In seiner musikalischen Komödie Der Rosenkavalier setzt Richard Strauss mit den drei wichtigen Partien der Marschallin, des Octavian und der Sophie auf großartige Frauenstimmen. Für die Neuproduktion der Oper bei den Osterfestspielen in Baden-Baden mit den Berliner Philharmonikern und Sir Simon Rattle konnte für diese Rollen ein herausragendes Damentrio gewonnen werden: die Sopranistinnen Anja Harteros und Anna Prohaska sowie die Mezzosopranistin Magdalena Kožená.

Legendärer Octavian, gefeierte Regisseurin

Hinzu kommt als Regisseurin eine weitere »Grande Dame« dieser Oper: Die Mezzosopranistin Brigitte Fassbaender galt Jahrzehntelang als der Octavian schlechthin. Sie sang diese Partie erstmals 1967 in München als Einspringerin für Herta Töpper und überzeugte darin so stark, dass sie bald auch an die Met, die Scala sowie die Opernhäuser in Wien und London engagiert wurde. Sie gehörte zu dem Sängerensemble der legendären Münchner Rosenkavalier-Produktion von Otto Schenk und Carlos Kleiber. Auch nachdem Brigitte Fassbaender ihre Sängerkarriere beendet hatte und ins Regiefach wechselte, ist sie dem Rosenkavalier treu geblieben. Sie hat ihn mittlerweile mehrfach inszeniert. Ständig gäbe es – so die Regisseurin – bei diesem Komponisten etwas Neues zu entdecken und zu vertiefen.

Ausdrucksstark, tiefgründig, heiter

Auch die drei Sängerinnen der Baden-Badener Produktion sind bereits erfahrene Rosenkavalier-Interpretinnen. Anja Harteros wird von der Presse als die Marschallin mit »Luxus-Timbre« gefeiert. Sie würde – so der Münchner Merkur – in dieser Partie alle anderen derzeitigen Kolleginnen in den Schatten stellen. Der Sängerin, die u. a. im Rosenkavalier der Bayerischen Staatsoper und der Dresdner Semperoper zu erleben war, gelingt es kongenial, die humorvollen wie melancholischen Seiten der Figur zu vereinen: »Sie ist eine heitere Frau, die sich zum Ziel gesetzt hat, auch die ernsten Dinge heiter zu nehmen. Deswegen ist sie nicht unbedingt die Melancholische, auch wenn sie Dinge anspricht, die uns traurig machen«, meinte Anja Harteros in einem Interview. Die Marschallin ist eine Figur, die die Sopranistin in ihrer Emotionalität sehr berührt. Bei der Einstudierung habe sie – so Harteros – lange gebraucht, bis sie die Partie durchsingen konnte, ohne in Tränen auszubrechen.

Ein eingespieltes Paar

Anna Prohaska und Magdalena Kožená standen bereits im Rosenkavalier gemeinsam auf der Bühne – bei der Wiederaufnahme des Werks in der Staatsoper Unter den Linden im Schiller Theater unter der Leitung von Sir Simon Rattle. Anna Prohaska bestach in dieser Inszenierung nicht nur mit ihrer klaren, mühelos in die Höhe schwingenden Sopranstimme, sondern auch mit ihrem schauspielerischen Talent. Ebenso wie die spielfreudige Magdalena Kožená, die einen feurigen, doch gleichzeitig sensiblen Octavian gab. Ihr Rollendebüt als Octavian hat die Mezzosopranistin im Februar 2009 an der Staatsoper unter den Linden in der Inszenierung von Nicolas Brieger unter Leitung von Asher Fish gegeben.