Aus Liebe zur Philharmonie, aus Leidenschaft für Musik

10 Jahre philharmonische Ehrenamtliche

(Foto: Rosmarie Arndt)

Sie sind die kompetenten Helfer im Hintergrund: Egal, ob es darum geht, einem orientierungslosen Konzertbesucher den richtigen Weg zu weisen, Fragen rund um die Konzertveranstaltungen und das abendliche Programm zu beantworten oder Wissensdurstigen Auskunft über die Philharmonie und das Orchester zu geben, die philharmonischen Ehrenamtlichen stehen als Ansprechpartner für das Publikum bereit ─ und das seit 10 Jahren. »Die Leute brennen für dieses Haus«, freut sich Gabriele Bühler, die Managerin des Ehrenamtlichen-Projekts. »Auf ihre Philharmonie lassen sie nichts kommen.« Als sie diesen Service einführte, glich das einer Pioniertat. Die ehemalige Anwältin hatte während eines längeren Amerikaaufenthalts das Volunteer Program des Kennedy Centers kennengelernt und dachte: »Das brauchen wir in Deutschland auch!« Zunächst baute sie ein kleines Freiwilligenteam am Konzerthaus am Gendarmenmarkt auf, 2007 konnte sie die Berliner Philharmoniker für ihre Idee begeistern.

Offen, kontaktfreudig, flexibel

Als ehrenamtliche Mitarbeiter suchte und sucht Gabriele Bühler Menschen, die ihr Berufsleben in der Regel schon hinter sich haben, aber gesundheitlich noch fit und aktiv sind. Auf ihren ersten Aufruf bewarben sich über 300 Interessenten. Wichtigstes Auswahlkriterium war und ist die Liebe zur klassischen Musik. Darüber hinaus gehören Fremdsprachenkenntnisse, Kontaktfreudigkeit, Teamgeist und Flexibilität zu den Schlüsselqualifikationen für diese Tätigkeit. Gabriele Bühler ging mit 38 Damen und Herren an den Start. Waren sie zunächst nur als Serviceteam für die Konzertbesucher im Einsatz, so hat sich das Aufgabenfeld in den folgenden Jahren enorm erweitert. Auch backstage ist die Arbeit der Ehrenamtlichen mittlerweile hochwillkommen. So betreuen sie die Musiker, die zu den Probespielen eingeladen sind, und begleiten Schüler bei den Generalprobenbesuchen des Education-Programms. Unschätzbar auch ihre Hilfe bei den Vokalhelden-Projekten. Sie schnippeln Obst und Gemüse für die kleinen Sänger und entlasten mit ihrer Anwesenheit die Chorleiter, die sich nur noch auf ihre musikalische Arbeit zu konzentrieren brauchen.

Auch backstage aktiv

Ein weiterer Aspekt ist die Betreuung der Gastkünstler: Die ehrenamtlichen Damen sind da, um Getränke, Snacks oder Kopfschmerztabletten zu organisieren. Gelegentlich gilt es einen Knopf anzunähen oder ein zerknittertes Hemd zu bügeln ─ kurz, dafür so sorgen, dass sich der Gast unbehelligt von Alltagsorgen ganz seiner künstlerischen Aufgabe widmen kann. Heute gehören 53 Damen und 13 Herren zum Team der Ehrenamtlichen, von den Aktiven der ersten Stunden sind noch 24 mit dabei. Allmählich zeichnet sich jedoch ein Generationenwechsel ab. Obwohl es bereits eine Warteliste gibt, sind Bewerbungen willkommen. Die Neuen bekommen zunächst eine intensive Schulung, bei der sie das Haus und die Institutionen der Stiftung Berliner Philharmoniker genau kennen lernen. Der Einsatz lohnt sich: Die Ehrenamtlichen treffen auf Gleichgesinnte, sind ganz nah dran am philharmonischen Leben und bekommen viel Lob und Anerkennung. Gabriele Bühler blickt optimistisch in die Zukunft: »Ich hoffe, dass der Teamgeist weiterhin so gut bleibt.«

Mit Simon Rattle und Gabriele Bühler
(Foto: Rosmarie Arndt)

Die Ehrenamtlichen im Einsatz

(Foto: Rosmarie Arndt)(Foto: Rosmarie Arndt)(Foto: Rosmarie Arndt)(Foto: Daniel Wetzel)

»In einem der großartigsten Bauwerke Berlins für eines der besten Orchester der Welt zu arbeiten, ist das schönste Ehrenamt, das ich mir vorstellen kann. Mit großer Freude mache ich das seit vielen Jahren.«
Angela Blume

»Wir bemühen uns, das gute Klima im Haus noch angenehmer zu machen. Vor allem liegen mir die jungen Leute am Herzen, die wir in den Generalproben betreuen. Ich möchte vermitteln, dass klassische Musik offen und begeisternd sein kann!«
Birgit Kress