Christian Thielemanns Beziehung zu den Berliner Philharmonikern begann lange bevor der Dirigent im Juni 1996 erstmals am Pult des Orchesters stand: Der dunkel-samtige Klang der Philharmoniker hat den gebürtigen Berliner von frühester Jugend an beeindruckt – ebenso wie die beiden Chefdirigenten, Wilhelm Furtwängler und Herbert von Karajan, deren Klangverständnis Thielemann nachhaltig prägte. Später empfing er wichtige Inspirationen als Stipendiat der Orchester-Akademie, an der er Bratsche studierte, und als Assistent von Herbert von Karajan.

Philharmonische Begeisterung von Anfang an

Bei seinem philharmonischen Debüt fühlte sich der junge Dirigent, damals designierter Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin, daher ganz in der Tradition des Orchesters stehend. Die Presse feierte den philharmonischen Debütanten als »hochemotional, jung, temperamentvoll«. In den folgenden Jahren entwickelte sich zwischen den Berliner Philharmonikern und den jungen Dirigenten eine intensive Zusammenarbeit. Von Beginn seiner Karriere an widmet sich Christian Thielemann, derzeit Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden und seit 2013 auch Künstlerischer Leiter der Salzburger Osterfestspiele, mit Vorliebe dem deutschen romantischen Repertoire. Davon zeugen auch seine philharmonischen Programme: Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann, Johannes Brahms, Anton Bruckner und immer wieder Richard Strauss. Im Januar 2016 dirigiert er zwei Konzertserien: In der ersten präsentiert er mit Ernest Chaussons Poème de lʼamour et de la mer, Claude Debussy Danse sacrée et danse profane für Harfe und Gabriel Faurés ein rein französisches Repertoire. Die Mitwirkenden sind die Mezzosopranistin Sophie Koch und die philharmonische Harfenistin Marie-Pierre Langlamet sowie die Sopranistin Christiane, der Bariton Adrian Eröd und der Rundfunkchor Berlin. Bei seinem zweiten Auftritt erklingt neben Werken von Robert Schumann, Aribert Reimann und Richard Strauss auch Frédéric Chopins Erstes Klavierkonzert  mit Maurizio Pollini als Solist.

Ein Schützling von Rattle und Abbado

Wie Christian Thielemann so hat auch Daniel Harding 1996 bei den Berliner Philharmonikern debütiert. Und so kann der britische Dirigent trotz seines relativ jungen Alters von 40 Jahren bereits auf eine 20-jährige Zusammenarbeit mit dem Orchester zurückblicken. Gleich zwei große Dirigenten nahmen Harding am Anfang seiner Karriere unter ihre Fittiche: Sir Simon Rattle und Claudio Abbado. Rattle, damals noch Chef des City of Birmingham Symphony Orchestra, war von einer CD-Aufnahme des gerade 17-Jährigen so begeistert, dass er ihn zu seinem Assistenten machte. Es folgte eine Assistenz bei Claudio Abbado und den Berliner Philharmonikern, die dann zu seinem Debüt bei dem Orchester führte. Mittlerweile hat der britische Dirigent, heute Musikdirektor des Schwedischen Radio-Symphonieorchester, Erster Gastdirigent des London Symphony Orchestra und designierter Musikalischer Leiter des Orchestre de Paris, Weltkarriere gemacht und gilt als einer der vielversprechenden Dirigenten der jüngeren Generation. Sein phänomenaler Erfolg beruht nicht zuletzt darauf, dass er keine Angst davor hat, Fehler zu machen. »Fehler zu erkennen, ist immer großartig,« gestand er in einem Interview der Digital Concert Hall, »denn dann kann man es besser machen.« Seine beiden letzten Auftritte mit Schumanns Szenen aus Goethes Faust und Mahlers Sechste Symphonie absolvierte er als Einspringer für Nikolaus Harnoncourt und Kirill Petrenko. Dieses Mal leitet Daniel Harding die Deutsche Erstaufführung von Magnus Lindbergs Zweitem Violinkonzert mit Frank Peter Zimmermann als Solisten. Weitere Programmpunkte seiner Konzerte sind Werke von Antonín Dvořák, Pierre Boulez und Robert Schumann.