Die Konzerte des Bundespräsidenten

Eine Erfolgsgeschichte seit 1988

1992: Marianne und Richard von Weizsäcker im Gespräch mit Sergiu Celibidache
(Foto: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung / Bernd Kühler)

Zum letzten Mal in seiner Amtszeit lädt Joachim Gauck zum Benefizkonzert des Bundespräsidenten: Am 12. März spielen die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Zubin Mehta Elgars Violinkonzert (Solist ist Pinchas Zukerman) sowie Tschaikowskys Fünfte Symphonie. Das Konzert findet zugunsten der UNICEF statt, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, dessen Botschafter das Orchester seit nunmehr zehn Jahren ist.

Eine Idee Richard von Weizsäckers

Die Geschichte des Bundespräsidentenkonzerts reicht jedoch schon viel länger zurück. Als Richard von Weizsäcker es 1988 ins Leben rief, ahnte wohl kaum einer, was für ein besonderes musikalisches Format er etablieren würde: Nicht allein, dass diese Wohltätigkeitsveranstaltung, die ein Mal im Jahr in der Berliner Philharmonie stattfinden sollte, Spenden zugunsten kultureller oder sozialer Zwecke generierte, sie bescherte dem Publikum auch viele musikalische Sternstunden. Man denke nur an das zweite Benefizkonzert im März 1989, das gleichzeitig das Debüt von Carlos Kleiber bei den Berliner Philharmonikern war. Jahrelang hatte sich das Orchester darum bemüht, den ebenso scheuen wie genialen Dirigenten ans Pult zu bekommen. Bis dahin vergeblich. Doch den Bitten Richard von Weizsäckers konnte sich Kleiber nicht verschließen.

Musikalische Glanzpunkte in Berlin...

Als ebenfalls einzigartig und bewegend bleibt das triumphale Comeback Sergiu Celibidaches im März 1992 in Erinnerung. 38 Jahre zuvor war es zum Zerwürfnis zwischen dem meinungsstarken Rumänen und den Berliner Philharmonikern gekommen, weil die Musiker Karajan und nicht ihn zum Chefdirigenten erkoren hatten. Celibidache kehrte Berlin den Rücken. Hier bewirkten Richard von Weizsäckers Vermittlung und die Zusicherung, den Erlös des Konzerts an Kinderheime in Rumänien zu spenden, bei dem Dirigenten einen Sinneswandel, und er reiste an, um Bruckners Siebte Symphonie zu leiten. Aber auch Dirigenten, die regelmäßig mit den Philharmonikern zusammenarbeiten, folgten und kamen der Einladung des Bundespräsidenten zum Benefizkonzert nach: Daniel Barenboim, Claudio Abbado, Lorin Maazel, Günter Wand, Bernard Haitink, Sir Simon Rattle und Zubin Mehta, der 1997 das erste Konzert der Ära Roman Herzogs dirigierte. Der Spendenerlös ging damals an die Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker. Roman Herzog und Johannes Rau setzten die von Richard von Weizsäcker begründete Tradition der Benefizkonzerte gerne fort, bei denen nicht nur die Philharmoniker auch andere hochrangige Klangkörper wie das Gewandhausorchester Leipzig und die Sächsische Staatskapelle Dresden spielten.

... und in ganz Deutschland

Mit Horst Köhler änderte sich das Profil der Konzertreihe: Seit 2006 finden die Benefizkonzerte des Bundespräsidenten nicht mehr nur in Berlin, sondern reihum in den Bundesländern statt – als Zeichen dafür, wie vielfältig und erstklassig die deutsche Musiklandschaft ist: das in Freiburg ansässige Balthasar-Neumann-Ensemble, das Bayerische Staatsorchester in München, die Kammeroper Rheinsberg, das WDR Sinfonieorchester in Köln, die Staatskapelle in Halle, das Philharmonische Staatsorchester in Hamburg, um nur einige Namen zu erwähnen. Die Erlöse kamen den unterschiedlichsten Projekten, Institutionen und Personen zugute: u. a. Straßenkindern in Berlin, Entwicklungsprojekten in Mali, dem Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Hochschulwettbewerb, der Aktion »Nachbar in Not« (Bosnien) oder der Internationalen Jugendbegegnungsstätte der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Zuletzt spielten die Bamberger Symphoniker unter Leitung von Jonathan Nott 2016 für die Deutsche Hospiz- und PalliativStiftung und den Hospizverein Bamberg e.V. Und so ist zu wünschen, dass diese Erfolgsgeschichte auch in Zukunft ihre Fortsetzung findet.

1994: Probe mit Carlos Kleiber zum Benefizkonzert des Bundespräsidenten
(Foto: Archiv Berliner Philharmoniker/ Vivianne Purdom)
2005: Bundespräsident Horst Köhler eröffnet das Benefizkonzert
(Foto: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung / Ralf Maro)
Bundespräsident Joachim Gauck und Daniela Schadt, Schirmherrin von UNICEF Deutschland (l.)
(Foto: Sebastian Bolesch)


Sergiu Celibidache: The triumphant return

Sehen Sie den Film über die Rückkehr Sergiu Celibidaches zu den Berliner Philharmonikern in der Digital Concert Hall.

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