Das philharmonische Patenkind

Das Bundesjugendorchester zu Gast in der Philharmonie

(Foto: Tom Wassenberg)

Die Berliner Philharmoniker fühlen sich dem Bundesjugendorchester auf besondere Weise verbunden – und das nicht erst seit 2013, als sie die Patenschaft für das Nachwuchsorchester übernahmen. Viele philharmonische Musiker, aber auch international erfolgreiche Solisten wie Sabine Meyer, Christian Tetzlaff, Tabea Zimmermann oder Alban Gerhardt haben selbst einmal in dem Klangkörper gespielt und dabei festgestellt: »Ich möchte Berufsmusiker werden!« Seit 1969 ermöglicht das Bundesjugendorchester begabten Instrumentalisten zwischen 14 und 19 Jahren, erste Erfahrungen in einem Symphonieorchester zu sammeln. Und damit ist es anderen nationalen Jugendorchestern, die erst Musikstudenten offenstehen, eine Altersstufe voraus. In ganz jungen Jahren lernen die Instrumentalisten Orchesterarbeit auf professionellem Niveau. Schon das Aufnahmeverfahren ist wie bei den »Großen«: Nur wer das Probespiel besteht, kann Mitglied werden.

Musikalischer Botschafter Deutschlands…

Drei Mal jährlich kommen die Jugendlichen für drei Wochen zusammen, um unter Anleitung von erfahrenen Orchestermusikern und Dirigenten ein Konzertprogramm einzustudieren, mit dem sie anschließend auf Tournee gehen. Eine Erfahrung, die ein ganz besonderes Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen den Jugendlichen schafft. Das Bundesjugendorchester gibt jährlich ca. 25 Konzerte, nicht nur in Deutschland, sondern – als musikalischer Botschafter seines Heimatlandes – auf der ganzen Welt. Für Sir Simon Rattle, Gustavo Dudamel oder Kirill Petrenko ist das Arbeiten mit den jungen Musikern eine Herzensangelegenheit. 2008 gastierte das Bundesjugendorchester zum ersten Mal auf Einladung der Stiftung Berliner Philharmoniker im scharounschen Konzertsaal; seither kommt es jährlich nach Berlin

… und regelmäßiger Gast in Berlin und Baden-Baden

Nachdem die Berliner Philharmoniker 2013 die Patenschaft übernommen haben, wirkt das Bundesjugendorchester auch regelmäßig bei den Osterfestspielen Baden-Baden mit. Dort hat es seinen großen Auftritt beim traditionellen Musikfest, bei dem es in diesem Jahr zusammen mit Mitgliedern der Philharmoniker unter der Leitung von Sir Simon Rattle Béla Bartóks Tanzspiel Der holzgeschnitzte Prinz aufführte. Daneben hatten die jungen Instrumentalisten die Gelegenheit, Meisterkurse bei Mitgliedern der Philharmoniker zu besuchen. Was beim Festival auch nie fehlen darf: das Fußballspiel, bei dem der musikalische Nachwuchs gegen die Orchesterprofis antritt. Nach den Osterfestspielen beginnt die Frühjahrstournee, die das Bundesjugendorchester nach Köln, Breslau und Berlin führt. Programm dieser Reise ist Benjamin Brittens War Requiem, das Thomas Neuhoff dirigiert. Mit diesem Anti-Kriegsoratorium beteiligt sich das Orchester am Europäischen Kulturerbejahr 2018 Sharing Heritage.

Auftritt beim Musikfest in Baden-Baden unter der Leitung von Sir Simon Rattle
(Foto: Monika Rittershaus)
Die philharmonischen Musiker Nikolaus Römisch und Ulrich Knörzer waren selbst einmal Mitglieder des Bundesjugendorchesters.
(Foto: Monika Rittershaus)
Profis gegen Nachwuchs - das Fußballspiel in Baden-Baden
(Foto: Stefan Stahnke)