Prisma Kammermusik – Das ist die Konzertreihe für Kammermusik mit allen Variationen, vom Soloabend bis zum Kammerorchesterkonzert, von »klassischen« Ensembles bis hin ganz ungewöhnlich besetzten Formationen, gleichermaßen Plattform für »Hits« der Kammermusikliteratur wie für Neu- und Wiederentdeckung unbekannter und vergessener musikalischer Preziosen. In dieser Saison bestreiten ausschließlich philharmonische Musiker und Ensembles sowie deren Gäste die Reihe.

Japanische Anmut und französischer Esprit

Das erste Konzert ist ein audio-visuelles Gesamtkunstwerk: Holm Birkholz, seit 32 Jahren zur Gruppe der Zweiten Geigen gehörend, empfindet sich nicht nur als ausübenden, sondern auch als schöpferischen Künstler. Schon mehrfach hat er seine Kompositionen im Kammermusiksaal der Philharmonie vorgestellt. Als wichtigste Inspirationsquelle dient ihm die japanische Kultur mit ihrer Verbindung von Spiritualität und Musik. Seine Tanz-Suite Blütenträume – Vier Jahreszeiten für Solo-Tanz, Solo-Violine und Glocken in f und d besticht durch meditative Kontemplation und den tänzerischen Anmut von Emi Hariyama. Im zweiten Konzert gibt ein junges Ensemble sein Debüt: das Berlin Piano Quartet. Die philharmonischen Streicher Christophe Horak, Micha Afkham und Bruno Delepelaire sowie die französische Pianistin Kim Barbier fanden zusammen, um sich gemeinsam der im Konzertleben verhältnismäßig wenig beachteten Gattung des Klavierquartetts zu widmen. Mit ihrem Programm, in dem sie Werke von Gabriel Fauré, Alfred Schnittke und Johannes Brahms spielen, zeigen sie die musikalische Vielfalt des Genres.

Im Zentrum Brahms und Schumann

Das Brahms Ensemble Berlin, das 2010 von sechs philharmonischen Streichern gegründet wurde, hat dagegen ausschließlich Werke seines Namensgebers auf das Programm gesetzt: das Klaviertrio H-Dur, das der Komponist im Alter von 21 Jahren nach seiner ersten Begegnung mit dem Ehepaar Schumann schrieb, und das Klavierquintett f-Moll. Brahms konzipierte das Werk ursprünglich als Streichquintett, später als Sonate für zwei Klaviere, erst in einem dritten Anlauf entschied er sich für die heute gültige Fassung für Streicher und Klavier. Der pianistische Gast des Abends ist Martin Helmchen. Das Scharoun Ensemble Berlin hat seinen ehemaligen Kollegen Brett Dean eingeladen. Der Australier war 14 Jahre lang Bratscher der Berliner Philharmoniker und Mitglied des Ensembles, ehe er das Orchester verließ, um sich ganz dem Komponieren widmen zu können. Bei diesem Konzert wird sein Stück Recollections aufgeführt, das – wie auch andere Werke des Abends – Bezug auf die Musik von Robert Schumann nimmt.

Unerhörte Klangerlebnisse

Zu einem ungewöhnlichen Trioabend laden Ludwig Quandt, Erster Solo-Cellist der Berliner Philharmoniker, die philharmonische Harfenistin Marie-Pierre Langlamet und die kanadische Geigerin Lara St. John. Bekannte Werke wie beispielsweise Johannes Brahms’ Ungarische Tänze, Franz Schuberts Arpeggione-Sonate oder Robert Schumanns Waldszenen präsentieren sie in höchst ungewohnten Bearbeitungen für Geige, Cello und Harfe. Last but not least dürfen sich die Kammermusikfreunde auf die Philharmonischen Stradivari-Solisten freuen. Auf wertvollen und klangschönen Stradivari-Instrumenten spielend, führen sie ihr Publikum durch fünf Jahrhunderte Musikgeschichte, angefangen von der Renaissancemusik eines Thomas Tallis bis hin zur Kammersymphonie von Dmitri Schostakowitsch.