Es gibt wenige Dirigenten von Weltrang, die aus Spanien stammen. Zu ihnen gehört der Baske Juanjo Mena. Seine dirigentische Begabung entdeckte er als 16-Jähriger. Damals bekam er die Gelegenheit einen Mädchenchor zu leiten. »Das war die beste Erfahrung meines Lebens«, (This was the best experience of my life!) verriet er unlängst in einem Interview – weil ihm dabei klar wurde, was den Dirigentenberuf ausmacht: mit den Aufführenden zu kommunizieren sowie die musikalische Energie und das klangliche Gleichgewicht zu koordinieren. Nach Studien in seiner Heimatstadt Vitoria-Gasteiz und am Real Conservatorio Superior de Música in Madrid kam er zu Sergiu Celibidache nach München. Diesem habe er – so Mena – viel zu verdanken. »Er vermittelte mir die Fähigkeiten, die Möglichkeiten eines Orchesters zu erkennen, etwas zu riskieren, daran zu denken, der Musik zu dienen, aber trotzdem kreativ zu sein.«

Von Bilbao in die Welt

Seine Karriere begann er in seiner Heimat, wo er von 1999 bis 2008 künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Orquesta Sinfónica de Bilbao war. Es folgten Positionen als Erster Gastdirigent am Teatro Carlo Felice in Genua und beim Bergen Filharmoniske Orkester. Seit 2011 ist Juanjo Mena Chefdirigent des BBC Philharmonic Orchestra in Manchester. Darüber hinaus tritt er regelmäßig mit großen internationalen Klangkörpern auf, u. a. der Dresdner Philharmonie oder den Orchestern von Boston, Chicago und Cleveland. Im Februar dieses Jahres gab er sein Debüt bei den New Yorker Philharmonikern. Nun steht er zum ersten Mal am Pult der Berliner Philharmoniker und präsentiert dabei ein spanisch-lateinamerikanisches Programm: Claude Debussys Ibéria, Alberto Ginasteras Harfenkonzert mit Marie-Pierre Langlamet als Solistin sowie Manuel de Fallas Ballettmusik El sombrero de tres picos, wobei Raquel Lojendio das Sopransolo singt. Für die Musik seines Landsmanns Manuel de Falla gilt Juanjo Mena – wie könnte es auch anders sein – als Spezialist.