»Wir können zusammen künstlerisch viel erreichen«

Kirill Petrenko dirigiert Mozart, Tschaikowsky und Adams

Kirill Petrenko
(Foto: Wilfried Hösl)

Erstmals seit seiner Wahl zum künftigen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker steht Kirill Petrenko wieder am Pult des Orchesters – mit einem Programm, das von der Wiener Klassik über die Romantik bis hin zur zeitgenössischen Musik reicht: Neben Wolfgang Amadeus Mozarts Haffner-Symphonie und Peter Tschaikowskys Pathétique erklingt The Wound-Dresser von John Adams, in dieser Saison Composer in Residence des Orchesters. Die drei Werke dirigiert Petrenko auch bei den Osterfestspielen in Baden-Baden. Auf seine neue Aufgabe, die er im August 2019 übernimmt, blickt er – wie er bei der Pressekonferenz anlässlich seiner Vertragsunterzeichnung im Oktober 2016 verriet – voller Optimismus: »Durch meine wenigen Gastauftritte bei diesem Orchester habe ich das Gefühl gewonnen, dass wir zusammen künstlerisch viel erreichen können.«

Aufsehenerregendes Debüt

Bereits bei seinem philharmonischen Debüt im Februar 2006 beeindruckte Petrenko die Orchestermusiker mit seiner Persönlichkeit und seiner Art des Musizierens, die akribisch, skrupulös und dennoch leidenschaftlich und mitreißend ist. »Wenn man vor ein Orchester tritt, kommen so viele klangliche Möglichkeiten auf einen Dirigenten zu. Wer da keine eigene Klangvorstellung entwickelt hat, geht unter«, meinte Petrenko in einem Interview für die Digital Concert Hall. Dem Berliner Publikum war er damals schon bestens bekannt – als Generalmusikdirektor der Komischen Oper. In der Spielzeit 2002/2003 hatte er dieses Amt angetreten und seither sein Orchester auf musikalisch höchste Höhen geführt. Die Komische Oper wurde sein Sprungbrett in die Welt, denn mittlerweile dirigiert Petrenko an der Wiener Staatsoper, dem Royal Opera House Covent Garden, der Metropolitan Opera und in Bayreuth, wo er den von Frank Castorf inszenierten Ring des Nibelungen leitete. Seit der Spielzeit 2013/2014 ist Petrenko Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper. Dort feiert er einen Triumph nach dem anderen. Das Bayerische Staatsorchester, eines der herausragenden Opernorchester Deutschlands, sei – so der Tenor der Presse – noch besser geworden, schlanker im Klang und präziser in der Tongebung. Die Zeitschrift Opernwelt kürte Petrenko mehrmals zum »Dirigenten des Jahres«.

Herausforderung und Erfüllung

Der aus Omsk stammende Künstler, der in seiner Heimatstadt und in Wien studierte, hat sein Handwerk zunächst an kleineren Häusern gelernt: am Landestheater Vorarlberg, an der Wiener Volksoper und am Meininger Theater, wo er zusammen mit Christine Mielitz einen vielbeachteten Ring des Nibelungen herausbrachte. In den philharmonischen Konzerten präsentierte sich Petrenko, der sich Berlin nach wie vor heimatlich verbunden fühlt, seit seinem Debüt bislang als Interpret russischer Meister, aber auch mit Werken von Béla Bartók, Edward Elgar und Ludwig van Beethoven. Bei seinen letzten Konzerten mit dem Orchester im Dezember 2012 erklangen neben Igor Strawinskys Psalmensymphonie und Alexander Skrjabins Le Poème de l’extase zwei Werke des genialen, früh verstorbenen Komponisten Rudi Stephan. Eine ebenso ungewöhnliche wie spannende Programmzusammenstellung, die verschiedene Aspekte von Petrenkos künstlerischer Arbeit widerspiegelt. Denn ein gelungenes Konzertprogramm – so der Dirigent in einem Interview für die Digital Concert Hall – zeichne sich dadurch aus, dass die Musiker etwas spielen, woran sie Spaß haben, und das Publikum etwas hört, von dem es etwas lernen kann, gleichzeitig aber auch mitgerissen wird. Vor den Berliner Philharmonikern zu stehen, bedeutet Petrenko Herausforderung und Erfüllung zugleich: »Ich erhoffe mir vom gemeinsamen Musizieren viele Momente des künstlerischen Glücks, die unsere harte Arbeit belohnen und unser Künstlerleben mit Sinn erfüllen sollen.«

Schlussapplaus nach dem Konzert am 22. März 2017
(Foto: Monika Rittershaus)

Konzerte

Samstag,

08. Apr 2017
18:00 Uhr

Baden-Baden, Festspielhaus

Konzertreise

Sa, 08. Apr 2017 18:00 Uhr
Baden-Baden, Festspielhaus

Osterfestspiele Baden-Baden

Berliner Philharmoniker

Kirill Petrenko Dirigent

Georg Nigl Bariton

Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, John Adams und Peter Tschaikowsky

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