Entfesselte Klangmassen

Die Organisten der philharmonischen Orgelkonzerte

(Foto: Peter Adamik)

Das Eröffnungskonzert der philharmonischen Orgelreihe steht in dieser Saison ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums: Die Orgel begleitet musikalisch die Stummfilmvorführung Luther – Ein Film der deutschen Reformation. Dieser aufwändig von Regisseur Hans Kyser produzierte Streifen aus dem Jahr 1927 zeichnet den Werdegang Martin Luthers nach – ein filmisches Dokument, das lange Zeit in den Tiefen des Bundesarchivs schlummerte und nun für das Jubiläumsjahr restauriert wurde. Für die musikalische Begleitung sorgt Thierry Escaich, seit 1997 Titularorganist an der der Pariser Kirche St-Étienne-du-Mont, an der bereits Louis Couperin und Marcel Duruflé wirkten. Er ist nicht nur ein hervorragender Organist, sondern auch ein genialer Improvisator und Komponist. Damit besitzt er ideale Voraussetzungen, um das dramatische Geschehen um Martin Luther klanglich zu illustrieren. »Meine Musik wird für Spannungen und Rivalitäten verantwortlich sein« meint er. »Ich als Komponist werde umso stärker inspiriert, je stärker die psychologischen Beziehungen zwischen den Figuren sind. Das ist so ähnlich, als würde man ein gutes Opernlibretto vertonen.«

Hommage an Martin Luther

Auch das zweite Konzert der Reihe nimmt auf den Reformator Martin Luther Bezug – mit einer Bearbeitung des Finales aus Felix Mendelssohn Bartholdys Reformationssymphonie für Orgel und Blechbläser, vorgetragen von Arvid Gast und dem Blechbläserensemble der Berliner Philharmoniker. Der Titularorganist der St. Jakobi-Kirche zu Lübeck und die philharmonischen Bläser präsentieren außerdem das Allegro aus Charles-Marie Widors Symphonie Nr. 6 und Giacomo Puccinis Preludio sinfonico. Solistisch ist Arvid Gast mit Werken von César Franck, Louis Vierne und Johann Sebastian Bach zu erleben. Ton Koopman entführt das Publikum seiner Orgelmatinee in die Barockzeit. Der Organist, Cembalist, Dirigent und Musikwissenschaftler bestreitet das Programm mit drei Komponisten, die ihm besonders am Herzen liegen und um deren Werke er sich sehr verdient gemacht hat: Johann Sebastian und Carl Philipp Emanuel Bach sowie Dieterich Buxtehude.

Junge Organisten

In den letzten beiden Konzerten sitzen zwei Organisten der jungen Generation am Spieltisch der Karl-Schuke-Orgel: Kit Armstrong, der sich bereits 2014 als Pianist in den Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker vorgestellt hat, gibt in dieser Saison sein Debüt an dem Instrument, und er zeigt mit Edward Elgars G-Dur-Orgelsonate, Franz Liszts Fantasie und Fuge über den Choral »Ad nos, ad salutarem undam« sowie einer von ihm selbst verfassten Transkription von Wolfgang Amadeus Mozarts Fantasie und Fuge C-Du,r welch symphonische Klangmöglichkeiten die Orgel besitzt. Auch Nathan Laube, der bereits 2015 Gast der Reihe war, versteht sich darauf, die Orgel wie ein Orchester zu behandeln. Das beweist er u. a. mit seinen Bearbeitung von Johannes Brahmsʼ Akademischer Festouvertüre und Felix Mendelssohn Bartholdys Variations sérieuses. Ein weiteres Highlight seiner Matinee ist die Aufführung von Paul Hindemith Kammermusik Nr. 7 für Orgel und Kammerorchester, die Nathan Laube zusammen mit den Stipendiaten der Karajan-Akademie interpretiert.

Thierry Escaich
(Foto: Guy Vivien)
Arvid Gast
(Foto: privat)
Ton Koopman
(Foto: Artists Management)
Kit Armstrong
(Foto: Neda Navaee)
Nathan Laube
(Foto: Adam Fenster)

Konzerte

Sonntag,

04. Feb 2018,
11:00 Uhr

Philharmonie

Orgel

So, 04. Feb 2018, 11:00 Uhr
Philharmonie

Ton Koopman Orgel

Werke von Johann Sebastian Bach, Dieterich Buxtehude und Carl Philipp Emanuel Bach

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Sonntag,

22. Apr 2018,
11:00 Uhr

Philharmonie

Orgel

So, 22. Apr 2018, 11:00 Uhr
Philharmonie

Kit Armstrong Orgel

Werke von Sir Edward Elgar, Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Liszt

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Sonntag,

13. Mai 2018,
11:00 Uhr

Philharmonie

Orgel

So, 13. Mai 2018, 11:00 Uhr
Philharmonie

Nathan Laube Orgel

Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker

Raphael Haeger Dirigent

Werke von Johannes Brahms, Jan Koetsier, Felix Mendelssohn Bartholdy, Jehan Alain, Jean Guillou, Henri Tomasi und Paul Hindemith

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