Umsungen – Die Welt der Vokalmusik

Liederabende mit Christian Gerhaher, Gerald Finley und Joyce DiDonato

Christian Gerhaher
(Foto: Alexander Basta)

»Schumann war als Kind und Jugendlicher meine erste Liebe«, gesteht der Christian Gerhaher. Dass der Bariton, langjähriger Weggefährte der Berliner Philharmoniker und Artist in Residence der Saison 2013/2014, nicht nur ein Schumann-Liebhaber, sondern auch ein genialer Interpret seiner Werke ist, hat der Künstler in den philharmonischen Konzerten bereits mehrfach beweisen: in Aufführungen von Das Paradies und die Peri und in den Szenen aus Goethes Faust, einem Werk, in dem er den von Sinnsuche und Wissensdurst getriebenen Titelhelden sang und seinem Publikum – laut dem Kritiker der Frankfurter Rundschau – »einen Schauer nach dem anderen über den Rücken laufen lässt«. In dieser Saison eröffnet der Bariton die Kammermusikreihe Umsungen – Die Welt der Vokalmusik. Neben Antonín Dvořáks Biblische Lieder hat er auch selten aufgeführte Lieder von Robert Schumann auf das Programm gesetzt. Am Klavier begleitet ihn Gerold Huber, der nach Aussage Gerhahers der Garant für seinen Erfolg als Liedsänger ist. Die beiden haben in ihrer Straubinger Jugendzeit zusammengefunden, sind als Duo zusammengewachsen und feiern nicht nur mit ihren Konzertauftritten, sondern auch mit ihren oftmals preisgekrönten CD-Einspielung internationale Erfolge. Wegen seines warmen, lyrischen Stimmtimbres und seiner klaren Diktion wird Christian Gerhaher oftmals mit seinem großen Vorbild Dietrich Fischer-Dieskau verglichen.

Dietrich Fischer-Dieskau – das große Vorbild

Nicht nur Christian Gerhaher, auch Gerald Finley gehört zu den Bewunderern Fischer-Dieskaus. Der aus Kanada stammende Bassbariton entdeckte sein sängerisches Potential durch den Chorgesang. »Es war in Kanada nicht einfach, ein Chorknabe zu sein, während alle deine Freunde Eishockey und Fußball spielten«, erzählte er in einem Interview. Heute gilt Finley als einer der führenden Vertreter seines Stimmfachs, besonders seine Darstellung von Mozarts Don Giovanni wird von der Presse immer wieder bejubelt. Er hätte die »schönste, erotischste Bassbaritonstimme«, heißt es in einer Kritik. Weitere Glanzrollen sind der Hans Sachs in Richard Wagners Meistersinger und der Amfortas in Parsifal. Neben seinen Opernauftritten ist Gerald Finley auch regelmäßig als Liedinterpret zu erleben. Als Begleiter für seinen Liederabend im Kammermusiksaal bringt er den Dirigenten und Pianisten Antonio Pappano mit, unter dessen Leitung er zahlreiche Opernpartien gesungen hat. Gemeinsam präsentieren die beiden ein sehr persönliches Programm: Lieder von Ludwig van Beethoven, Franz Liszt, Ottorino Respighi, Maurice Ravel, Dmitri Schostakowitsch und Paolo Tosti.

Barocke Affekte

Die amerikanische Mezzosopranistin Joyce DiDonato entführt ihr Publikum in ganz andere musikalische Welten: Unter dem Motto »In Krieg und Frieden – Harmonie durch Musik« stellen die Sängerin und das Ensemble Il pomo d’oro Barockarien von Claudio Monteverdi, Henry Purcell, Georg Friedrich Händel, Leonardo Leo und Niccolò Jommelli vor. Den Berlinern ist Joyce DiDonato, die nicht nur über eine betörende Stimme, sondern auch über ein mitreißendes komödiantisches Talent und unwiderstehlichen Charme verfügt, längst keine Unbekannte mehr. Im Oktober 2012 debütierte sie an der Deutschen Oper Berlin als Rosina in Katharina Thalbachs Inszenierung von Rossinis Il barbiere di Seviglia. Im Rahmen der Konzerte der Stiftung Berliner Philharmoniker gastierte die Sängerin im Juni 2013 mit einem Liederabend im Kammermusiksaal in der Philharmonie. Venezianische Reise lautete das Motto dieses Konzerts. An diesem Abend erwies sie sich nicht nur als begnadete Liedinterpretin, sondern outete sich auch als Fußballfan. Denn zeitgleich kämpfte die deutsche Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft um das Weiterkommen. Jedes Mal wenn sie auf die Bühne kam, informierte sie das Publikum über den aktuellen Spielstand, ehe sie mit ihrem Vortrag begann. Im April 2015 bezauberte sie das Publikum bei den Osterfestspielen Baden-Baden und in Berlin als Marguerite in Hector Berlioz’ La Damnation de Faust.

Christian Gerhaher und Gerold Huber
(Foto: Alexander Basta)
Gerald Finley
(Foto: Sim Canetty-Clark)
Antonio Pappano
(Foto: Musachhio Ianello/EMI)
Joyce DiDonato
(Foto: Josef Fischnaller)
Il pomo d’oro
(Foto: Julien Mignot)

Konzerte

Dienstag,

30. Mai 2017
20:00 Uhr

Philharmonie

Kammermusik | Aboserie: V - Umsungen – Die Welt der Vokalmusik

Di, 30. Mai 2017 20:00 Uhr
Philharmonie

Joyce DiDonato Mezzosopran

Ensemble Il pomo d'oro

Maxim Emelyanychev Dirigent und Cembalo

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