles haben während des Musikstudiums zusammengefunden, beide gingen beim Artemis Quartett in die Lehre und konnten mit spektakulären Wettbewerbsgewinnen eine internationale Laufbahn starten. Als Doppel-Quartett interpretieren sie eines der heitersten und schwungvollsten Kammermusikwerke der Romantik: das Oktett Es-Dur, das der 16-jährige Felix Mendelssohn Bartholdy komponiert hat. Weitere Programmpunkte sind das Streichquintett g-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart und das Erste Streichsextett von Johannes Brahms.

Nächtliche Traumwelten, unerfüllte Liebessehnsucht

Auch das 1999 gegründete Quatuor Ebène, das von der Presse gerne als »Boygroup des Streichquartetts« gefeiert wird, gastiert mit einem ungewöhnlichen Programm: Unter dem Motto Round Midnight entführt es in nächtliche Schattenwelten der Musik, angefangen von Salvatore Sciarrinos Ai limiti della notte für Viola solo über Jazz-Standards bis hin zu Arnold Schönbergs Verklärter Nacht. Unterstützung erhält das Ensemble von dem Bratscher Antoine Tamestit und dem Cellisten Nicolas Altstaedt. Was die Musiker des Quatuor Ebène antreibt? »Wir sind besessen von der Idee, dem Publikum dabei zu helfen, die Schönheit der Harmonie des Moments zu genießen«, verriet Cellist Raphaël Merlin in einem Interview der Zeit. »Was einen Klang ja wirklich schön macht, ist die Verbindung der gerade erklungenen und der folgenden Töne.«

Eine ganz andere Form des Quartettspiels praktiziert das Berlin Piano Quartet. In der Kombination von drei Streichern und Klavier loten die Musiker den schmalen Grat zwischen kammermusikalischer Intimität und symphonischem Gestus aus. Mit Robert Schumanns Klavierquartett Es-Dur und dem Dritten Klavierquartett von Johannes Brahms, in dem der Komponist vermutlich sein Leid über die unerfüllte Liebe zu Clara Schumann zum Ausdruck bringt, präsentiert das Ensemble zwei Referenzwerke der Gattung.

Von Mozart bis Schostakowitsch

Das aus vier philharmonischen Streichern bestehende Philharmonia Quartett ist das einzige Ensemble der Reihe, das einen »klassischen« Quartettabend veranstaltet. Die vier Werke ihres Programms führen durch ganz unterschiedliche Stimmungen und Seelenlandschaften, angefangen von Wolfgang Amadeus Mozarts heiterem Hoffmeister-Quartett über Claude Debussys klassisch-romantischen Gattungsbeitrag und Igor Strawinskys witzigen Drei Stücken für Streichquartett bis hin zu dem düster-expressiven Zweiten Streichquartett von Dmitri Schostakowitsch.

Das letzte Ensemble der Reihe ist das Auryn Quartett, das seit seiner Gründung 1981 in der gleichen Besetzung spielt. Die jahrelange Zusammenarbeit hat die Musiker zusammengeschweißt. »Wir können einen gemeinsamen Puls herstellen. Da kann der, der an einer Stelle führt, den Puls bestimmen, und die anderen machen mit«, bekannten die Musiker in einem Interview für die Zeitschrift Concerti. Auch das Auryn Quartett wartet mit einem ungewöhnlichen Programm auf: Im Mittelpunkt steht das kammermusikalisch gearbeitete Konzert für Violine, Klavier und Streichquartett von Ernest Chausson. Das für den Geiger Eugène Ysaÿe geschriebene Werk galt bei der Uraufführung 1892 als eines der wichtigsten Kammermusikwerke des 19. Jahrhunderts. Das Auryn Quartett, dessen Name sich von dem magischen Amulett aus Michael Endes Roman Die unendliche Geschichte herleitet, interpretiert dieses Werk zusammen mit der Geigerin Carolin Widmann und dem Pianisten Alexander Lonquich.

Quatuor Modigliani
(Foto: Marie Staggat)
Quatuor Ebène
(Foto: Julien Mignot)
Berlin Piano Quartet
(Foto: Julian Luebbert)
Philharmonia Quartett
(Foto: Stadelmann)
Auryn Quartett
(Foto: Manfred Esser)
Antoine Tamestit
(Foto: Eric Larrayadie)
Carolin Widmann
(Foto: Kasskara)

Konzerte

Donnerstag,

16. Nov 2017,
20:00 Uhr

Kammermusiksaal

Kammermusik | Aboserie: T

Do, 16. Nov 2017, 20:00 Uhr
Kammermusiksaal

Antoine Tamestit Viola

Nicolas Altstaedt Violoncello

Quatuor Ébène

Werke von Salvatore Sciarrino, Henri Dutilleux, Quatuor Ébène und Arnold Schönberg

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Sonntag,

17. Dez 2017,
20:00 Uhr

Kammermusiksaal

Kammermusik | Aboserie: T

So, 17. Dez 2017, 20:00 Uhr
Kammermusiksaal

Berlin Piano Quartet

Werke von Gustav Mahler, Robert Schumann und Johannes Brahms

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Sonntag,

15. Apr 2018,
20:00 Uhr

Kammermusiksaal

Kammermusik | Aboserie: T

So, 15. Apr 2018, 20:00 Uhr
Kammermusiksaal

Philharmonia Quartett

Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Dmitri Schostakowitsch, Igor Strawinsky und Claude Debussy

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Montag,

18. Jun 2018,
20:00 Uhr

Kammermusiksaal

Kammermusik | Aboserie: T

Mo, 18. Jun 2018, 20:00 Uhr
Kammermusiksaal

Auryn Quartett Streichquartett

Alexander Lonquich Klavier

Carolin Widmann Violine

Werke von Ludwig van Beethoven, Wolfgang Amadeus Mozart und Ernest Chausson

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